Mittwoch, 3. Juni 2020

Cannabismodellprojekt in der Schweiz in den Startlöchern

Nationalrat definierte am Dienstag die Details für das anlaufende Modellprojekt


Während in Deutschland seit vielen Jahren alle Bemühungen, ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt betreffend Cannabiskonsum in verschiedenen Gemeinden zu initiieren, seitens des BfArM im Vorfeld begraben werden, geht es in der Schweiz seit Anfang des letzten Jahres in diese Richtung ein wenig voran. Deutschlands Hauptstadt Berlin musste erst vor wenigen Monaten noch die neuste Absage vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte in Empfang nehmen, da ethische und medizinische Gründe aus Sicht des Bundesamtes gegen eine Abgabe von Cannabis an Erwachsene sprächen, der schweizerische Bundesrat konnte dagegen schon im April 2019 mit kleinen Veränderungen des geplanten Ablaufes punkten und davon überzeugen, dass wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte möglicherweise einen Vorteil zum ansonsten florierenden Schwarzmarkthandel bieten könnten. Jetzt stimmte der Nationalrat über Details des Vorhabens ab und sicherte dabei die Vorschläge aus den Anträgen des Bundesrates. Jetzt ist das Cannabismodellprojekt in der Schweiz in den Startlöchern.

Im Dezember 2019 hatte sich der Nationalrat der Schweiz dazu entschieden, den bestehenden Bedenken der Gesundheitskommission wenig Platz einzuräumen, dafür aber zu untersuchen, ob es alternative Regulierungsmodelle für Cannabis in der Schweiz gäbe, die sinnvoller als die derzeitige Situation wären. Das allgemeine Cannabisverbot wollte man mit dem Vorhaben jedoch nicht allgemein infrage stellen. Während SVP und die Mitte Fraktion daraufhin höhere Hürden für eine potenzielle Teilnahme forderten, wurden deren Vorschläge nach eingeschränktem Teilnehmerkreis und einer Meldepflicht bei Arbeitgeber oder Schule am gestrigen Tag abgelehnt. Dafür sind zwei Änderungsvorschläge von der Gesundheitskommission angenommen worden, die sich auf gesundheitliche Untersuchungen der Teilnehmer und die Herkunft der in Umlauf gebracht werdenden Ware bezogen. Jetzt heißt das, dass das Cannabis, welches im schweizerischen Modellprojekt an erwachsene Konsumenten abgegeben werden wird, ausschließlich aus der Schweiz und aus biologischem Anbau stammen darf. Mit 112 zu 76 Stimmen wurde die Entscheidung getroffen, während sechs Stimmen sich enthielten. Somit ist der sogenannte Experimentierartikel vom Nationalrat angenommen worden, sodass er nun zur Vorlage an den Ständerat wandert.

Konkret sollen die stattfindenden Versuche insgesamt auf eine oder mehrere Gemeinden der Schweiz begrenzt werden, während insgesamt bis zu 5000 Personen daran teilnehmen können sollen. Nur Menschen, die bereits Cannabis konsumierten, dürfen dabei mitmachen, wenn sie in der Gemeinde wohnen, in der das Modellprojekt durchgeführt wird. Fünf Jahre möchte man maximal für die Untersuchung Zeit aufbringen, zehn Gramm Marihuana pro Monat dürften die Versuchsteilnehmer währenddessen erwerben. Ziel des Modellprojektes wäre es, herauszufinden, wie sich ein kontrollierter Zugang zu Cannabis auf das eigentliche Konsumverhalten, die Einkaufsgewohnheiten und den gesundheitlichen Zustand der Teilnehmer auswirken wird. Da aus Sicht der Befürworter jenes jetzt in die Startlöcher kommenden Projektes die Verbotspolitik gescheitert sei – 200000 Personen kiffen in der Schweiz trotz der derzeitigen Umstände regelmäßig – erhofft man sich ebenfalls, Erkenntnisse über alternative Regulierungsformen zu gewinnen. Schon 2021 könnte das Pilotprojekt starten und erste Siege gegen die allgegenwärtige Schwarzmarktpolitik in der Schweiz einfahren.

Hier in Deutschland bleibt man dagegen diesbezüglich wohl einfach von vornherein weiterhin aufs Verlieren eingestellt …

12 Antworten auf „Cannabismodellprojekt in der Schweiz in den Startlöchern

  1. Heisenberg

    Die deutsche Regierung soll ruhig mit ihrer faschistischen und verfassungswidrigen Korruption so weiter machen, dann haben wir bald amerikanische Verhältnisse auf den Straßen. Spätestens dann wird abgerechnet. Dann ist geschissen auf eure Immunität, das interessiert dann niemanden mehr und euch nutzt sie nichts mehr. Ich hoffe inständig ihr Verbrecher seid bald fällig.
    Wir sind nicht eure Untertanen und arbeiten nicht für euch. Ihr (Beleidigung unerwünscht) sollt für das Volk arbeiten, von dem ihr bezahlt werdet und nicht wie seit vielen Jahren gegen das Volk, mit dieser SED-(Beleidigung unerwünscht) an der Spitze. Eure Zeit läuft jeden Tag mehr ab, ihr habt nur den Schuß noch nicht gehört. Aber das ist so die Eigenschaft von Psychopathen, sie meinen sie seien unbesiegbar, falsch gedacht!!!!!!

  2. R. Maestro

    Modellprojekt!
    Um weiter positive Ergebnisse in der Schublade zu versenken?
    Das kann man sich sparen. Ein kurzer Blick zurück würde reichen.
    Haben die sechziger und siebziger Jahre nur Idioten hervorgebracht?
    Bzgl. unserer Drogenpolitik und deren gekauften Köpfen, JA!
    Scheiss Modellprojekte, dafür gemacht, um das Verbot weiterhin schwachsinnig zu untermauern!
    Dass es hierzulande keine Projekte gibt, nachvollziehbar.
    Das Ergebnis würde dem doppelmoralischen gekauften, korrupten Haufen nicht gefallen.

    So ein Arsch der Trump auch ist. Hier wird Wasser gepredigt und Wein gesoffen.
    Zumindest an diesem Punkt ist er nicht so drecks – verlogen!

  3. Ralf

    Denkt positiv!
    Einer muss den Anfang machen – wenn es anderen gefällt, dann machen immer mehr mit…

    Wählen gehen – oder selber in Politik mitspielen – was verändern – für etwas einstehen.
    Das wird schon.

  4. M. A. Haschberg

    Ein Lob auf die Schweizer. Die waren uns in der Drogenpolitik schon immer ein Stück voraus.
    Die Glücklichen haben auch nicht so eine scheussliche Vergangenheit zu bewältigen, wie die Deutschen, die ihre repressive Ignoranz gegen willkürlich ausgesuchte Minderheiten in manchen Bereichen bis zum heutigen Tag mit Zähnen und Klauen verteidigen.

  5. Rainer Sikora

    Das allgemeine Verbot nicht allgemein in Frage stellen.Niemand will sich mit den Anderen anlegen oder auseinandersetzen.Aber das Grundübel wird ein wenig aufgeweicht.Fünf Jahre Stillstand weil sich was tut.

  6. Heisenberg

    @ R.Maestro
    Was für verbissene kleine Arschlöcher. Die sollten lieber mal was rauchen. Beruhigt die Nerven.
    Sind eben mickrige Kleingeister ohne Intellekt.

  7. R. Maestro

    Ältere Konsumenten sind etwas schwieriger zu busten.
    Vielleicht hat die Seelenverkäuferin aus Dehnberg auch deshalb immer wieder behauptet sechs g wären IMMER straffrei!!!
    Wer es noch glaubt liefert sich selbst ans Messer bzw. den bekannten Häschern aus.
    Der Mensch hat Probleme, welche Cannabis nie verursacht hätte. Dass solche Geister die benötigten Zahlen erhalten???
    Pfui Teufel.
    Solch ein Untermenschentum……..

    Gut, dass die Dame mittlerweile im Europa – Parlament sitzt.
    Der Nachteil : Als Nachfolge an solchen selbstherrlichen Grosskotzen sitzen genug in den Unionen! In den „christlichen“ Volksparteien!!!

    Scientology ist ein Witz dagegen.

  8. buri_see_käo

    Schon 2021 könnte also das Pilotproject starten – in der Schweiz.
    Hier starten sie dann auch durch, die SPD und Grünen,
    wollen die Kiffer mit Verarsche vor der Wahl noch mal so richtig einseifen.
    Vorsicht Falle !
    Maßnahme:
    (Aus Urlaubsgründen) die Briefwahl beantragen,
    bei denen NICHT ankreuzen, aber bitte auch nicht bei den Schwarz-Braunen!
    Scannen, Stellungnahme verfassen, und den Einseifern per Mail schicken.

    Variante 2: Briefwahl besorgen, vor Handy-Cam verbrennen, Stellungnahme, Mail schicken.

    mfG  fE

  9. Fred

    Schweizer, schaut nach Amerika, nach Uruguay, nach Kanada. Ob es bei bereits legalisierten Staaten noch ein Mmodel benötigt, nur um Herauszufinden wie sich eine Cannabisausgabe auf die Bevölkerung auswirkt ?
    Aber mit so einem Projekt kann man natürlich die eigentliche Legalisierung fein für 5 Jahre verhindern. Das in D noch keiner auf sowas gekommen ist.

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