Montag, 29. April 2024

Bayern: Polizei überfällt Cannabis-Laden

Maskierte Zivilpolizisten erschrecken Verkäuferin eines Regensburger Hanfladens zu Tode

Cannabis

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

Acht als Gangster verkleidete Zivilpolizisten stürmten letzten Mittwoch gegen 14 Uhr 00 den Bioladen „Hanf.com“ in der Regensburger Altstadt. Die Aufzeichnungen der Überwachungskamera erinnern im ersten Moment an einen brutalen Überfall einer schwerbewaffneten Räuberbande. Anhand der Videobilder lässt sich erahnen, welch Todesängste die Fachverkäuferin ausgestanden haben muss, als sie sich den mit Sturmmasken vermummten mutmaßlichen Halunken gegenübersah.

 

Der Redaktion des „Münchner Merkur“ sagte der Ladenbetreiber Wenzel Cerveny: „Wir waren von der Vorgehensweise vorsichtig gesagt sehr schockiert. (…) Unsere perplexe Angestellte wurde sofort aufgefordert, die Hände hochzunehmen und sich nicht zu bewegen.“

Um nicht wegen des Anscheins einer Widerstandshandlung erschossen zu werden, folgte die sichtlich eingeschüchterte Verkäuferin der Polizeidrohung und erduldete die Übergriffigkeit der Maskenmänner.

Anschließend hätten die Beamten in Räuberzivil den Netzstecker aus dem Internetrouter gezogen und die Kameralinse mit schwarzem Tape überklebt, um zu verhindern, dass ihre robuste Vorgehensweise dokumentiert wird. Der Filialleiter durfte von der Angestellten erst nach 30 Minuten informiert werden und musste ebenfalls mit erhobenen Händen eine Leibesvisitation über sich ergehen lassen. Seinen Angaben zufolge wurde ihm erst nach vier Stunden Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss des Gerichts gegeben.

 

Polizei spricht von Routineeinsatz – Betreiber des Bioladens der Verzweiflung nah

 

„Die Maßnahme verlief aus polizeilicher Sicht erfolgreich und routiniert“, vermerkt die Polizei Oberpfalz in ihrem Bericht. „Beim Betreten des Geschäfts gegen 14 Uhr 00 wurden einer Angestellten die anstehenden Maßnahmen ruhig erläutert, sodass diese sich im weiteren Verlauf der Durchsuchung kooperativ zeigte.“

 

Laut Pressemitteilung der Polizei handelte es sich bei den Beamten, die sich wie ein Rollkommando aus längst vergangener Zeit gebärdeten, um „Unterstützungskräfte“ der Kriminalpolizei Regensburg. Mit der Razzia sei man dem Verdacht auf illegalen Handel mit Cannabis nachgegangen. Im Geschäft konnten die Beamten eine „Kiste mit Kräutern und Kräutermischungen“ sicherstellen und konfiszieren, die auf ihren THC-Gehalt überprüft würden.

 

Das sei nicht nur „eine Kiste mit Kräutern“ gewesen, sondern Ware im Wert von 11.000 Euro, lässt sich der Geschäftsinhaber im Merkur zitieren. „Zu all unseren ‚Kräutern‘ haben wir aktuelle Analysen, die belegen, dass die THC-Werte den gesetzlichen Grenzwert unterschreiten und damit Industriehanf sind.“

Einsicht in die Unterlagen wollte die Polizei nicht nehmen. Vor einem halben Jahr soll die Polizei Landshut bereits Stichproben der Produkte genommen haben. „Bis heute haben wir nichts mehr davon gehört, woraus man folgern kann, dass unsere Produkte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.“

 

In den letzten fünf Jahren hat es in der betroffenen Filiale insgesamt 17 Razzien wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Haschisch und Marihuana gegeben, bei denen „kistenweise“ legale THC-arme Cannabis-Produkte von den Polizeibeamten entwendet wurden. Alle Ermittlungsverfahren wurden eingestellt und es gab kein einziges Gerichtsverfahren. „Die Ware haben wir allerdings auch noch nicht wiedergesehen“, empört sich der Betreiber über die andauernden Schikanen der bayerischen Polizei.

 

Und diese Schikanen scheinen in Bayern System zu haben: In Aschheim bei München plant Cerveny einen „Cannabis Social Club“ – ein Projekt, das in den Medien bereits Schlagzeilen machte. Um die Anbauvereinigung zu verhindern, widmete die Gemeinde kurzerhand ein paar Quadratmeter eines Grünstreifens in einen Spielplatz um. Der Trick: Laut Cannabisgesetz ist der Betrieb von Anbaugenossenschaften im Umkreis von 200 Metern von Kitas, Kindergärten, Schulen und eben auch Spielplätzen verboten.

 

 

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17 Kommentare
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Jemand
20 Tage zuvor

Dieses beschissene CSU geführte Gesocks in Bayern führt sich auf wie hirnamputierte Affen…und kommt damit auch noch durch!
Alles unter dem Motto “Mir san mir” was übersetzt auf Deutsch soviel heißt wie “Fick dich ich mache was ICH will!”

Rogg
20 Tage zuvor

Dieses Dreckspack und ihr Vorgehen verunglimpft die Uniform und den Rechtsstaat. Bayern halt…näher an einer Diktatur als an einer Demokratie….peinlich und beschämend. Fast so wie der BGH….aber nur fast….

Ralf
20 Tage zuvor

Das die Schergen bei einem so löchrigen Gesetz nicht Ruhe geben war abzusehen, habe ich so vorausgesagt, ist so gekommen und wird noch viel schlimmer. E sind eben nicht nur die Politiker sondern auch ihre Erfüllungsgehilfen, wer das nicht weiß, hat aus der Geschichte nichts gelernt. Seid weiter vorsichtig, denn um Dummbulle zu werden muss man Nazi sein, habe ich schon immer gesagt, wird auch immer so bleiben, weiß ich seid ich bei diesem Dreckshaufen gekündigt habe. Mein alter Mitschüler, der der Schulhofschläger war, damit gepralt hat seinen Vater verprügelt zu haben und einen Höllenspass dabei gehabt hat Singvögel mit seinem Kleinkalibergewehr abzuknallen ist dabei geblieben, noch Fragen zum Rechtsstaat und seinen Schlägern?

Andreas
20 Tage zuvor

Frage mich nur wann der Bauplan des Spielplatzes gestellt wurde sonst kann es Probleme geben für die Gemeinde aber saufen ab 14 Jahren ist normal was

Martin
20 Tage zuvor

Die für dieses vorgehen Verantwortlichen personen gehören ihres postens enthoben.
Das hat nichts mehr mit Rechtsstatlichkeit zu tun das ist einschüchterung. Die Beamten welche da mitgemacht haben sollten sich in grund und boden schämen und freiwillig ihren Dienst quittierten.

Haschberg
20 Tage zuvor

Das habe ich befürchtet. Die faschistoide Hatz gegen völlig friedfertige Hanfkonsumenten und Verkäufer geht weiter. In Bayern wird daraus ein neuer Volkssturm werden. Nur die Klientel der Bejagten ist mittlerweile eine andere als vor 80 Jahren. Das Ausmass an Schäbigkeit und Menschenverachtung ist in diesen Köpfen leider noch immer präsent.
Schämt euch ihr elenden geistigen Kastrate mit eurem kranken, mittelalterlichen Verfolgungswahn.
Jagd besser die nicht bekifften Messerhelden, die in unseren Städten herumlungern und wehrlose Frauen und Passanten bedrängen.

Sarkus Möder
20 Tage zuvor

Das nennt sich ”Swatting”.

Ali
20 Tage zuvor

Da hat den bayrischen Behörden aber jemand kräftig ins Hirn geschissen. Und nun versuchen sie, die Scheiße wieder los zu werden. Und das am besten bei den Friedlichen und Wehrlosen. Aber ich vermute mal, die Scheiße werden die Schwarz-Braunen nicht mehr los! Die Scheiße hat sich schon lange in deren kümmerlichem Hirn festgefressen. Den Kiffern sei gesagt: Nun haben wir so lange gekämpft. Die letzten Meter schaffen wir auch noch. Gegen alle faschistoiden Widerstände. Scheiß Bayern!

buri_see_käo
20 Tage zuvor

Das haben sie aber…, nein, nicht fein oder schön, aber erwartungsgemäß gemacht.
Ja, nun bin ich rehabilitiert, bezüglich meines präventiv hier und anderswo verwendeten Vokabulars,
als da sind und waren: “Freiknüppelstaat Bayern”, “Knüppelnazis”…
Mal sehen, wie solche Vorfälle aufgearbeitet werden, “Waschlappen & Schlappschwänzinnen”,
können die das?, wollen die das?, sollen! die das?
Außerhalb des Umkreises von 200 Metern von Kitas, Kindergärten, Schulen, Sofortkinderschutzquadratmetern… übernimmt dort Wehrsportgruppe Hoffmann?, Sturm18?, oder wer ist zuständig?
mfG fE

Fred
20 Tage zuvor

Tja, die Bayern. Nachstehend ein Link zu einer Diskussionsrunde mit Martin Huber, dem Generalsekretär der CSU https://youtu.be/c3RArHlIDTg?si=CG6iO7FKGn6OV-Cl Dieser Mensch steht dort und bringt in verschiedenen Varianten den Unwillen Bayerns in Sachen Cannabis zum Ausdruck. ” Bayern will kein Cannabis ” ist der Tenor, begründet mit Floskeln. Diesen Typen ist es völlig egal, ob sie damit ein mit deutlicher Mehrheit im Bundestag beschlossenenes Gesetz torpedieren und damit der Demokratie einen dicken Nagel in den Sargdeckel schlagen. Bayern wird von Radikalen regiert, die sich in ihrem Verhalten nur noch marginal von anderen antidemokratischen Gruppierungen in Deutschland unterscheiden. Warum die von absoluten Mehrheiten vor ein paar Jahren nur auf 30 % plus ein paar gequetschte abgestraft wurden, ist mir ein Rätsel. Aber, eines… Weiterlesen »

Bär Sibylle
20 Tage zuvor

ich musste jetzt ernsthaft nachdenken ob das Satire ist?!

trec.
20 Tage zuvor

Hübsch kranke Aktion.
Hr. Grubwinkler, bitte übernehmen.

TotoSgE7
20 Tage zuvor

Dann setze ich mit der Pulle Alkohol jetzt auf den Spielplatz

Jason
20 Tage zuvor

Was ist los mit dem Rechtsstaat? Mir tut ua. die Verkäuferin leid. Das macht man doch nicht? Sowas abartiges!!!! Spinnen (auch) manche Bayern!!!! Es gehört noch viel mehr ungerechtes aufgedeckt und noch mehr protestiert , damit sie mit uns nicht alles machen können und Cannabis endlich mehr akzeptiert wird.

Zuletzt bearbeitet 20 Tage zuvor von Jason
Jason
20 Tage zuvor

Was ist los mit den Polizisten, mit den Politikern usw.? Spinnen ua.die Bayern? Das alles wegen Cannabis? Sollen sie sich eher um die harten Drogen in Bayern kümmern wie Crystal Meth usw. Cannabis hin und her, kümmert euch um die harten Drogen oder führt ihr euch bei Geschäften,wo Alkohol verkauft wird auch so auf!!!!!!Mir tut ua. die Verkäuferin leid. Das macht man doch nicht? Sowas abartiges!!!! Es gehört noch viel mehr ungerechtes aufgedeckt und noch mehr protestiert , damit sie mit uns nicht alles machen können und Cannabis endlich mehr akzeptiert wird.

Strawberry
19 Tage zuvor

Nee, bei dem Saft-Laden macht es schon Sinn °` Das ist ja Abzocke nach Ost-Europa …

AngryFrog
16 Tage zuvor

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die sowas in einer Shisha Bar nicht abziehen würden.