Montag, 20. Mai 2024

Spanische Polizei im Jagdfieber auf Cannabis-Schmuggler

Guardia Civil kapert vor der Küste von Huelva sechs Schmugglerboote – elf Tonnen Haschisch gehen über Bord

Cannabis
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Von Sadhu van Hemp

 

 

Bei aller Euphorie über die Cannabis-Teilfreigabe sollten sich die deutschen Hanffreunde weiterhin ins Bewusstsein rufen, dass das, was sie seit dem 1. April in kleinen Mengen legal besitzen dürfen, vorwiegend in großen Mengen illegal hergestellt bzw. importiert werden muss. Wer des Gärtnerns nicht mächtig ist oder schlicht keinen Bock auf Vereinsmeierei im Cannabis-Club hat, der bleibt auf den Haus- bzw. Straßendealer angewiesen, der Haschisch und Marihuana vom Grossisten bezieht und die Rauchware en détail illegal weiterverkauft.

 

Cannabis-Teilfreigabe hin oder her, in deutschen Landen werden sie nach wie vor benötigt, die vielen mutigen Menschen, die sich beruflich damit beschäftigen, Millionen Hänflinge mit dem zu versorgen, was legal nur überteuert mit ärztlicher Verschreibung in der Apotheke erhältlich ist. Deutschland braucht seine Cannabis-Grower, die im großen Stil den Hanf wachsen lassen; ebenso die vielen Haschischimporteure und unzähligen Kleindealer. Sie alle sind systemrelevant in einem Land, das den Besitz geringer Mengen zum Eigenkonsum erlaubt, den freien Handel aber unter hoher Strafandrohung verbietet.

 

Kurz gesagt, es hat sich seit dem 1. April nichts geändert. Weder in hiesigen Gefilden, noch in anderen europäischen Ländern. Dealer und Schmuggler sind wie eh und je Freiwild für die Strafverfolgungsbehörden, die immer mehr aufrüsten, um das unterbinden, was seit weit über einem halben Jahrhundert nicht zu unterbinden ist. Und so schaukelt sich das Katz- und Maus-Spiel zwischen dem illegalen Cannabis-Gewerbe und den Anti-Drogen-Kriegern der Polizei mehr und mehr auf – und das in einem beängstigen Maße, wenn beide Parteien vor nichts mehr zurückschrecken.

 

Besonders deutlich wird dieser Prohibitionswahnsinn in Andalusien, wo mächtige Drogenkartelle, die neben Haschisch auch Kokain im Sortiment haben, Staat und Gesellschaft vor Augen führen, dass sie für jede weitere Eskalationsstufe des Anti-Drogen-Krieges bestens gewappnet sind.

 

Und so geht die Jagd vor Gibraltar weiter, immer weiter und weiter. Nahezu wöchentlich vermelden die Polizeibehörden einen Big Bust. Letzte Woche erwischte es vor der Küste von Huelva gleich sechs Außenborder-Schlauchboote, die die Guardia Civil nach einer wilden Verfolgungsjagd aufbringen konnte. Während des Fluchtversuchs warfen die Schmuggler ihr kostbares Gut über Bord, bis sie sich schließlich den bis unter die Zähne bewaffneten Beamten widerstandslos ergaben.

293 Ballen Haschisch konnten wieder aus dem Meer gefischt werden, die ein Gesamtgewicht von 11.400 Kilogramm auf die Waage brachten.

 

Die andalusischen Drogenfahnder haben mit diesem Bust einen beachtlichen Erfolg erzielt, doch inwieweit er den Kohl fett macht, bleibt bis zur Jahresbilanz abzuwarten. 2022 konnte die Guardia Civil 163.739 Kilogramm Haschisch beschlagnahmen; 2023 waren es 166.313 Kilogramm – also lediglich drei Tonnen mehr. Demgegenüber stehen drei bis vier Tausend Tonnen Haschisch, die die Hanfbauern im Rif-Gebirge jährlich für den Export produzieren.

 

 

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4 Kommentare
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Rogg
1 Monat zuvor

Wären die Spanier nicht so borniert und UN hörig, könnten die ihre Wirtschaft massiv ankurbeln, wenn sie Haschisch und co legalisieren würden. Ein Zentrum, nein ein Mekka der Hanfliebhaber könnten die werden. So viel Licht, so viele Möglichkeiten auch draußen tolle Pflanzen zu kultivieren. Ein gigantischer Marktplatz für legale Hanferzeugnisse. Die könnten tausende Menschen in Arbeit bringen und die Wirtschaft so richtig ankurbeln. Plötzlich kommen nicht nur die notgeilen, sonnenhungrigen Säufer, sondern noch 100.000 de notgeile, hungrige Kiffer ins Land und lassen zusätzliches Geld da.
Doch soweit zu denken, scheint mir mit Frankreich und der UN bzw EU im Nacken, ziemlich absurd. Eigentlich schade…

Haschberg
1 Monat zuvor

Es ist ein Jammer, dass man das gute Cannabisharz, welches so wahnsinnig viele Vorteil für die Gesundheit bietet, noch immer nicht im Fachgeschäft kaufen kann. Stattdessen wird es von armseligen dummen Grenzschützern ins Meer gekippt. Dorthin müsste man mal ein paar Schiffsladungen dieses flüssigen Zellgiftes schütten, das so viele Menschen krank macht und tötet. Aber auf so eine vernünftige Idee kommen diese abgewichsten Prohibitionseuropäer wohl niemals. Lieber ruinieren sie die Gesundheit ihrer Bürger durch den Suff, an dem sie ja ordentlich verdienen. Der Krieg gegen den Hanf geht also volle Pulle weiter und wird noch sehr vielen Konsumenten massiven Ärger bereiten. Da bin ich mir mehr als sicher. Die Schwarzmärkte werden jedenfalls weiter blühen, um alle Hanfliebhaber genau mit dem… Weiterlesen »

jens
1 Monat zuvor

Man sollte hier nicht unbedingt die OK romantisieren. Es geht hier nicht um den kleinen Grower von nebenan der ein paar Pflanzen zieht, sondern um Mafiastrukturen die einfach nur die aktuelle Lage ausnutzen und Gewinne dadurch machen.
Allerdings gehören hierzu auch Erpressungen Morde Entführungen usw.

Ralf
14 Tage zuvor

@jens
Ich will dir mal zugute halten dass du nur wenig Ahnung von den Verhältnissen in Andalusien hast. Transporte im mehrere hundert Kilo Bereich sind dort noch lange keine Mafia, das ergibt sich schon alleine dadurch dass die Strafe für 5 Kilo (3 Jahre) fast genau die selbe ist wie die für 500Klo oder mehr (5 Jahre, die Höchststrafe).
Ich kenne selbst jemanden der vor zig Jahren am Transport von 600 Kilo über die Strasse von Gibraltar beteiligt war, der ist heute und war es fast immer, arm wie eine Kirchenmaus.