Samstag, 31. März 2018

Cannabisshops in Oregon halten sich strikt an den Jugendschutz

 

100 Prozent haben Test mit jungen Einkäufern bestanden.

 

Illustration: marker

 

Schon häufig wurden die Vorteile einer Cannabislegalisierung durch Studienergebnisse aus den fortschrittlicheren USA bekräftigt. Auch wenn Prohibitionsbefürworter die steigende Gefahr von Konsummissbrauch unter Minderjährigen hysterisch prognostizieren, stellen sich diese Folgen derzeit weitaus spürbarer in der verfehlten Verfolgungspolitik ein. In einem US-Bundesstaat, der Cannabis zu Genusszwecken für Erwachsene erlaubte, haben Jugendliche keine Chance mehr, über öffentliche Quellen an Marihuana zu gelangen, wie ein Kontrolltest offenbarte. Die Cannabisshops in Oregon halten sich strikt an den Jugendschutz, seitdem einige Regeln sowie Bußgeldbeträge angezogen wurden.

 

100 Prozent der 25 von der Oregon Liquor Control Commission mit jugendlichen Testeinkäufern geprüften Cannabisdispensaries in Oregon hielten sich in einer heimlich überwachten Verkaufssituation an die ausgemachten Regeln des Bundesstaates und verhinderten die Aushändigung von Marihuana an alle Personen unter 21 Jahren. Alle existierenden Abgabestellen in Oregon haben somit regelkonforme Arbeitsweisen. Nachdem im Dezember und Januar noch einige schwarze Schafe nicht richtig bei den Personalienchecks auf das Geburtsdatum achteten, hatte man die zu zahlenden Bußgeldbeträge stark angehoben sowie den Zeitraum verlängert, den ein Cannabisshop nach einem derartigen Vergehen geschlossen halten muss. So müsste sich ein Betreiber nun zwischen der Zahlung von 4,950 Dollar oder dem Schließen seines Shops für 30 Tage entscheiden, sollte ein Angestellter erstmalig Cannabis an erwachsen ausschauende Kids abgeben. Im Folgefall steigen die Strafen. Über ein Dutzend unaufmerksame Verkaufsangestellte waren noch im vergangenen Testdurchlauf im Januar durchgefallen, von denen dann sicherlich einige aufgrund des unverantwortlichen Handelns ihren Job verloren. Beim Alkoholverkauf, der im Gegensatz zu den 25 Cannabisverkaufsstellen nicht in der gesamten Kapazität überprüft werden konnte, wurden bei 78 Prozent der überprüften Händler keine Komplikationen mit den bestehenden Jugendschutzgesetzen festgestellt.

 

In Deutschland sagt dagegen die Zahl aus dem Jahr 2016 von 22.309 Alkoholmissbrauchspatienten im Alter zwischen zehn und zwanzig Jahren viel über das hierzulande geltende Jugendschutzverständnis von Spirituosenhändlern und Supermarktketten aus. „Im Vergleich zur Behandlungszahl des Jahres 2000 (ca. 9.500 Behandlungsfälle) entspricht dies einer Steigerung von 134,5 %“, verrät das DHS Jahrbuch Sucht 2018 über den Umgang mit unseren „traditionsreichen“ Rauschgetränken. In Oregon ist die Zahl von jugendlichen Cannabiskonsumenten seit der Legalisierung von Cannabis zu Vergnügungszwecken am 01. Oktober 2015 zumindest ziemlich stabil geblieben – ohne vergleichbare Quersummen aus der Krankenhausnotaufnahme.

Eine Antwort auf „Cannabisshops in Oregon halten sich strikt an den Jugendschutz

  1. COSMO

    Wie sieht es denn mir den Alkoholmissbrauchszahlen in Oregon oder in USA aus? Ansonsten macht diese Zahl hier keinen Sinn.

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