Sonntag, 4. März 2018

Anteil minderjähriger Marihuanakonsumenten in Niedersachsen stark gestiegen

 

Viel mehr kiffende Kids in Germany trotz Cannabisprohibition.

 

 

Die Gegner einer Cannabislegalisierung erwähnen immer recht emotionsbeladen in ihren Reden, dass die Auswirkung einer Wiedereinführung von legalem Hanf für die Jugend fatal wäre. Selbst die Debatte über eine Veränderung der nicht funktionierenden Drogenpolitik sorge laut manchem Befürworter der Prohibition bei Heranwachsenden schon alleine für steigenden Cannabiskonsum aufgrund der stattfindenden Verharmlosung.  Sogar der Verband von Kinder- und Jugendärzten hält es daher in der stark angeheizten Diskussion für sinnvoll, öffentlich zu bekunden, dass die Rauschsubstanzen der Hanfgewächse wegen ihrer Gefährlichkeit lieber weiterhin unter der Oberfläche der Gesellschaft in illegalen Verkaufsstellen gehandelt werden sollten, bevor neu geschaffene Gesetze von Kids in einer Postprohibition möglicherweise umgangen werden könnten – wie jetzt beim Alkohol. Dass der Anteil minderjähriger Marihuanakonsumenten in Niedersachsen stark gestiegen ist, obwohl der Zugang zu Marihuana nur über illegale Wege erreicht wird, zeigt jedoch erneut recht eindeutig, dass nur durch eine Verschiebung des Sektors in einen ausschließlich für Erwachsene zugänglichen Markt etwas verändert werden kann.

 

Obwohl sich die Quote der jugendlichen Kiffer in Niedersachsen in einem Zehnjahresvergleich mehr als verdoppelt hat – im Vergleich zu 2016 im Jahr 2017 bei den unter 14-Jährigen ein gehöriges Drittel Wachstum zu verzeichnen war – spricht sich auch der niedersächsische LKA-Präsident Uwe Kolmey gegen die Idee der Cannabislegalisierung aus, welche gesetzlich geregelte Anforderungen an Händler von Rauschmittel mit sich brächte – unter anderem Jugendschutzbestimmungen.
Die Freigabe von Marihuana für Erwachsene hätte die Signalwirkung, dass Cannabis harmlos wäre, und würde dazu wie eine Einladung zum Konsum in allen Kinderköpfen erklingen.  Den aktuellen Anstieg unter den minderjährigen Konsumenten schiebt Kolmey natürlich treffsicher auf die geführte Legalisierungsdebatte und weiß dazu als Landeskriminalamtspräsident die Tatsache nicht richtig einzuschätzen, warum trotz gleichbleibender Kontrollen seitens der Polizei immer mehr Marihuana in den Asservatenkammern landet. Der angestiegene Import nach Deutschland durch ausländische Banden gibt ihm nicht genügende Anhaltspunkte, die wirkungslos scheinende Verfolgungsstrategie anzuzweifeln, sondern bestärkt dagegen seine Annahme, dass die gleichen Akteure unter gesetzlichen Rahmenbedingungen ähnliche Bemühungen anstellen würden, um steuerliche Vorgabe und strenge Kontrollen zu umgehen. Eine Legalisierung sei aber ohnehin unnötig, denn sechs Gramm wären für den Eigenbedarf in Niedersachsen straffrei. Lösung für das Problem – keine.

 

Der dank der Prohibition stark angewachsene Markt an jugendlichen Kiffern in Niedersachsen verbunden mit der Kombinationsgabe des dortigen Kriminalamtspräsidenten wird – auch unter strengen Jugendschutzgesetzen eines regulierten Cannabismarktes – somit sicherlich als letzte vielversprechende Einnahmequelle von übrig gebliebenen Schwarzmarkthändlern wahrgenommen werden. Alles klar, Herr Kommissar?!

17 Antworten auf „Anteil minderjähriger Marihuanakonsumenten in Niedersachsen stark gestiegen

  1. Fred

    Und schon wieder ein Polizeipräsident. Und natürlich schon wieder jemand, der 70 Jahre Erfolglosigkeit schön redet und dran festhalten will. Immer schön mit dem Kopf gegen die Wand. Und hier Fred’s Tipp des Tages…. mehr Anlauf nehmen.

  2. Papa

    Wenn wir nach USA schauen gehen dort die Zahlen der minderjährigen Kiffer merklich zurück.
    Mit ist auch nicht klar warum jeder die FREIGRENZE VON 6 GRAMM anspricht, wenn du die einmal erwischt wurdest bist beim nächsten mal dran. Hahaha
    Es ist Fakt dass durch einen regulierten Markt die Jugend nicht mehr so leicht ran kommt. Beim Alkohol geht’s ja auch.

  3. Lars Rogg

    Die Gegner beweisen immer wieder aufs neue, dass die kiffenden Jugendlichen, trotz des kiffens, lernfähiger sind als so mancher Politiker oder Polizeipräsident. Ich bin zwar kein Befürworter von jugendlichem Alkohol- oder Drogenkonsum, aber bei solchen Vorbildern kann ich verstehen, dass sich die Jugend von heute abschießt. Jetzt musste die Gesellschaft wieder erleben, wie eine etablierte, starre und unfähige Partei wieder die Macht statt die Menschen gewählt hat. Auf unsere Arbeiterverräter ist halt verlass…Sich der Realität stellen ist wohl nix für Pseudosozen und alt gediente Drogenkrieger…Da kann man sich nur noch ins Koma kiffen…

  4. Tom

    Um es mit den Worten von Bart Simpson zu sagen, als Marge sich für sein neues Spiel begeisterte: „Wenn das Spiel erst mal mammifiziert ist machts keinen Spaß mehr“. Also relegalisiert das Hanf endlich und macht nicht so einen Bohei darum. Sicher, wie beim Alkohol auch wird es einige Ausrutscher geben, besonders zu Beginn. So ist nunmal die Jugend. Revoltieren gegen alles und jedes ist deren Pflicht. Das einzig sinnvolle was man machen kann, ist eine VERNÜNFTIGE Aufklärung und der offene Umgang mit dem Thema. Ein „Drogen sind schlimm, mkay.“ ist für die Jugendlichen jedenfalls der gespielte Witz schlechthin.

    Hmmm, weiß eigentlich jemand wie hoch die Zahl der hanfkonsumierenden Kinder und Jugendlichen war, bevor die Prohibition in Kraft trat? Vielleicht kommen wir ja wieder auf diese Zahl 😉

  5. Fred

    @Tom

    eine sehr gute Frage. Leider bekommst du noch nicht mal die aktuellen Zahlen. Selbst Schätzungen über die Gesamtzahl aller Kiffer gehen auseinander wie eine Schlucht. Von 1,2 Mio ( Offizielle Zahl der Bundesregierung) bis 2,8 Mio ( Hanfverband ) ist alles drin. Ziemlich verlässlich ist lediglich die Zahl derjenigen mit Behandlungsbedarf. 33.000 quer durch die Bevölkerung.

    Ich frage mich ernsthaft, wie man mit solch stark auseinander laufenden Schätzungen überhaupt eine ernsthafte Diskussion über die Gefährdung der Bevölkerung durch Cannabiskonsum führen kann.

    Fakt ist jedenfalls, das von den 33.000 Erkrankten ein grosser Teil ( genaue Zahlen gibt es nicht ) einen ausgeprägten Mischkonsum vorweist. Fakt ist ebenfalls, das annährend 60 % der Erkrankten aus den sogenannten “ Bildungsfernen oder Bildungsschwachen “ Bereichen unserer Gesellschaft kommen.

    Also, einer Gruppe die in unserer Gesellschaft eher eine Minderheit stellt. Und genau dort sollten unsere Moralapostel ansetzen. Schafft den Leuten Perspektiven und die Möglichkeit ein vernünftiges Leben zu führen, statt eine Politik weiterzuführen, die noch nie funktioniert hat.
    Und die Zahl der Erkrankten rauscht in den Keller.

  6. R. Maestro

    Jugendschutz!!!
    Eine Schande!!!!!!
    Eine gewisse Menge ist immer straffrei!
    GELOGEN!
    Jugendliche in vermeintlicher Sicherheit zu wiegen, das ist verlogen!
    Das ist kein Jugendschutz!!
    Futter für eine Ideologie, nicht mehr.
    Schändlich, dass der angebliche Jugendschutz zur Argumentation herangezogen wird.

  7. R. Maestro

    Ca, 5000 Euro an Kosten werden für eine Drogenbeauftragte fällig.
    Gehalt für die Fahrten zwischen Berlin usw, nicht eingerechnet.
    Leicht insgesamt noch einmal 5000 Euro.
    Für 39% Prozent an mehr Drogentoten, Respekt.
    Für mindestens 240000 Euro Gehalt, ein Anstieg um 39%?
    Das ist kein Erfolg!
    Schade, das ist keine sinnvolle Politik,
    das ist Versagen.

  8. R. Maestro

    Mortler schützt niemandem.
    Alle Kinder, Söhne, Töchter, bekommen keinen Schutz.
    Sie werden zu Verbrechern abgestempelt!
    Das Thema Jugendschutz, eine Fassade, mehr nicht.

  9. Der Realist ohne Kraut

    Hi Leute.

    Wir lesen und hören doch immer das Thema: Jugendschutz. Ich kann’s aber mittlerweile nicht mehr hören. Anstatt für den Schutz gesorgt wird, werden nur einseitige und stupid auswendig gelernte Phrasen wiederholt.

    Und das wird sich auch mit Sicherheit nicht ändern. Auch nicht, dass man’s Gras bald in Apotheken o.ä. kauft. Seid besser realistisch. Ich wünschte, es wäre anders, aber…

    Es gibt einfach zu viele, die gegeneinander arbeiten. Damit meine ich alle, die auch nur etwas Verstand haben. Leider mischen sich die Leute ohne auch sehr gerne mit ein.

    Ideologie, Nonsenz und unsere Politiker – eine kuriose Mischung. Mit gesetzlichen Bestimmungen, geregelten Verkaufszahlen für Konsumenten, erfolgreiche Aufklärung und vor allem einen nachvollziehbaren und ernstgemeinten Kinder- und Jugendschutz könnte man viel in Good-Old-Germany bewirken. Von Entlastung der Staatsgewalt und Steuereinnahmen mal ganz abgesehen.

    Da viele auch gerne den Alkohol als Vergleichsdroge zur Rate ziehen: es sterben täglich 40 Menschen an den Folgen des Missbrauchs. Kaufen kann man den Alkohol aber so ziemlich überall. Und das stört (eigentlich) keinen unserer ‚Bürgersprecher‘.

    Es wird wirklich Zeit für ein Umdenken. Aber bleibe da lieber realistisch und mache mir – zumindest für die nächsten vier Jahre – keine Hoffnungen.

  10. Manni

    Die Prohibition implementiert ein Verbot der Aufklärung in den Schulen. Pädagogen müsste es erlaubt sein, über das Thema offen zu sprechen, wenn bei Jugendlichen eine Aufklärung gewünscht ist.
    Solange das unmöglich ist, werden unsere Kids eben von anderen kiffenden Kids aufgeklärt und schmieren evt. ab. Die Dummheit unserer Drogenpolitik ist eben zum großen Teil auch Boshaftigkeit und die Führt zu anderen Zielen.

  11. Otto Normal

    „Achtung! FAKE NEWS!

    Kann gar nicht sein. Kiffen ist verboten!“
    @Klaus Klausmann

    Also…

    1. heißt das nicht mehr „FAKE NEWS“ sondern „alternative Fakten“
    2. ist Kiffen (also die Handlung selbst) nicht verboten.
    3. Nur alle vorbereitenden Handlungen für die straffreie Haupt-Tat des Cannabiskonsums sind strafbar. Also Beschaffung, Besitz usw.
    4. Leider nicht strafbar ist der Irrsinn ein solches Gesetz überhaupt zu verabschieden.
    5. Leider ebenfalls nicht strafbar ist die Verbreitung von Lügen (Neudeutsch: alternativen Fakten) zum Thema Cannabis
    6. Strafbar aber leider nicht nachweisbar ist die korrupte Verwicklung der Gesetzgebung und der Gerichtsbarkeit in das Cannabis-Bussiness.
    7. Komasaufen ist ebenfalls legal.

  12. Rainer Sikora

    Solange die da oben nichts bewegen,hoffe ich auf noch mehr junge Kiffer.

  13. Fred

    Unser neuer Innen und Heimatminister Horst Seehofer verkündete soeben, dass Marlene Mortler weiterhin Drogenbeauftragte der Regierung bleibt. Glückwunsch Deutschland. Es bleibt alles wie es ist.

  14. Ralf

    @Der Realist ohne Kraut
    Da viele auch gerne den Alkohol als Vergleichsdroge zur Rate ziehen: es sterben täglich 40 Menschen an den Folgen des Missbrauchs. Kaufen kann man den Alkohol aber so ziemlich überall. Und das stört (eigentlich) keinen unserer ‚Bürgersprecher‘.
    Deine Zahl ist bei weitem untertrieben denn die offizielle Zahl des Bundesgesundheitsministeriums eroben durch nachprüfbare Zahlen der Krankenkassen, ist 74 000 Alkoholtote pro Jahr, geteilt durch 365 kommt man auf ca. 200 Tote pro Tag. Ihr könnt Argumente bringen soviele ihr wollt, die mit der Waffengewalt lügen sie in den Mülleimer denn sie regieren dieWelt nach wie vor durch dieselbe brutale Gewalt wie immer und nichts kann sie stoppen außer Gewalt, wenn man sie aber anwendet ist man wie sie und das will ja ein richtiger echter Cannabisverehrer ausdrücklich nicht sein.

  15. Ralf

    Diesen jetzt Cannabis kennenden Jugendlichen kann man nur gratulieren, denn sie sind jetzt bestens gewappnet für das von Alkoholsucht geprägten Leben in Deutschland und haben jetzt, genau wie ich, ein Mittel auf der Hand, daß sie vor der, in D 200 mal täglich tödlichen, Alkoholkrankheit beschützt.

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