Freitag, 16. Februar 2018

Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd strikt gegen Legalisierungsgedanken

 

„Gesundheitsgefährdende Straftaten dürfen nicht legalisiert werden …“

 

 

Andre Schulz – der Bundesvorsitzende der Kriminalbeamten – scheint in einen Bienenkorb gestochen zu haben, als er erneut öffentlich für eine Beendigung des sinnfreien Cannabisverbotes in Deutschland warb. Bayerns Gesundheitsministerin wetterte sogleich gegen die vernünftigen Argumente des Kripomannes, sogenannte Fachexperten hielten sofort medial mit verrosteten Erkenntnissen über das gefährliche Marihuana die Angst auf angemessener Höhe und auch aus anderer Reihe der Polizei gab es Paroli gegen den geforderten Fortschritt in Sachen Bürgerrechte, Jugendschutz und Kriminalitätsbekämpfung. Da in Bayern die Uhren etwas anders ticken, gibt sich nun auch noch etwas verspätet der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd die Ehre und lässt via verfasster Pressemitteilung seine Sicht der Dinge erkennbar in nahe gelegenen Lokalwebseiten erscheinen. Nach Meinung von Robert Kopp – nicht Koch – sollten gesundheitsgefährdende Straftaten nicht legalisiert werden, weshalb legales Gras für den seit vierzig Jahren im Polizeiberuf tätigen Südbayern nicht in die Tüte kommt.

 

Allein die öffentliche und ideologisch geführte Diskussion über die Freigabe von Cannabis sei aus Sicht des Präsidenten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit dafür verantwortlich, dass sich zwischen 2015 und 2016 die Bereitschaft zum Führen eines Fahrzeugs unter Drogeneinfluss um über 46 Prozent erhöht habe. Drogentourismus wäre zudem eine Folge, die noch mehr fremde Menschen nach Deutschland locken würde, wenn Cannabis hierzulande in Geschäften unter sicheren Bedingungen und Qualitätskontrollen produziert wie verkauft werden würde, ist sich der seit vier Dekaden im Job tätige Polizist sicher. Natürlich wären selbst die Ergebnisse einer Entkriminalisierung fatal für alle Jugendlichen und Kinder, die nach Meinung Robert Kopps somit auf dem leicht zugänglichen Schwarzmarkt besser vor den gesundheitlichen Gefahren geschützt sein müssen.

 

Nicht das Ausbruchs-, sondern das vermehrte Entstehungsrisiko von Psychosen wäre bei zwingend steigenden Konsumentenzahlen unter jungen Menschen eine unausweichliche Folge – durch die neu auf dem Markt erschienene Droge mit einem mittlerweile verzehnfachten Wirkstoffgehalt – weshalb die derzeitige Kifferjagd im Umkehrschluss, trotz einer Verdopplung aufgefundenen Schwarzmarktmarihuanas zwischen 2015 und 2016, genügend Sinn ergäbe weiter geführt zu werden. Nur weil gesundheitsgefährdende Straftaten – also gewöhnlicher privater Cannabiskonsum – den überlasteten Sicherheitsbehörden eine Menge an Arbeit bereiten würden – die anderswo besser investiert wäre – dürfe man derartige Handlungen nicht erlauben; andere „Phänomene“ kosteten ebenso wertvolle Arbeitszeit der viel beschäftigten Polizei in Südbayern. Die dort agierende Gewerkschaft und deren Vorsitzender Michael Ertl stehen in allen Belangen dicht hinter ihrem Präsidenten, schließlich finden auch diese aktiven Polizisten, dass „legal kiffende Jugendliche oder gar Kinder“ ganz eindeutig „nicht in das Bild einer intakten Gesellschaft“ gehören, weshalb man sie wohl ganz einfach weiterhin dank des funktionslosen Jugendschutzes des Schwarzmarktes in steigender Anzahl lieber mit Blaulicht verfolgen möchte.

 

Es muss schließlich einen Grund geben, warum die meisten europäischen Länder dies ebenso gestalten und nicht dem gern von Befürwortern erwähnten „positiven Beispiel aus den Niederlanden“ folgen – schlussfolgert Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, treffsicher nach über vierzig Jahren offensichtlich häufig verschwendeter Polizeiarbeit.

16 Antworten auf „Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd strikt gegen Legalisierungsgedanken

  1. Fred

    53% der Mediziner sind für eine Legalisierung von Cannabis. Und erneut argumentiert ein Kriminalbeamter mit gesundheitlichen Gefahren.
    Das sagt wohl alles !

  2. OttoNormal

    „[…]dass „legal kiffende Jugendliche oder gar Kinder“ ganz eindeutig „nicht in das Bild einer intakten Gesellschaft“ gehören[…]“
    Das will ja auch niemand.

    Aber ebenso will niemand:
    legal tabakrauchende Jugendliche oder gar Kinder

    …und auch nicht:
    legal saufende Jugendliche oder gar Kinder

    …und auch nicht:
    legal blödsinnerzählende, ideologisch fanatisierte und radikalisierte Polizeipräsidenten denn diese sollen schließlich ein Vorbild sein.

  3. Papa

    Ist doch klar, wenn dies legalisiert wäre hätten die Damen und Herren keine Alternative mehr ihre Abzeichen so schnell zu bekommen wie wenn Sie auf Kiffer losgehen.
    Ich weiss auch nicht warum immer jeder die Erhöhung des THC Gehaltes anprangert. Ich bekomme Red nr. 4 mit über 24% THC und CBD1 <0,5 % und finde dass andere Sorten extremer sind. Z.b. penelope mit ca 11% THC aber höheren CBD1 Gehalt von über 7%.
    Es ist Nonsens zu behaupten dass ein hoher HTC Gehalt das ist was das WEED aus macht.
    Es ist die Kombination dieser Inhaltsstoffanteile die das WEED stark machen.

  4. Papa

    Ich glaube dass die Dmen und Herren angst haben dass die Polizis allle dicht sind und keinen Bock mehr haben jeden Scheiss zu verfolgen.

  5. COSMO

    „Legalisierung gesundheitsgefährdender Straftaten“
    Wer hat sich dass den ausgedacht. Konsum ist straffrei und Fremdgefährdung und Fremdschädigung zu recht strafbar.
    Kommt jetzt der Drogeriemarkt Betreiber, welcher mir die Rasierklingen zum ritzen verkauft hatte, ins Gefängnis?
    Alles Halbhirne eben…

  6. R. Maestro

    @Papa,
    genau meine Meinung.
    Jeder aufgegriffene Kiffer, Konsument, … . Ist eine aufgeklärte Straftat!
    Dann wird unsere Jugend für das berufliche Vorwärts- und Weiterkommen Anderer verheizt.
    Wenn wir SO weiter machen, wird die Zukunft aus immer mehr sog.“Verbrechern“ bestehen.
    Ich finde es beschämend, junge Menschen, mit der unverhältnismässigen gewaltigen Keule des BtMG zu knüppeln, eine gute Zukunft zu wünschen und zu sagen: „Mach was aus deinem Leben“.
    Der Begriff „Jugendschutz“ wird in letzter Zeit leider mehr und mehr missbraucht, bzw. instrumentalisiert!

    Vielleicht erreicht es den Status des Unwortes des Jahres 2018.

    Grüße, Robert aus Südbayern.

  7. Karli

    Immer dieses Gefasel a la „…ja aber die Kinder…“. Sind in Holland alle Kinder drogensüchtig? Die Holländer müssten nach Meinung einiger „Experten“ längst ausgestorben sein. Sind sie aber nicht.
    Wenn es Hanf schon vor 12000 Jahren gab warum existiert die Menschheit noch? Es dürfte doch nur noch einige Zombies geben, die wie Wahnsinnige nach noch immer stärkeren Drogen suchen müssten.

    Vielleicht sollte man mal an der Supermarktkasse darauf achten, was manche Eltern für ihre quengelnden Kinder kaufen. Lutscher zum Beispiel. Zucker und KÜNSTLICHE farbSTOFFE und KÜNSTLICHE aromaSTOFFE. Chemiedreck! Da schreit keiner „… ja aber die Kinder …“. (Dafür schreien die Kinder später, nämlich beim Zahnarzt.) Und der Lutscherstiel ist aus KUNSTSTOFF und fliegt dann in die Natur.

    Für Hanf gilt: Don’t Panic. It’s organic. 🙂

  8. Tom

    Man kann nur noch ungläubig den Kopf schütteln. Mein lieber Herr Polizeiverein. Lernen ist ein lebenslanger Vorgang, und wenn man schon deutlich feststellen kann dass man 40 Jahre auf dem Holzweg war, sollte doch irgendwann einmal die Erkenntnis einsetzen. Aber nein; da ist dann der Backfire-Effekt im Wege. Traurig.

    Kleiner Tipp, Herr Polizeipräsi. Wenn man sich im Wald verlaufen hat ist es blödsinnig auch noch anzufangen zu rennen. „Legalisierung gesundheitsgefährdender Straftaten“. Mannomann, das ist kein Strohalm mehr, sondern nur noch ein Spinnfaden. Man faßt es nicht. Kopfschüttelicon.

  9. Rainer Sikora

    Die Meinung eines sauberen,ehrlichen und anständigen Polizisten,der nur das Beste für alle will,hat leider hohes Gewicht und niemand denkt es könnte verkehrt sein,weil gewissermaßen ein Spezialfachexperte zuendegedacht hat.Selbst braucht man nicht mehr denken.Solange es solche Copköppe gibt,wird nichts besser.

  10. Weißwursterektion

    Ist das der Bulle von Tölz? Den fand ich schon immer cool. Was wird aus der Serie, wenn das Zeug legal ist? Leute, denkt doch mal nach!

  11. Lothar aus Augsburg

    Ich bin 60 Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang gehört, dass Cannabis ein Teufelszeug ist. Diese Lügen
    und unqualifizierten Äusserungen von Menschen,die nichts wissen aber eine „fundierte“ Meinung haben,
    haben mich mein ganzes Leben begleitet. Jetzt denke ich, dass die ganze Überzeugungsarbeit der vergangenen Jahre leider nichts gebracht haben, dumme Menschen glauben einfach, da helfen keine Fakten

  12. R. Maestro

    „Der Konsum wird ja nicht bestraft und was den Eigenbesitz betrifft, so ist der unter einer gewissen Menge immer straffrei“.
    Ein bekannter Satz, von wem wohl?

    Diese Aussage ist FALSCH, Frau Mortler!!!
    Es suggeriert, dass unter es gewissen Umständen ( Eigenbedarfsgrenze, usw.) folgenlos bleibt.
    NEIN!
    Man wiegt also Unerfahrene in Sicherheit und schlägt dann mit dem BtmG zu.
    Vorsicht!

    Worin liegen bitte die wahren Argumente?

    Dass die gängigsten Argumente und Lügen immer weniger Bestand haben, zeigt sich daran, dass diese immer fadenscheiniger werden.

  13. hoizhax

    Ich wohne in der Gegend, in der dieser …. das sagen hat,
    ihr könnt euch nicht vorstellen ….
    hier weis der Richter nicht mal …..
    hab ihm dann erklärt daß Gras wächst wenn man Samen in die Erde steckt
    er hat dann überlegt ob das Herstellung oder Zubereitung von Drogen is
    die Polizisten sind auch so gut informiert ….
    die wollen sich gar nicht informieren oder darüber was wissen
    HAUPTSACHE MAN KANN MIT JUGENDLICHEN STERNE SAMMELN!!!!
    SO EINE SCHEI………..!!!!!

  14. §

    Auf dem Schießplatz Bayern Süd ,gibt es keinen Alkoholtester , aber es gibt öfter mal ein Knalltrauma mit akustischen Halluzinationen . Seit der Pisa -Studie wissen alle ,aus welcher Gesselschaftsschicht der kleine Glückspilz von oben herab ,befiehlt . Zurück auf dem Teppich mit dem Präsidenten und die Armut , vor die Villen und Eigenheime .

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