Samstag, 26. Mai 2018

Cannabisfahrt bringt schlechte Propaganda

 

Tragischer Unfall als Schreckensmeldung.

 

Bild: Freeimages / Christian Kitazume

 

Schlechte Cannabispropaganda wurde am vergangenen Donnerstagabend durch einen unter Marihuanawirkung stehenden Autofahrer produziert, als dieser bei einem Auffahrunfall beteiligt war und für ein schwer verletztes Kind im Alter von elf Jahren sorgte. Sogleich stürzten sich die Landeszeitungen auf das tragische Ereignis, um von den Gefahren auf Deutschlands Straßen zu berichten, welche von bekifften Fahrzeugführern ausgehen. Eine Cannabisfahrt bringt schlechte Propaganda.

 

In Richtung Steinhagen hinter einem Audi A4 unterwegs, hatte der 57-jährige Nutzer eines VW-Lupo offensichtlich zu spät auf den verkehrsbedingten Bremsvorgang seines Vordermannes reagieren können, sodass er mit seinem Kleinwagen einen schweren Auffahrunfall verursachte. Dabei wurden alle drei Insassen des Audis verletzt; die auf den Rücksitzen mitfahrende Tochter des Fahrers im Alter von elf Jahren leider schwer. Ein Sachschaden von 18.000 Euro soll dazu noch entstanden sein, der nun wohl auch dem anschließend bei Drogentests positiv auf Cannabis ansprechenden Verursacher zulasten gelegt werden wird. Freiwillig soll dieser sich nach dem Unfall der Prüfung durch einen Schnelltest unterzogen haben, welcher eine Blutabnahme zur Folge hatte, die natürlich direkt den Führerschein kostete.

 

So sehr Trauer, Wut, Zweifel und Schmerz nun alle Beteiligten belasten mögen, und so sehr man von der Teilnahme im Straßenverkehr unter Rauschzuständen aus gewissen Verantwortungsgründen nur abraten kann, so wenig dürfte die Wirkung von Cannabis im tatsächlichen Zusammenhang mit allgemeinen Autounfällen stehen. Schon vor einem Jahr bestätigen Beobachtungen aus US-Bundesstaaten einen Rückgang von Autounfällen unter einer Gesetzgebung, welche Marihuana legalisierte. Jetzt folgten unterstützende Ergebnisse aus norwegisch/spanischer Wissenschaftskooperationsarbeit, welche sich mit dem medizinischen Einsatz auseinandersetzten. Untersucht wurde der Einfluss des THC:CBD Mundsprays Sativex auf die Fahrtüchtigkeit das Medikament nutzender MS-Patienten, wofür die Ergebnisse unterschiedlicher Fahreignungsuntersuchungen zum Thema studiert wurden. Herausgekommen ist dabei, dass kein Beweis für einen negativen Einfluss der Wirkstoffe auf das Fahrverhalten existiert. Die Mehrheit der Teilnehmer habe dagegen sogar von einer Verbesserung der eigenen Fahreigenschaften berichtet, nachdem die Behandlung mit dem Medikament aus Cannabis begonnen hatte, was jedoch auch mit der nützlichen Heilwirkung im Kontext stehen könnte. Anfügen müssen die Autoren der Analyse dazu daher, dass Cannabispatienten einen wesentlich geringeren THC-Wert im Blut aufzeigen als Genussraucher.

 

Letztere verlieren beim Produzieren von Unfällen ihren Führerschein sowie ihr reines Gewissen.

7 Antworten auf „Cannabisfahrt bringt schlechte Propaganda

  1. Lotus

    Sowas ist tragisch und unschön für alle beteiligten,
    hoffentlich werden alle wieder Gesund…
    ich bin selber der Meinung,man sollte nicht bzw. muß nicht unter Einfluss fahren,
    aber man muß auch fairerweise sagen,
    das dass ja nicht der einzige Unfall ist der im Straßenverkehr passiert,
    aber einer der wenigen unter THC Einfluss gerade im Vergleich zu Alkohol,
    rein Theoretisch kann es sein das der Unfallverursacher garnichtmehr breit war,
    da er am vorigen Tag geraucht hat ,aber immer noch positiv auf THC im Blut getestset wird,
    es wäre jetzt nicht fair den Fehler eines einzelnen auf alle umzumüntzen,
    bzw., zu behaupten Cannabis sei jetzt das Problem im Straßenverkehr,
    das glaube ich ehrlich gesagt nicht,
    ich denke es gibt auch noch ganz andere Problematische Substanzen mit denen Menschen heute rechtlich ungestört am Straßenverkehr teilnehmen dürfen ,z.B. Psychpharmaka bis hin zu Räuchermischungen etc.
    und allgemein gillt leider,
    Fehler und Unfälle passieren im Straßenverkehr,
    in dem Sinne wünsche ich alle ein gute und sichere Fahrt…

    Peacezeichengruß

  2. Rincewind

    Man sollte halt einfach das Autofahren verbieten, die Sache als solches ist ein zz gefährlicher Vorgang und es ist wohl grundsätzlich fast keiner im Zustand um sicher fahren zu können… Stress, Liebeskummer, Grippe usw. Usw..
    Und ja es passiert halt auch was beim fahren die checkens ja teilweise nicht mal mit dem einkaufswagen sicher unterwegs.

  3. Ewa

    Ich bin Patient und fahre immer auf THC.
    Ich fahre sicherer und auch nicht so schnell.
    Ebenfalls fahre ich vorrausschauender. Bei mir ist es mittlerweile soweit gekommen wenn jemand mit mir fährt fragen die mich immer ob ich vorher gekifft habe ubd wenn ich nix geraucht hab wollen meine Freunde garnichtmehr mit mir fahren weil ich sehr oft drängel was mir bekifft nie passiert.
    Mein Gott jetzt gab es ein Unfall mit THC, beim Autonomen fahren gab es schon mehrere dort hat aber keiner so laut geschrien…

  4. Rainer Sikora

    Ich würde niemals mitfahren,wenn der Fahrer Alk intus hat.Ein bekiffter Fahrer der immer bekifft fährt,macht mir keine Angst.Unfälle können natürlich immer passieren,aber diese für Prohibition zu nutzen finde ich fies.

  5. Otto Normal

    @Rincewind
    Wenn man alles was gefährlich ist aus der Welt haben möchte, müßte man die gesamte Menschheit vernichten. Denn die Entstehung der Menschheit an sich ist das Gefährlichste und Schädlichste was diesem wunderschönen Planeten jemals passieren konnte: Krieg, Atombomben, Umweltgifte, Plastikmüll ect.

    Auch wenn das Autofahren ganz verboten würde… bisher ist noch nie jemand 200 Jahre alt geworden… es sind immer alle Menschen irgendwann doch gestorben.

    Es gibt keine 100%tige Sicherheit. Das Leben an sich ist gefährlich und in jeder Sekunde vom Tode bedroht.

    Wenn der Unfallverursacher betrunken gewesen wäre hätte niemand drüber berichtet. Aber Cannabis ist immer eine reißerische Meldung wert. Was mich ebenfalls wundert: der Unfall geschah anscheinend innerhalb einer geschlossenen Ortschaft wo die höchstzulässige Geschwindigkeit 50 km/h beträgt. Bei dieser Geschwindigkeit gibt es normalerweise keine Schwerverletzten durch einen Auffahrunfall. Da müßten also noch weitere Faktoren im Spiel gewesen sein zb. überhöhte Geschwindigkeit, möglicherweise nicht angeschnallte Passagiere. Audi A4 und Lupo sind kleine Karren die kaum Schutz bieten aber trotzdem finde ich es merkwürdig das eine 11 Jährige auf der Rücksitzbank bei Tempo 50 angeblich schwer verletzt worden sein soll. Alles sehr dubios.

    Ich glaube das hier wieder einmal von den Schmierfinken der Lügenpresse bewußt die Wahrheit verdreht dargestellt wurde, wahrscheinlich sogar noch durch Unwahrheiten ergänzt.

    Wieviel „Fakenews“ die Lokalpresse täglich produziert erlebe ich regelmäßig in meiner Region.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.