Sonntag, 17. Mai 2015

1100 Cannabisten in Berlin, Ingolstadt, Siegen und Würzburg – Bilanz GMM15 Weekend III

gmmwue2015
Global Marjuana Marsch in Würzburg am 16.05.2015

von Emanuel Kotzian
An diesem Wochenende fand die dritte Welle, der deutschlandweit durchgeführten Global Marijuana Märsche (GMM) statt. Die meisten Städte demonstrierten bereits am ersten und zweiten Maiwochenende. Wir berichteten:

Wien toppt alle! Bilanz Weekend 1 GMM2015 vom 03.05.15

15 deutsche Städte marschieren für Cannabis vom 11.05.2015

 

Mit dem zweiten Wochenende hatte die Hauptwelle stattgefunden und so konnte auf einen kleinen Konzentrierungseffekt gehofft werden, da es dieses Wochenende nur noch vier  Veranstaltungen gab, welche auch noch räumlich miteinander nicht um Publikum konkurrierten. Jedoch eines nach dem anderen.

Bereits am Donnerstag, also dem offiziellen Himmelfahrtstag führte die Ingolstädter Cannabis Social Club Crew den GMM in ihrer Stadt durch. Normalerweise ist ja der als Vatertag gebrandmarkte Feiertag eigentlich ein von der Kirche errungenes Alkoholiker-Volksfest. Weil solche Feste in Bayern besonders penibel eingehalten werden ist es kein Zufall und aus der Sicht des (voreingenommen) Autors eine gute Idee dem Feiertag endlich durch Hanf und Cannabis wieder zu mehr Würde, Niveau und spiritueller Kraft zu verhelfen. Das fanden auch sehr respektable 140 Hanfisten und folgten dem gemütlichen Demoaufruf.

 

Drei am Samstag
Am Samstag den 16.05.15 erfolgten zu paralleler Zeit Märsche in Berlin, Würzburg und Siegen. Eine durchaus ansehnliche Anzahl von knapp 150 Demonstranten hat sich dabei in Siegen eingefunden, in welchem der GMM das erste Mal stattfand. Herzlichen Glückwunsch den Initiatoren. Für die hunderttausend Einwohnerstadt auf jeden Fall eine absolut neue Erfahrung und auffälliger als ein rosa Elefant. Die Wochenendkrone geht aber in die nur um 250.00 Einwohner größere Stadt Würzburg. Dort haben die Organisatoren, rund um die Cannabis Social Club Würzburg Crew, für die dortigen Verhältnisse wahnsinnige 500 Teilnehmer zusammen gebracht. Wer das beschauliche Würzburg mit seinem Überhang an Verwaltungsbeamten im mittleren Dienstalter kennt weiß: In Würzburg ist an diesem Wochenende eine Hanfbombe eingeschlagen!  Für alle zum hier nachschauen als Video – Herzlichen Glückwunsch nach Würzburg – ihr seid Motivation für uns alle!

 

Zu guter Letzt sei Berlin genannt.
Unter Aktivisten kursierten Gerüchte in Berlin solle es sich um die Zentrale Kundgebung der GMM-Kampagne handeln; dem war nicht so und dennoch ist natürlich eine politische Demo in Berlin immer eine zentrale Kundgebung, denn in Berlin spielt nun tatsächlich die zentrale politische Musik und wir freuen uns, dass die Hauptstadtpresse den Termin mehrfach aufgegriffen hat. Damit hat der GMM in Berlin seine Reichweite gesteigert. Noch interessanter und für die gesamte Szene positiv zu bewerten ist, dass sich mittlerweile Hauptstadtpolitiker gedrungen sehen zum Termin passende Statements abzugeben. Die Vorreiterrolle unternahm dabei der durchaus einflussreiche Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte Christian Hanke, SPD mit seinen Worten: „Das Cannabis-Verbot ist gescheitert“ und seiner Forderung nach Legalisierung. Recht hat er – so wie die vielen anderen PolitikerInnen, die auf den Cannabisexpress aufspringen. Herzlich willkommen – für jeden ist genug Gras da.

Dafür also einen Megarespekt an die Orga und die Helfer hinter der Bühne nach Berlin. Ein Wehrmutstropfen bleibt: Natürlich kann technisch betrachtet die Demo als solches mit 400 Teilnehmern keine Zentralveranstaltung sein und unterschreitet nach dem fulminanten letzten Jahr für Cannabis durchaus die Erwartungen an die Berliner Cannabiscommunity.

 

In diesem Sinne hoffen und freuen wir uns auf die definitive deutschlandweite Abschlussveranstaltung des diesjährigen GMM-Marathons am kommenden Wochenende in Plauen! Hier der Link für alle die noch Zeit haben in Plauen einen zu bauen 😉 – kommt einfach auf den Alten Markt um 15.00 Uhr! 

Toitoitoi

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3 Antworten auf „1100 Cannabisten in Berlin, Ingolstadt, Siegen und Würzburg – Bilanz GMM15 Weekend III

  1. Peter

    Ich weiß ja nich, warum in jedem Artikel immer auf den Alkoholkonsumenten rumgehackt wird. Ich kenne durchaus viele Kiffer, die sich gerne zwischendurch auch mal ein Bierchen genehmigen. Den Tenor, dass alle Alkoholkonsumenten ungebildete und prollige Spießer sind kann ich nicht mehr lesen. Es gibt durchaus Menschen, die mit ihrem Alkoholkonsum verantwortungsvoll umgehen können. Mit der Akzeptanz ist es dann bei der ach so toleranten Hanfszene dann nicht mehr soweit…

  2. Lars Rogg

    Danke, danke, danke…genau meine Meinung und nicht nur weil Bier brauen mein Hobby ist. Die Dosis macht das Gift…Paracelsus hat das schon früh erkannt. Wird Zeit das sich die ach so aufgeklärte Kiffergemeinschaft dessen bewust wird. Kontrollierter Alkoholkonsum kann genauso schön sein wie der kontrollierte Hanfkonsum- Fakt !!!

    Ansonsten bin ich nur mäßig überrascht, dass es nicht mehr Hanffreunde auf die Strassen geschafft haben. Wenn man schon wegen ein paar Hanfsamen Probleme bekommen kann, ist es nicht leicht sein Gesicht der filmenden Bullerei zu präsentieren…zur späteren Auswertung. Polizeistaat, ik hör dir trapsen…

  3. Jemand

    Auch das ist Substanzfaschismus! Ich habe meine Gründe keine „harten Drogen“ zu nehmen aber ich verurteile niemanden der es tut!
    Eigentlich sollte man meinen Hanfkonsumenten wären dadurch das sie selbst dieser Form der Diskriminierung leiden müssen gegen soetwas sensibilisiert aber dem ist leider (scheinbar) nicht so!
    Auf dauerbesoffenen randalierenden Freizeitalkoholikern kann man ruig bissl rumhacken die wissen schon warum sies verdient ham…aber nicht jeder der Alkohol trinkt ist ein solcher!
    In dem Punkt hat Mortler sogar recht! Bier Wein und andere Alkoholika sind Teil unserer Kultur und ein verantwortungsvoller Umgang damit sollte nicht verboten werden (das ist dann aber auch schon alles womit sie recht hat!)!

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