Samstag, 20. August 2022

Führerschein und Cannabis – Bald ein höherer Grenzwert?

Bild: Archiv Su

Führerschein und Cannabis – Bald ein höherer Grenzwert? Der aktuelle Grenzwert von 1,0ng/ml ist viel zu gering. Eine Anhebung wird gefordert.

In Goslar findet aktuell der 60. Deutsche Verkehrsgerichtstag statt. Dort debattieren Experten unter anderem über eine Erhöhung vom Grenzwert beim Fahren mit Cannabis. Wie sicherlich die meisten unserer Leser wissen, ist der Grenzwert von 1,0 Nanogramm pro Milliliter Blut lächerlich gering. Am Samstagabend wird gemütlich die Tüte angezündet und der Cannabisrausch endet ein paar Stunden später. Am Montagmorgen auf der Fahrt zur Arbeit gibt es eine Verkehrskontrolle der Polizei. Im anschließenden Drogentest wird dann immer noch ein THC-Gehalt von >1,0 ng/ml festgestellt. Dies bedeutet Führerscheinentzug und MPU. Dies ist absolut unverantwortlich und unverhältnismäßig Menschen den Führerschein zu entziehen obwohl sie faktisch nüchtern sind.  

Unfallforscher Siegfried Brockmann fordert eine Anpassung des Grenzwerts, er hält dabei 3 Nanogramm für adäquat: „Momentan haben wir eben keinen Grenzwert, sondern das Gesetz schreibt eben was zum Alkohol da rein – das ist diese 0,5 Promille-Grenze. Und dann sind alle anderen Drogen quasi in einem Topf und das bedeutet, sobald man sie nachweisen kann, gibt es ein Problem. Und das geht eben nicht, wenn man es legalisiert. Das würde ja de facto bedeuten, dass jemand, der – sagen wir mal – vor zwölf Stunden das gemacht hat, was erlaubt ist und sich dann ins Auto setzt, dann trotzdem bestraft würde.“

Ob und wie der Grenzwert angepasst wird, steht noch nicht fest. Wenn Deutschland aber seine Kredibilität nicht verlieren möchte, muss der Grenzwert angepasst werden. Da der Grenzwert nicht willkürlich sondern tatsächlich nach wissenschaftlichen Standards erfolgen muss. 

Ein Beitrag von Simon Hanf

3 Antworten auf „Führerschein und Cannabis – Bald ein höherer Grenzwert?

  1. Fred

    Grundsätzlich natürlich gut und auch folgerichtig, schon weil aus einem illegalen Stoff ein legaler werden soll.

    Nur Zweifel bleiben. Bereits 2015 empfahl der Verkehrsgerichtstag eine Erhöhung des Grenzwertes. Nur leider folgten die Gerichte – was sehr selten ist wie man liesst- dieser Empfehlung nicht. Die Begründung war die mangelnde wissenschaftliche Basis Keiner hat belegt, daß z.b 3 ng die Fahrtüchtigkeit nicht beeinflusst. Somit blieben die Gerichte bei der „sicheren “ 1 ng Grenze.

    Da es auch heute noch keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema gibt, liegt die Befürchtung nahe, das die Gerichte sich ähnlich wie 2015 verhalten. Also weiterhin Stocknüchternen Menschen ab 1 ng den Lappen schreddern.

    Um schnell Abhilfe zu schaffen, ist eine umgehende Entkriminalisierung ( mit der Legalisierung scheint es ja zu dauern) und eine zumindest vorläufige gesetzliche Festlegung der Fahruntauglichkeitsgrenze nötig. ( Bis die Wissenschaft so weit ist )

    Die Niederländer halten z.b 3 ng, die Kanadier 5 ng für vertretbar, und in dieser Richtung sollte sich diese Grenze in einem Gesetz wiederfinden.

    3 ng ist übrigens ein um den Faktor 19 verringerter Wert, wenn man die berühmt berüchtigte Maasstrichtstudie als Vergleich heranzieht. Man verabreichte den Probanden 25mg THC und stellte dann einen Höchstwert von 57 ng im Blut fest. Also, dicht mit 57 ng. Was ist da schon ein Wert von 3 ng.

  2. Heisenberg

    Im Blut ist besser als im Blutserum,aber das Doppelte wäre auch noch völlig in Ordnung.Von Kifferunfällen hört man nicht viel.Aber von Sufffahrten.

  3. Substi

    In meinen aktiven Zeiten biste Deinen Lappen schon losgeworden wenn Du nicht mal im Auto gesessen hast! Da reichte die Info der Pozilei bei der Führerscheinstelle, daß man etwas mit Drogen zu tun habe!

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