Montag, 9. Mai 2022

Duterte geht, der Krieg gegen Cannabis und Drogen bleibt

Wahlen auf den Philippinen: Ferdinand „Bongbong“ Marcos und Sara Duterte-Carpio stehen Gewehr bei Fuß, um in die blutgetränkten Fußstapfen ihrer Väter zu treten

War-On-Drugs-Tote-Cannabistote-Tod-Knochen-Hinrichtung
Foto: Su

Von Sadhu van Hemp

Als Rodrigo Duterte vor sechs Jahren als Präsident der Philippinen vereidigt wurde, versprach er der Bevölkerung, hunderttausend Drogendealer, Cannabis-Konsumenten und Suchtgiftabhängige hinrichten und in der Bucht von Manila versenken zu lassen – auf dass die Fische dick und fett würden.

Der fromme Katholik Duterte machte weitgehend ernst: Seit 2016 fielen schätzungsweise 30.000 Menschen der völlig entfesselten Lynchjustiz des War on Drugs zum Opfer – durchgeführt von Todesschwadronen der Milizen und ehrenamtlich mithelfenden Killerkommandos. Mehrere Zehntausend Drogenkonsumenten und kleine Dealer schmoren in der Hölle des philippinischen Strafvollzugs – und es werden immer mehr.

Die Verfassung der Philippinen verbietet Duterte eine weitere Amtszeit, so dass es ihm zu seinem Leidwesen vergönnt bleibt, sein Lebenswerk zu vollenden und das südostasiatische Inselreich im Stillen Ozean von Cannabis und anderen illegalen psychoaktiven Substanzen eigenhändig zu befreien.

Doch der 77-jährige Bluthund muss sich nicht grämen: Sein Töchterchen Sara Duterte-Carpio und das Söhnchen des Ex-Diktators Ferdinand Marcos greifen nach der Macht. Die Chancen stehen bestens, dass alles hübsch hässlich bleibt und Rodrigo Duterte seinen Krieg gegen Cannabis und Drogen bequem vom Schaukelstuhl aus fortsetzen kann. Schließlich ist der Präsidentschaftskandidat Ferdinand Marcos Junior sein politischer Ziehsohn und das Töchterchen aus gleichem Holz geschnitzt wie das Papachen. In Umfragen liegt das Duo mit 56 Prozent Stimmenanteil weit vor den Gegenkandidaten.

Für die Philippinos bedeutet der bevorstehende Wahlerfolg des Duterte/Marcos-Gespanns nichts Gutes, wenn nicht sogar Schlimmeres. Die künftige Regierung wird zum Erfüllungsgehilfen der Interessen zweier mächtiger und habgieriger Clans, die unisono Rodrigo Dutertes Motto folgen: „Vergesst Gesetze und Menschenrechte!“

Auch Ferdinand „Bongbong“ Marcos ist so einer, der als gut vernetzter Clan-Spross über allem steht und sich die Welt zurechtbiegt, wie sie ihm gefällt – ganz in der Tradition seines Vaters, der erst demokratisch gewählt wurde und dann von 1972 bis zu seiner gewaltsamen Entmachtung 1986 das Land diktatorisch regierte. Zehntausende Oppositionelle, Abweichler und Journalisten wurden während der Schreckensherrschaft des Marcos-Clans verhaftet oder ermordet.

Marcos Junior ficht das nicht an. Der 64-jährige Präsidentschaftskandidat ist stolz auf seinen 1989 im Exil verstorbenen Erzeuger: „Mein Vater ist der Staatsmann, er ist das politische Genie, er ist all das – er ist mein Idol.“

4 Antworten auf „Duterte geht, der Krieg gegen Cannabis und Drogen bleibt

  1. Ramon Dark

    Die bisherigen reaktionären phillipinischen Regimes sind immer mehr oder weniger von den USA unterstützt worden um dort einen günstigen militärischen Aussenposten und militärische Stellvertreter im geplanten Weltkriegsszenario gegenüber China zu besitzen. Da gibts natürlich dann keine Sanktionen zur Durchsetzung der Menschenrechte und des
    Völkerrechts. Es gilt überall die westliche Doppelmoral: Verbündete Schweine sind nämlich keine. Deswegen gibts da auch nie Wahlmanipultationen. Was bei den Phillipinen noch dazukommt ist, dass beim sogenannten „Krieg gegen die Drogen“ dort auch viele Unbeteiligte ohne Drogenbezug in den Knast wandern. So lieferten und liefern Bullen und Justiz für ihre Diktatoren noch besonders hohe Erfolgszahlen, die nicht der Realität entsprechen. Aber für die Akteure in den entsprechenden Behörden gibts dadurch natürlich Beförderungen und finanzielle Begünstigungen. Ist ähnlich z.B. dem US-freundlichen reaktionären Regierungslager in Kolumbien.

  2. Rainer

    Philippinen,ist das nicht ein beliebter Anlaufpunkt für deutsche Urlauber?

  3. Otto Normal

    Schade das der Massenmörder ganz friedlich in Rente gehen darf. Ich hätte mich gefreut wenn er einem Anschlag zum Opfer gefallen wäre. Aber vllt. kommt ja noch von irgendwoher eine Gewehrkugel, abgefeuert von einer Mutter eines seiner Opfer.

Schreibe einen Kommentar

Schnelles Login: