Sonntag, 30. Januar 2022

Wohnwagen voller Cannabis: Prozess startet

Zwei Angeklagte stehen wegen kuriosem Drogenschmuggels vor Gericht

Manchmal lohnt es sich, einfach die Hand aus dem Fenster zu halten und zu hoffen. Ein 67-jähriger Mann und eine 40-jährige Frau müssen sich vor dem Landgericht Hanau verantworten – ihnen wird der Schmuggel von 137 Kilogramm Cannabis vorgeworfen. In einem Wohnwagen sollen die beiden die Ware von Frankreich aus nach Deutschland transportiert haben.

Die 137 Kilogramm sollen laut Staatsanwaltschaft einen Gesamtwert von rund einer Million Euro haben – versteckt hätten die beiden das Hanf in der doppelten Dachverkleidung des Wohnwagens. Dabei wurde die Ware rein zufällig entdeckt: Der Mann hatte vergangenen Juli auf der A66 kurz vor Bad Orb auf dem Standstreifen angehalten. Dabei wurde der Wohnwagen von einem Lastwagen gestriffen; hierdurch wurde dieser so zerstört, dass das Cannabis, welches in Folienschläuchen verpackt war, auf der Fahrbahn verteilt. Die Autobahnpolizei wurde so auf das Cannabis aufmerksam – die beiden Fahrer der Caravan sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft.

Der Zufalls ist nach wie vor ein guter Gehilfe für die Polizei – immer wieder werden unglückliche Plantagenbetreiber oder schlichte Freizeitkiffer durch reine Schicksalswendungen erwischt. Gezielte Untersuchungen und Sitchproben liefern eher selten große Beute für die Polizei – so wie kürzlich auf der A280, auf der öfter Reisende auf dem Rückweg von Holland kontrolliert werden.

2 Antworten auf „Wohnwagen voller Cannabis: Prozess startet

  1. Haschberg

    Irgendwann in naher Zukunft, wenn die Legalisierung endlich Fuss gefasst hat und zu einem ganz gewöhnlichen Bestandteil unseres Lebens geworden ist, sollte man diese ganzen spektakulären Prohibitionsvorfälle sammeln und in einem Fachbuch veröffentlichen.
    So wissen die künftigen Generationen wenigstens, mit welch üblen Schikanen (bis zur Verhaftung an Ort und Stelle), eine ganze Bevölkerungsgruppe jahrzehntelang malträtiert wurde.
    Diese generalstabsmäßige Verfolgung hat eine wirklich lange Tradition. Schon in den 70ern war es üblich, im Rahmen von Kontrollen im deutschen Grenzbereich, bei denen man trotz Verdachts nicht fündig wurde, schon mal einen kleinen Krümel Hasch aus der Asservatenkammer zu plazieren, der dann den Anlass zu einer Hausdurchsuchung gab.
    Nicht selten führte diese dann doch noch zu einem Aufgriff. Falls nicht, wurde die Sache mit dem erwähnten Krümel Hasch wegen Geringfügigkeit eingestellt, bzw. erst gar nicht zur Anzeige gebracht.
    Die Prohibition ist wirklich eine hässliche Erfindung des 20. Jahrhunderts, die zu alledem klare faschistoide Züge beinhaltet, die es nun im aufgeklärten 21. Jahrhundert endgültig zu beenden gilt, da sie absolut nicht mehr zeitgemäß ist.

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