Donnerstag, 27. Juni 2019

CBD ist geil

Teil II des CBD-Anwendungsprotokolls


In der letzten Ausgabe veröffentlichte ich das medizinische Protokoll eines guten Freundes über seine Erfahrungen mit medizinischem THC, die dem alten Hasen, der dachte, er kenne schon alles, viele neue Ein- und Aussichten brachten. Unerwarteterweise traf das noch mehr auf seine Erlebnisse mit CBD zu:

So genau habe ich noch selten eine Gebrauchsanweisung gelesen wie die des Verdampfers! Das „Jugend forscht“ Fieber brach aus! Und der Gegenstand der Forschung ist ja auch kein übler, der – neudeutsch gesagt – Modus eigenes Versuchskaninchen zu sein, ist dabei besonders reizvoll.

Und kam auch schnell der erste frappante Widerspruch zur Erwartung: nicht auf etwas völlig Neues traf ich, sondern auf das alte Zentrale: etwas einatmen und relativ bald eine Wirkung spüren. Ob Tabak oder Dunst ist dabei zweitrangig. Die Grenze zwischen Medizin und Genuss verschwamm. Andererseits will das Inhalieren ja auch erst gelernt werden: nicht zu fest saugen, sich daran gewöhnen, nichts im Hals zu spüren bzw. nur am leichten Geschmack und nur bei genauem Hinsehen erkennbare zarte Wölkchen zu sehen, alles ganz neu und aufregend. 

Und das neue Ritual des Feinwiegens und Käpselchen-Füllens macht erstmal einen riesigen Spaß, vor allem die Herausforderung auf das Krümelchen genau 0,050 Gramm abzuwiegen, denn ich glaube das ist meine CBD Dosis, damit es nicht zu anregend wirkt.

Dann aber die zweite Überraschung: mein grippaler Infekt, vor allem die damit verbundene bleierne Müdigkeit und meine Bassstimme, waren über Nacht weg, wie weggeputzt; zwar nach einer sehr unruhigen Nacht, aber durchschlagend, auch Tatkraft und Energie waren zurückgekehrt. 

28.02.: ich begann morgens ganz unten, 0,010. Glaubte aber trotzdem, etwas zu spüren. Und zwar Verstärkung des durch das Öl erzeugten, aber nicht bewusst wahrgenommenen Gefühls, sowohl körperlich als auch in Form von Konzentration und Tatkraft. Mittags dann volle Kanone: 0,100, entsprechend stärkere Wahrnehmung, aber kaum unterscheidbar von der Abenddosis 0,050, die ich vorsichtshalber so ansetzte, weil diese Sorte ja hauptsächlich aus CBD besteht. Leider sehr schlechte Nacht, CBD typisch, aber wohl auch wegen des grippalen Infekts.

01.03.: ich versuchte morgens und abends Höchstdosis 0,100 plus abends Keks, um besser zu schlafen, was aber nicht klappte. Allerdings nach 3 Uhr nachts dann größerer Durchschlafblock. Tagsüber nach wie vor in Bezug auf Prostata/Blase alles bestens, fast wie normal. Insgesamt auch eine -neue!- Gelassenheit bei mir, die Gewissheit, dass das alles nur relativ ist. 

02.03.: Nur einmal mittags Höchstdosis von 0,100 und abends Keks zum Schlafen, was ziemlich gut klappte, nur zweimal raus. Da das aber keine Dauerlösung sein kann, am

03.03.: nur einmal mittags 0.050 und abends kein Keks. 

04.03.: dann doch Keks … aber nach den Tropfen am Morgen, am Nachmittag dann 0.05 CBD Blüten. Sofort wieder eine Wirkung – die aber nur schwer beschreibbar ist. Deshalb machte ich den REWE »Realität«stest: wie fühlt sich das an, dieses zwischen den Regalen stehen, dieses sinnlose Zeugs da zu sehen, diese dämliche leise Musik im Hintergrund zu hören, dieser real existierende allesnurprofit Wahn, der die Menschen, die von ihm abhängig sind, so ratlos dastehen lässt, mit ihren Einkaufszetteln in der Hand. Verlangsamung, erhöhte Aufmerksamkeit, ein wertfreier Zustand, weder gut noch schlecht, dafür intensiv vorhanden, interesseloses Wohlgefallen, ein Hauch von LSD: einfach alles, wirklich alles, egal was einem begegnet, mit höchster Genauigkeit, Sorgfalt und Hingabe auszukosten, ob es sich um Zwiebel schneiden oder Menschen zwischen den Regalen beobachten handelt, oder – und so weiter. Zunächst vollkommen wertfrei allein die Existenz feststellen und genauer untersuchen. Der Rest kommt schnell von alleine.

Das scheint im Ansatz dieses CBD haltige Gras bei mir auszulösen, zu erinnern. Also eine bestimmte Haltung zu erzeugen bzw. eine vorhandene zu stärken. Schon auch ein wenig körperlich, aber vor allem im Kopf. Es macht mich zwar wach, aber ich fahre, zumindest im Tempo, runter. Komme auf gute Gedanken, aber ohne gleich in Euphorie darüber auszubrechen. Hat geradezu was Nüchternes, aber eben bewusstseinserweitert, seiner selbst bewusst. Kochen geht gut in diesem Zustand, lustvoll genau den Überblick zu behalten, damit das Stück optimal genau gegart ist:

CBD vertritt, habe ich mehr und mehr den Eindruck, das Realitätsprinzip innerhalb des Cannabis. Wenn man dann mit Hilfe dieser genau definierten Sorten sich genau soviel »Realitätsprinzip« holen kann, wie man jeweils braucht, ist das ja optimal.

05-03.: morgens nur 3 THC Tropfen, mittags 0.05 CBD Blüten. Die drei »k« des CBD: es macht mich kommunikativer, konzentrierter und konsequenter: nach sechs Stunden  harter körperlicher Arbeit (verschimmelte Silikondichtungen an sämtlichen Fenstern und Türen und im Bad entfernen, was Kraft und 100 Genauigkeit erfordert), geriet ich kurz in Versuchung, mir nicht, wie geplant Rösti zu braten, sondern schnell eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu werfen, blieb aber ganz klar bei 45 Minuten Rösti. Überhaupt habe ich den Eindruck, auch durch die CBD erzeugte Verlangsamung, die mit erhöhter Reflexion einhergeht, dass ich stärker gegen Verführungen gefeit bin, z.B. beim Einkaufen: normalerweise wäre ich dem Angebot des neuen superdünnen, original elsässischen etc. Flammkuchen erlegen, mit erhöhter CBD Aufmerksamkeit sage ich mir: ist doch nur Weißmehl, Schweinefleisch und Salz, das muss schon jemand mir Vertrautes zuhause mit Liebe gebacken haben, damit ich diese Sünde begehe. Dieses konsequente bis zum Ende Denken geht bis ins politische: wieso soll ich auf eine Demo gegen Missstand/Symptom XY gehen, solange die kollektive Geisteskrankheit, das unproduktivste auf der Welt, nämlich Geld könne sich selbst vermehren, mit derer Hilfe Börsen, Aktien und Zinsen das Projekt Menschheit in den Sand setzen, solange dieser tabuisierte und für ein Naturgesetz gehaltene Blödsinn nicht auch nur angekratzt wird (aber dieses bitte grundsätzlich)? Meine zwar aus LSD und THC geborene Devise: »Man kann die Welt nicht ändern, aber man kann etwas dafür tun, dass sie sich ändert«, nämlich das Denken ändern (erweitern) feiert mit CBD fröhliche Urständ.

06.03.: den ganzen Tag keine Lust, Öl oder Blüten zu nehmen. Leichter Konzentrations – und Gedächtnisabfall. Eigentlich wollte ich das inklusive Nacht durchziehen – jetzt kam aber der Anruf der Apotheke, dass die Orange-Blüten da sind. Also konnten sie insofern optimal getestet werden, als ich nichts anderes genommen hatte. 

07.03.: deshalb kann ich auch über die Nacht nichts verbindliches sagen, weil ich zwar nicht oft aufwachte, aber danach derart husten, dass ich lange nicht mehr einschlafen konnte. Deswegen inhalierte ich an diesem Tag gar nichts und nahm abends nur einen Keks, der aber mitten in der Nacht bremste, so dass ich 0,05 THC inhalierte – und es tatsächlich sofort wieder lief!!! Das kann zwar kein Dauerzustand sein, aber hat als ultima ratio zumindest dieses eine Mal geklappt. Ich werde das auch mit 0,03 THC probieren. Wenn sich das wirklich als ein sicherer Harnlaufblockadelöser erweisen würde, wäre das sensationell. Deshalb glaube ich selbst noch nicht ganz dran, sondern muss es erst noch mehr empirisch verifizieren; außerdem glaube ich, dass es nur dann funktioniert, wenn ich abends meinen CBD Tropfen genommen habe, also es gehören auch da wieder die beiden Elemente zusammen und die Kunst ist, herauszufinden, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen müssen.

08.03.: immerhin konnte ich mittags hustenfrei 0,05 CBD Blüten inhalieren, die eindeutig auch den Hustenreiz stillen konnten. Abends nahm ich zum Schlafen wieder einen Keks, bekam aber nachts einen derartigen Hustenanfall, dass ich außer Hustensaft und heißer Zitrone einfach mal 0,05 THC Blüten (Orange Nr.1) probierte: Husten weg und durchgeschlafen bis morgens!!! 

09.03.: deshalb morgens gleich CBD inhaliert, will aber auch wegen des Hustens nicht zu früh jubeln, der leider die Ergebnisse dieser Testphase beeinträchtigt. 

10.-12.03.: in diesen Tagen habe ich ein wenig herumexperimentiert: Beim Nullsummentag wurde zwar leicht verminderten Elan gespürt (was auch an der Erkältung liegen kann), aber abends konnte ich problemlos einschlafen. Tags drauf dann CBD Tropfen und CBD Blüten – abends dafür 6 THC Tropfen und weil ich Ärger hatte, 0,1 THC Blüten, was bestens funktioniert hatte. Dabei zum zweiten Mal Probleme, aber durch Inhalieren von 0.05 THC unmittelbar – in meiner Skala ausgedrückt – von 3-4 auf 2 runterbekommen! Wenn sich das noch öfters bestätigen sollte und die Dosis noch auf 0,03 reduziert werden könnte und das über längere Zeit funktioniert, wäre damit das Anti-Harnverhaltmittel par excellence gefunden, aber ich möchte nicht zu früh Hurra schreien. Und es muss Noteinsatz sein, nicht Dauerlösung. Tagsüber nehme ich ab jetzt zwar weiter morgens die drei CBD Tropfen, aber nur 2 THC Tropfen. Wenn mein 0,05 CBD Blütenvorrat zu Ende ist, werde ich mal 8 0,1 CBD Blüten vorbereiten. Ziel ist, dass es den ganzen Tag so gut läuft wie morgens, wann es ja immer so normal wie vor 20 Jahren läuft, was tagsüber aber zurückgeht, die Skala von 2 wieder auf 3 oder 3-4 hochgeht. Aus Angst vor Schlafproblemen habe ich in der letzten Zeit oft abends dann doch noch THC Blüten inhaliert. Wenn ich aber das THC Öl auf 2 morgens und 6 abends umstelle, ist die Gefahr nicht so groß und ich werde es drauf ankommen lassen; sollte ich dann ums Verrecken nicht einschlafen können, kann ich ja immer noch zum THC Blüten Notnagel zurückgreifen, möglichst auf 0,03 reduziert. Aber wenn dieses Ziel erreicht werden sollte und wenn es über längere Zeit sozusagen empirisch überprüft dabei bliebe, wäre das ein sensationeller Sieg über das Prostata/Blasenproblem ohne Operation. Also es wird noch eine Zeitlang dauern, bis das alles geklärt ist, aber Weg und Ziel sind klar.

Insgesamt habe ich mehr und mehr den Eindruck, dass für eine Dauerlösung nach diesen ganzen Testphasen das Öl wesentlich geeigneter ist als die Blüten. Vor allem das THC Öl kann ich ja je nach Tagesanforderungen tagsüber mehr oder weniger einnehmen: gegenüber den Blüten hat es den Vorteil, dass es zwar wirkt, aber fast unmerklich, nur gelegentlich bewusst wird. Die Blüten bzw. das Inhalieren mit seiner unmittelbar spürbaren Wirkung ist zu nah am Genussmittel (gegen das ich ja nichts habe, nur alles zu seiner Zeit …), aber die schnelle Wirkung macht es dafür geeignet als Interventionsmittel, wenn es Probleme gibt. 

Grob gesagt zusammengefasst: 

– tagsüber mit CBD Öl (und Blüte bei Bedarf, wenn es nicht läuft) auf Status quo ante Prostatavergrösserung kommen und 

– nachts mit THC Blüten intervenieren, wenn es nötig erscheint; nachts ist es auf jeden Fall immer schwieriger, aber da hatte ich auch schon Phasen, in denen ich zwar ab und zu raus musste, aber es dann ganz schnell ging und ich sofort wieder einschlafen konnte; da will ich wieder hin und dabei möglichst nur noch 1 bis 2 Mal pro Nacht.

13.3.: hat trotz CBD ohne THC mit dem Schlafen geklappt. Allerdings abends 6 Dronabinol Tropfen, die werde ich heute auf 4 reduzieren; morgens 2.

14.3.: Klappt bestens auch mit 4 Tropfen abends, und was das Wichtigste ist: inklusive Träumen! Ich denke, damit können wir die Testphase abschließen? Mein Vorschlag für den Dauerzustand sieht folgendermaßen aus:

– CBD ÖL: 3 morgens, 1 abends

– THC ÖL: 2 morgens, 4 abends

– CBD Blüten (Bedrolite): 3 x 0,05 

– THC Blüten (Orange Nr. 1): nur bei Bedarf in drei Fällen: 1. bei Harnflussproblemen, 2. bei Einschlafproblemen, 3. bei Unruhe oder Ärger zur Beruhigung, soweit ich es mir tagsüber leisten kann. 

Alles zusammen, um in zwei Jahren beim Prostata MRT den Wert weiter zu senken!!!

Soweit der Bericht. Im Gespräch erfuhr ich noch einige Folgeschlüsse, die allerdings weniger mit dem Medikament Cannabis, dafür umso mehr mit dem Genussmittel zu tun haben… Zusammengefasst würde ich das in meinen Worten folgendermaßen ausdrücken:

Man hat bei CBD nicht das Feeling von THC, aber die Gedanken. Man fliegt nicht mit dem Körper, aber mit dem Geist. Man hat nicht das angenehme Rieseln in den Venen, in den Muskeln, im Bauch, aber im Kopf. CBD macht gute Laune. Nicht fiebrig high, aber mit vollem Überblick. CBD macht gelassen, es erzeugt einen freundlichen Ausblick, nachsichtig gegenüber anderen, stets kurz vor einem Lachanfall. CBD macht geduldig. CBD turnt unmerklich. Je weniger man sich seiner Wirkung bewusst ist, desto mehr tut sie. Nicht darauf achten, auf keine Wirkung warten, nicht daran denken – dann kommts.

Im Zusammenklang mit THC ist CBD mit Sicherheit der inspirierende Anteil, also je stärker das THC wirkt, desto höher sollte der CBD Anteil sein, und die Gedanken purzeln nur noch so vom Himmel.

Was den optimalen Kick betrifft, geht es es um die richtige Mischung von CBD und THC, um das richtige Verhältnis. Man kann nämlich mit dem gezielten Einsatz von CBD das THC Ergebnis hochjagen! Man mische in stark THC haltiges Gras die richtige Menge CBD – welches Verhältnis man durch ausgiebige Tests so angenehm wie erfolgreich rauskriegen kann – und ist daraufhin zwar voll stoned, behält aber genauso voll – im doppelten Wortsinne! – den Überblick. 

Noch ein Grund mehr für die verfickte Kotzlegalisierung! Denn so genau definierten Cannabis – z.B. eine Sorte mit 18 % THC und 2% CBD und eine andere mit 15% CBD, aber nur 2 % THC – gibt es bislang nur in der Apotheke und nicht bei Reweedekarossmannmüllerdmaldilidlnormanetto etc.

Wird aber wirklich langsam Zeit!

Ein Artikel von Christof Wackernagel

3 Antworten auf „CBD ist geil

  1. R. Maestro

    CBD ist geil,
    Vielfach auch HEIL.
    Da liegt das Problem. Einer pharmaorientierten Politik ist es zuwider.
    Wir nur Nummern.
    Auf dem letzten Weg wird nachgetreten (z. B.Chemo), im Angesicht des Todes, wird diesem nachgeholfen.
    Sarkasmus: Natürlich im Sinne des Betroffenen, die Onkologie ist ja für aller Leben da.
    lol, rofl !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Scheiß Mördertrupp und seine Lakaien.
    Respektive, Polizei.
    Konkreter, Söldner!

  2. Ralf

    @R. Maestro
    Noch konkreter: Geistig im Mittelalter zurückgebliebene Inquisitions-Schergen.

  3. R. Maestro

    Wir haben kein Drogenproblem!
    Die Schwierigkeit liegt darin Zipfelklatschern wie Anslinger und Mortler eine Daseinsberechtigung zu geben!
    Tausende an Steuergeldern, für nutzlose Nullen!
    Respektive BULLEN.

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