Mittwoch, 2. Januar 2019

Wirkstoffgehalt in Cannabis soll sich verdoppelt haben

Zwischen 2006 und 2016 ein hoher Anstieg bei Preis und Potenz feststellbar.



Schon der Reitox-Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht vermittelte die Tatsachen, dass Cannabis seit geraumer Zeit im Gegensatz zu allen anderen Drogen auf dem Markt einen spürbaren Preisanstieg erlebt. Auch sprach der Bericht aus Deutschland von steigenden THC-Werten im beschlagnahmten Schwarzmarktmarihuana, was gewissen Personen sicherlich bedrohlich erscheint. Nun hat eine Studie der University of Bath und des King’s College London erstmalig die europaweit gültigen Umstände betrachtet und ein ähnliches Ergebnis zutage gebracht. Der Wirkstoffgehalt in Cannabis soll sich verdoppelt haben, während die Preise für das illegal gehandelte Naturprodukt in einem Abstand von zehn Jahren ebenfalls in die Höhe schnellten.


Gesammelte Daten aus 28 EU-Mitgliedsstaaten – sowie Daten aus Norwegen und der Türkei – welche den vergangenen Zeitraum von 2006 bis 2016 abdecken, studierte ein Forscherteam der beiden englischen Universitäten, um erstmals einen wissenschaftlichen Überblick über die Veränderungen auf den europäischen Cannabismarkt zu erhalten. Dabei stellten die beteiligten Personen fest, dass sich der Wirkstoffgehalt in Cannabisknospen und gepressten Hanfharzen in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt hat und auch die Preisgestaltung an die veränderte Nachfrage sowie an die verbesserte Qualität angepasst worden ist. So hat Haschisch im Jahr 2006 bei polizeilichen Kontrollen noch ungefähr acht Prozent THC-Gehalt vorweisen können, während 2016 in der Regel über 17 Prozent des berauschenden Wirkstoffs in dem Hanfprodukt vorhanden gewesen sein soll. Bei Cannabisknospen soll der Wert im selben Zeitraum von fünf Prozent auf über zehn Prozent gestiegen sein. Dazu erhöhte sich der Handelspreis von 7,36 Euro auf 12,22 Euro pro verkauftem Gramm Schwarzmarktmarihuana. Haschisch hingegen stieg von einem Preis von 8,21 auf 12,27 Euro innerhalb des genannten Zehnjahreszeitraums. Hier sei die Potenz der Ware somit stärker angehoben worden als ihr Preis, was Konsumenten einen Vorteil brächte: für weniger Geld gäbe es schließlich mehr THC in einem besseren Produkt. Befürchtungen, dass von den modernen Zuchtpflanzen aus Europa und Marokko höhere Gefahren für die Konsumenten ausgehen, keimen bei den Forschern jedoch ebenso, da oft der beruhigende CBD-Anteil bei dem potenten Rauschhanf in den Hintergrund gedrängt werden würde. CBD könne aber nach Ansicht der Wissenschaftler „einige Schäden des THC ausgleichen“, welches die sich nicht an die steigenden Wirkstoffgehalte anpassenden Konsumenten aktuell besonders intensiv inhalierten. Die am 29.12.2018 im Gesundheitsjournal Addiction veröffentlichte Studie warnt daher auch vor den erhöhten Risiken, nach Cannabiskonsum Angstzustände oder psychoseähnliche Situationen erleben zu können. Der daran hauptsächlich beteiligte Dr. Tom Freeman weist aber ebenfalls darauf hin, dass eine ernst gemeinte Regulierung des bislang illegalen Marktes zum Wohle der Nutzer zwingend einzuhaltende Bestimmungen für ausreichend austarierte Wirkstoffmengen durchsetzen könne.


Dass der via chemischer Analyse ermittelte THC- beziehungsweise CBD-Wert nach modernen Forschungsergebnissen über die Potenz von Marihuana aber tatsächlich wenig Aussagekraft besitzen könnte, bleibt in den neusten gewonnenen Erkenntnissen über den sich verändernden Cannabismarkt Europas gänzlich unerwähnt.

11 Antworten auf „Wirkstoffgehalt in Cannabis soll sich verdoppelt haben

  1. Harald

    Na und? In den Supermärkten stehen im Regal Schnapssorten mit 33% Alkohol aber auch Rum mit 75% Alkohol oder mehr. Jeder nutzt das, was zu ihm passt!!! Mich würde aber mal interessieren welchen Reinheitsgrad das Kokain hatte, welches, bei Wischproben, auf so gut wie allen Toiletten des Bundestages gefunden wurde? Anderen Vorschriften machen wollen, aber selbst die großen Koksnasen! Da kann man nur sagen Wasser predigen, aber selbst Wein saufen, bis zum Umfallen!!! Was für armselige Figuren!!!

  2. Der Realist ohne Kraut

    Wie der Vorschreiber schon anmerkte, finden sich unzählige hochprozentige Alkoholsorten in ALLEN Läden, so Wie Kiosks und, was mich am meisten erstaunt auch Tankstellen… aber das bleibt des Deutschen Volksgut und ist somit etabliert!

    Dass das Cannabis höhere Dosen erfährt, kann ich nur positiv betrachten. Somit braucht ein jeder Konsument weniger zu sich zu nehmen, als es bei einem ‚Unkraut‘ mit wenig Gehalt wäre.

  3. Otto Normal

    Ideal wäre es man bekäme das THC ganz ohne die Pflanzenteile als Extrakt, so würde ein Tropfen in einem Vapo genügen und man müßte nicht 10 min. lang giftige Schwelbrandgase einatmen um sich zu entspannen.

    Je stärker das Kraut desto besser.

  4. G. Z.

    Ja das ist doch eine normale Entwicklung.
    Was ist während der Alkoholprohibition passiert? Genau es gab NUR noch hochprozentiges, um möglichst viel der verbotenen Substanz in möglichst kleinem Raum zu transportieren, um dadurch den Gewinn zu maximieren.
    Der ansteigende Wirkstoffgehalt ist eher ein Argument zur Freigabe als für das Verbot.
    Genauso wie die meisten Menschen keinen hochprozentigen Alkohol wollen, wäre vielen dieser Menschen bestimmt ein niedrigeres THC level und CBD ausgleich wesentlich lieber wenn sie die Wahl hätten, was auch die Probleme minimieren würde.

  5. greenness

    Soso. Jetzt hat sich der Wirkstoffgehalt also schon wieder verdoppelt!?
    Es ist interessant zu beobachten. Immer, wenn die Diskussion aufkommt, ob Cannabis reguliert abgegeben werden soll, geht ein Gekreische los, daß das aktuelle Cannabis noch gehaltvoller und damit gefährlicher sein soll als das Vorhergehende.

    Mal die Frage: War in dem Todescannabis der 50/60er Jahre (wegen dem damals Cannabis ja überhaupt verboten wurde) überhaupt in nennenswerter Menge THC enthalten? So oft, wie in den letzten Jahrzehnten der Wirkstoffgehalt förmlich explodiert ist, müßte das heutige Cannabis demzufolge ja beinahe nur noch aus THC bestehen, wenn man annimmt, daß das Cannabis damals einen spürbaren Gehalt hatte!? –

    Dieser Diskussionsfaden geht außerdem völlig ins Leere. Zum Einen wurde bei den verglichenen Meßungen nicht sichergestellt, daß das gleiche standardisierte Meßverfahren verwendet wurde. Zum Anderen steht überhaupt nicht fest, ob eine höhere Gesamtwirkstoffkonzentration überhaupt höhere Gefahren birgt.
    Man stelle sich den typischen Problemkonsumenten vor. Psychisch vorgeschädigt (vernachlässigt, traumatisiert), antrieblos, unmotiviert und gleichgültig. Ich halte es für fraglich, ob solche Leute von täglichen 5-10g Cannabis mit mittlerer Qualität weniger geschädigt werden, als von 3-6g Cannabis mit hoher Qualität.

    Wo wir gerade dabei sind: Man kann sich auch gleich noch überlegen, wie man solchen Extremkonsumenten besser helfen kann.
    a) Gewalt, Polizei, Hausdurchsuchung, Anzeige, Führerscheinentzug, Zero Toleranz, gesellschaftliche Ächtung
    b) Verständnis, Unterstützung, Beratungstellen, Integration, Konsum akzeptierend und auf Reduktion hinarbeitend

    Es ist mir unverständlich, wie es überhaupt Leute geben kann, die ernsthaft denken, daß man Suchtprobleme durch Gewalt lösen kann. Laßt uns doch allen Cannabiskonsumenten die Hände abhacken. Ich verspreche, die werden nie wieder einen Joint oder eine Pfeife anfassen! 😉

  6. unbeugsam

    Ist doch völlig normal wenn das Kraut verboten ist,Ursache der Prohibition!!!
    Wie gern würde ich …

  7. Rainer Sikora

    Bei dem Gras,das man mir vor Zehn Jahren erntereif sicherstellte,wurden 14% analysiert.Ein Zug war gut und ausreichend.Was ist daran gefährlich, wenn man für gleiche Wirkung weniger ziehen muß?Außerdem stimmt das mit der Verdoppelung überhaupt nicht.Hier versucht man uns und das Kraut auszurotten,das steckt dahinter.

  8. Onkel_Karl

    Naja, ich bin jetzt jenseits der 50 und kann aus jahrzehntelanger persönlicher Erfahrung sagen, dass besonders das marokkanische Hash nicht mehr die entspannenden und eher euphorisierende Wirkung auf mich hat, wie das noch vor 4-6 Jahren der Fall war. Paranoia und Angstzustände sind viel häufiger als früher.
    Ein Grund liegt in der Verbreitung von den holländischen Genetiken, die neben höherer Ernte-Ausbeute eben auch einen höheren THC und einen geringeren, bis vernachlässigbaren CBD-Anteil haben.
    Ich bin zwar auch der Meinung, dass jeder rauchen soll, was ihm/ihr Spass macht, aber dafür braucht man auch die Auswahl und die entsprechende Info, was man kauft. Und ehrlich gesagt, die Aussage mehr THC = besser ist Unsinn. Ich such mir meinen Wein ja auch nicht nach Alkoholgehalt aus, sondern nach Anbaugebiet, Ausbau, Geschmack und letztlich auch wie er wirkt. Interessanterweise ist das in Holland erhältliche Hash auch immer noch deutlich ausgewogener, als das, was in anderen europäischen Ländern erhältlich ist.

  9. buri_see_käo

    ja sicher ist das heutzutage sichergestellte Cannabis von höherem Wirkstoffgehalt als die vor Verfügbarkeit des Internets zurechtgewurschtelten Ergebnisse, die wirkstofffreie Bestandteile mit in die Bewertung eingehen ließen.
    Bei Ein-mal-eins-Laien wird solcher Blödsinn auch in Zukunft seine angstmachende Wirkung nicht verfehlen, der hinreichend verblödete Teil der Bevölkerung wird daher auch nie begreifen, dass eine letale Dosis auch mit doppelt starkem Gras nicht erreicht werden kann.
    Gerne wird von der Regierung die Deutsche Light-Kultur hervorgehoben; wenn es sie denn gäbe, würde das Thema Genuss ab und an eine Rolle spielen. Wenn sich Alkohol-Fans, ganz der Light-Kultur ergeben, in der eigenen Kotze suhlen – ja, viel Spaß auch dabei. Eine entwickeltere Kultur ist der Cannabis-Konsum im Vergleich dazu schon, erst recht, wenn der Aspekt des Genusses mit berücksichtigt wird: zu starkes Gras??, dann wird pro Rauchung entsprechend weniger verbaut, ganz einfach. Im Gegensatz zum Alkohol steht beim Cannabis der Gebrauch des Zeugs als Genuss!mittel im Vordergrund, ich hätte gar keine Lust auf KnockOut, wie passte denn sowas zum Lied, wenn man z.B. Besuch/Freunde in der Wohnung hat. Hat man sich echt mal zu viel zugemutet -> max. eine Stunde in der Waagerechten und gut ist, Alk-Fans müssen noch den Folgetag als verschwendete Lebenszeit abhaken.
    mfG fE

  10. Ralf

    @greeness
    „Laßt uns doch allen Cannabiskonsumenten die Hände abhacken. Ich verspreche, die werden nie wieder einen Joint oder eine Pfeife anfassen! “
    Ein gutes Argument, ist ungefähr vergleichbar mit dem anderen Argument der Prohibitionsidioten,das da lautet: „Wenn wir Cannabis legalisieren können wir doch gleich auch Diebstahl oder Vergewaltigung legalisieren“, nur mit dem Unterschied daß das was du ironisch ausdrückst, diese Vollpfosten ernst meinen.

    Zur Verdoppelung des Wirkstoffegehaltes muß ich sagen, da ging mir ja durch diese einmalig fundamentale Erkenntnis ein großes Licht auf. Jetzt weiß ich wenigstens warum ich in letzter Zeit nur noch die Hälfte rauchen muß!

  11. Ralf

    @Onkel_Karl
    Das Marrokanische Haschisch ist so vielfältig wie es immer war. Ich persönlich sorge dafür, daß ich immer 2 verschiedene Sorten habe, eines für am Tag, anregend weniger entspannend dafür ungeheuer motivierend, null Kreislauf belastend und daher im Anfangsstadium leichter verträglich, und eines für den Abend, entspannend, nimmt sofort den Schmerz aus den Knochen und sorgt für einen ruhigen entspannten Schlaf. Es erhöht in den ersten Minuten zwar etwas die Herzfrequenz, ist aber auch von der Dosierung abhängig und normalisiert sich schnell. Wenn mit Tabak gestreckt wird kann ich allerdings nicht beurteilen, in wie fern diese Aussage noch gilt.
    Ich lebe den größten Teil des Jahres mit Blick auf das Rif-Gebirge und kann mir dort jederzeit das Haschisch besorgen das meinen Vorlieben entspricht, leider kann das nicht jeder und ich habe wirklich Mitleid mit all denen die nicht wie ich im Schlaraffenland leben können.

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