Samstag, 10. November 2018

Globale Legalisierungswelle von Cannabis losgetreten

 

Thailand und Mexiko spurten voran.

 

Cannabis

 

Während es noch vor wenigen Jahren oft nur traurige Nachrichten über Schlachten im Krieg gegen Cannabis zu vermelden gab, so häufen sich aktuell die positiven Meldungen über weltweit stattfindende Fortschritte in der Beendigung dieses schon so lange verlorenen Kampfes. Nachdem Kanada Marihuana für Erwachsene legalisierte, entschied auch in Südafrika ein Gericht, dass der private Gebrauch von Hanf zu Rauschzwecken nicht verboten sein darf. In England brachte man die medizinische Versorgung mit Cannabis auf den Weg und die Amerikaner durften sich kürzlich wieder per Abstimmung während der Midterm Elections für eine Freigabe des Krautes in unterschiedlichen Bundesstaaten entscheiden. Auch in Mexiko konnte just per Gerichtsentscheidung klar definiert werden, dass das Cannabisverbot verfassungswidrig ist, während nun sogar selbst in Thailand eine ernsthafte Annäherung an die Thematik über den medizinischen Sektor stattfinden soll. Daher scheint es, dass besonders die Ereignisse in Kanada eine globale Legalisierungswelle von Cannabis losgetreten haben, die wohl kaum noch ganz einfach aufzuhalten sein dürfte. Die beiden zuletzt genannten Länder nehmen den Zeitgeist offensichtlich ungefiltert war und spurten daher bei der Entwicklung neuer Regelwerke voran.

 

So hat die Partei des gewählten mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador einen Gesetzesentwurf eingereicht, der den Besitz, den Konsum, den Verkauf und den Anbau von Cannabis legalisieren würde. Am Donnerstag äußerte sich die direkt vom Präsidenten eingesetzte Innenministerin Olga Sánchez Cordero zu dem Vorhaben mit den Worten: „Wir wollen keine weiteren Toten. Dies wird ein wichtiger Beitrag sein, um unserem geliebten Land den Frieden zurückzubringen.“ Zuvor kritisierte sie die gescheiterte Prohibition, welche zu Gewalt und Armut führte und in den vergangenen 12 Jahren dank der martialischen Eingriffe der Staatsmacht Zehntausende Leben kostete. „Heute hat die Nation sich dazu entschieden, diesen Zustand zu ändern“, wird Cordero weiter zitiert. Zwanzig Pflanzen sollte jeder Mexikaner anpflanzen dürfen, sollte der Gesetzesvorschlag in beiden Kongresskammern Befürwortung finden, wobei ein 480-Gramm-Jahresernteergebnis nicht überschritten werden dürfte. Auch könnten Firmen kommerzielle Vorhaben mit Hanf künftig umsetzen, wenn die als langsam mahlende Mühle beschriebene Doppelkongresspolitik ebenfalls zur Beendigung der kontraproduktiven Prohibition tendiert.

 

In Thailand bewegt sich nach der Überlegung auch in den Medizinalhanfsektor einzusteigen ebenfalls die Politik recht flott in Richtung einer Freigabe des natürlichen Arzneimittels. Am Freitag hat die gesetzgebende Nationalversammlung Thailands einen Abänderungsvorschlag beim Gesundheitsministerium eingereicht, welcher sowohl Kratom als auch Marihuana in eine legale Kategorie einteilen möchte, was lizenzierten Besitz und eine Produktion unter regulierten Umständen ermöglichen würde. Das Ministerium überprüft nun den Vorschlag, bevor er an das Kabinett weitergereicht wird, von wo er zurück an die gesetzgebende Gewalt geht, die dann darüber abstimmen kann. Vor dem Ende des Jahres wird ein Abschluss des Prozesses erwartet. Somchai Sawangkarn, der den Vorschlag einreichende Abgeordnete, erwähnt in der Presse, warum er sich für den medizinischen Einsatz starkmache und wie er die Zukunft von Hanf in Thailand einschätzt. Da die Bevölkerung sehr an dem Nutzen von Marihuana interessiert sei, wäre der Weg über den medizinischen Sektor nötig. Für eine Freigabe als Rauschmittel sei es aus seiner Sicht zu früh, da man die Menschen erst an die lange verbotene Pflanze heranführen müsse, weshalb man Schritt für Schritt gehe. Möglicherweise gäbe es in sechs Monaten jedoch schon Hanf als Nahrungsergänzungsmittel und dann auch irgendwann für Genusszwecke in Thailand, so Sawangkarn. Betonen will der Abgeordnete besonders, wie schwierig es war Fortschritte in seinem Anliegen zu machen, da vor allem die Pharmaindustrie große Gegenwehr zeigte. In den zwölf Jahren als Abgeordneter im Parlament habe er selten derartige Hürden aufgestellt bekommen, doch die transnationalen Konzerne, welche Chemotherapien und Morphium verkauften, fürchteten den Effekt auf ihre Geschäfte, wenn Cannabis medizinisch eingesetzt werden dürfte. „Wir wollten etwas wirklich Günstiges als Alternative einführen“, sagte der Politiker, um seine Motivation zu erklären.

 

Gute Nachrichten aus einer besseren Welt!

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Krümel
Krümel
2 Jahre zuvor

Hallo Hanf Journal, Südafrika hat quasi legalisiert, in Georgien geht man anscheinend auch lockerer mit Cannabis um. In Kanada ist Cannabis inzwischen erlaubt. Als Südkoreaner muss man sich dort den Cannabisgenuss so, wie es aussieht verkneifen, will man nach der Rückkehr in sein Heimatland bei einer möglichen Kontrolle nicht possitiv getestet werden. Uruguay hat legalisiert (allerdings nur für die Einheimischen). Auf den Nördlichen Marianen gibt es 50.000 freie Menschen mehr. Mexiko wird wahrscheinlich legalisieren. In den Niederlanden oder auf Jamaika ist es halb- oder dreiviertels legal, während man in Ländern wie Malaysia oder auf den Philippinen hingerichtet wird. In vielen Ländern ist mittlerweile medizinisches Cannabis legal, teilweise zumindest. Doch auch hier gibt es große Unterschiede. Wie sind die Bestimmungen bei… Weiterlesen »

Rainer Sikora
Rainer Sikora
2 Jahre zuvor

Hopsgenommene Gärten oder aufgeflogene Autofahrer,das ist alles was man hier liest oder hört.Kein laut aus der Politik,außer Mortlergeschwafel.

diehanfinitiative
diehanfinitiative
2 Jahre zuvor

https://www.facebook.com/1643480862600021/photos/p.2254351291512972/2254351291512972/?type=3&theater #WARUM #AUFSTEHEN Warum ich aufgestanden bin… Werden wir und unsere Kinder und Enkel systematisch vergiftet? [… Dr. Mechoulam beschäftigt sich schon seit 1960 mit Cannabis , war aber stets sehr bescheiden, wenn es darum ging, der Öffentlichkeit seine unglaublichen Entdeckungen nahezubringen. … … Professor Mechoulam hat belegt, dass THC mit dem größten Rezeptorsystem im menschlichen Körper interagiert – dem Endocannabinoidsystem (ECS). Obwohl dieses System aufgrund der Marihuana-Prohibition bei den meisten Medizinern noch unbekannt ist, wächst seine Bedeutung täglich. Es wurde bereits als „Supercomputerzur Steuerungder Homöostaseim menschlichen Körper“ bezeichnet. Da Rezeptoren im ganzen Gehirn und in jedem wichtigen Organ zu finden sind, wird angenommen, dass dieses System …] Glyphosat ist nur eine von sehr vielen langzeitschädlichen, epigenetisch wirksamen Substanzen, die… Weiterlesen »

Peter0815
Peter0815
2 Jahre zuvor

Im Jahre 2020 ist Cannabis global legalisiert. Gaaanz global? Nein, in der Mitte von Europa gibt es noch ein kleines Völkchen, welches erbittert Widerstand gegen die Legalisierung leistet. Das sind die Germanen. Dort herrscht immer noch die Prohibition. Alle Versuche der Legalisierung, endlich auch das Germanenland zu erobern, sind bisher gescheitert. Wie haben die germanischen Helden es geschafft, der mächtigen Legalisierung zu trotzen? Das liegt eindeutig an der Charakterstärke der germanischen Helden, welche nun kurz vorgestellt werden. Thomasius Lügenmaul: Er ist ein Meister darin die Gefahren der Legalisierung zu erkennen und sorgt dafür, dass alle Germanen genau wissen, wie gefährlich die Legalisierung ist. Er lässt sich nicht durch das Legalisierungsgerede erschüttern und erhält seine Weisungen direkt von den germanischen Göttern.… Weiterlesen »

Honkdroid
2 Jahre zuvor

Wird es nun nicht mal endlich Zeit, eine Petition zum Rücktritt von Frau Inkompetenz Mortler zu verfassen? Man sollte doch genügend Argumente zusammenbringen können.

Krake
Krake
2 Jahre zuvor

Au ja, ok !

Geldkistentetris
Geldkistentetris
2 Jahre zuvor

Was macht das Hanfjournal , nach der Legalisierung ?

Peter0815
Peter0815
2 Jahre zuvor

Ich hatte mir bereits alles schön ausgemalt und war überzeugt, dass die WHO nach dem Verlauf der diesjährigen Konferenz in Genf und den abschließenden Beratungen im November, Cannabis aus der Liste der harten Drogen herausnehmen würde. Das wäre das Signal gewesen, damit die Legalisierung in ganz Amerika bald umgesetzt werden könnte.

Aber lest selbst:
https://www.thegrowthop.com/cannabis-news/who-leader-doesnt-believe-in-recreational-cannabis

Wie kommt es zu diesem Sinneswandel?