Freitag, 31. August 2018

Italiens Bauern verdienen dank Cannabis

 

Rettung durch lukrativen Grasanbau.

 

 

Dass die Römer spinnen, wissen Comicbuchleser schon lange. Dass in Italien einst das Militär für den Anbau von Marihuana verantwortlich war, wussten dagegen wohl nur eifrige Leser von Hanf spezifischen Nachrichten. Mittlerweile hat sich in dem Land von Pizza und Pasta eine neue Kultur um das grüne Kraut gebildet, die sich unter anderem in der Ausbreitung von speziellen Hanffachgeschäften äußert, in denen CBD-Blüten und andere nicht berauschende Cannabisprodukte angeboten werden. Doch auch außerhalb von Stadtmauern in ländlichen Gebieten weiß man die einst verpönte Pflanze wieder sehr zu schätzen, da der Anbau von Hanf in Zeiten schlecht bezahlter Landwirtschaftsgüter einen höheren Gewinn mit sich bringt. Italiens Bauern verdienen dank Cannabis ungefähr die zehnfache Menge Geld, welche sie regulär mit der Produktion von Getreide erwirtschaftet hätten.

 

Hanf hat unseren Betrieb gerettet“, wird Salvo Scuderi, der Präsident der Landwirtschaftlichen Vereinigung Colli Erei, auf dem Portal von The Guardian zitiert. 150 Tonnen Cannabis hat der 41-Jährige zusammen mit zwanzig anderen Hanfbauern in seiner Region anpflanzen können, die nun zu verschiedensten Produkten verarbeitet werden. Von Nudel über Ricotta bis hin zu umweltverträglichen Baustoffen werden die abgeernteten Hanfpflanzen umgewandelt und sichern den Betrieben einen derartigen Aufschwung, dass sogar neue Arbeitskräfte eingestellt werden konnten. Nicht nur weil durch jahrelange Monokulturen die in schlechtem Zustand befindlichen Felder durch den Hanfanbau revitalisiert werden, sondern auch weil die aktuellen Preise für Getreibe wie Hartweizen am Boden liegen, lohnt sich der Anbau von Cannabis für die dort ansässigen Bauern. Im Vergleich zu Weizen, wo pro bestellten Hektar circa 250 Euro verdient werden können, lassen sich mit legalem Hanf pro Hektar circa 2500 Euro netto erwirtschaften. Auch aus diesem Grund hofft der damit ziemlich glücklich gewordene Salvo Scuderi, dass nach der gerechtfertigten Rückkehr der Pflanze – nach einem sechzig Jahre dauernden Verbot – in Zukunft endlich auch wieder andere Cannabisvarietäten angepflanzt werden können, die dann auch einen höheren THC-Wirkstoffgehalt als 0,2 Prozent aufweisen dürfen – zu Rauschzwecken und für die Pharmaindustrie.

 

Deutschlands Bauern sehen das unter den aktuellen Umständen und in der Regel aber bestimmt noch ganz anders … oder?

4 Antworten auf „Italiens Bauern verdienen dank Cannabis

  1. Harald

    Die Italiener haben begriffen, wie wertvoll und wichtig diese Pflanze ist. Aber offenbar ist in Deutschland die Korruption stärker als in Italien und das will was heißen. Schande über den Mülleimer „Berlin“.

  2. Der Realist ohne Kraut

    Korruption in Deutschland größer als in Italien? Nein, das geht doch gar nicht.

    Sind alles Spendengelder, die einfach so von Unbekannten in der Parteikassen und -Taschen fallen.

    Es wäre ein Schelm, so etwas den feinen Damen und Herren zu unterstellen. 😉

    Nicht nur die Italiener haben’s verstanden. Viele andere Nationen (teilweise) auch. Aber unser wunderschönes Bier- und Weinland Deutschland wird’s erst verstehen, wenn die richtigen Leute sich regelmäßig im Bundestag einen Johnny anzünden. 😀

    Da wir aber wissen, dass dies so schnell nicht passiert, werden wir wohl noch Jahre zu sehen müssen, welche Staaten in der Nachbarschaft clevere und lukrativer werden.

    Habt Geduld. Auch die Dümmsten merken irgendwann, was wehtut und richtig ist. 😉

  3. R. Maestro

    Ich gratuliere Herrn Salvo Scuderi und Italien, für diese vernünftige und zukunftsorientierte Entscheidung.
    Hierzulande lässt man Landwirte und deren Betriebe lieber zugrunde gehen, ehe man sich von Ideologien verabschiedet.
    Äh, eigentlich klar, des Einen Tod, des Anderen Brot.
    Sollte nicht gerade die ach so vernünftige Meisterin der bäuerlichen Landwirtschaft sich an diesem Punkt zu Wort melden? Nö, verliert ihr als Landwirte nur reihenweise euer täglich Brot, euren Hof, euer Auskommen.
    Wir ALLE Leben von der Landwirtschaft und haben geologisch gesehen einen sehr guten Standpunkt. Insgesamt alles positiv soweit, aber mit diesem Verhalten leider recht nutzlos.
    Hauptsache jegliche Art von Hanf wird NIEMALS erlaubt. Hauptsache Pesika profitiert.
    Und noch viele weitere.
    Bei uns herrscht Stillstand diesbzgl., das Gesetz „Cannabis als Medizin“ ist ein Hohn, es hat alles verschlimmbessert, mehr nicht.
    Aber auch dafür klopft sich eine stolz auf den Arsch.

  4. Der Realist ohne Kraut

    Hier im Lande, ist man nicht im Stande,
    etwas zu dulden, fängt lieber Schulden.
    Doch auch irgendwas, das mal richtig passt,
    stärkt die falschen Leut‘. Wissen wir nicht seit heut‘!
    Doch lasst uns hoffen, nicht darüber zoffen.
    Laut der Politik, gibt’s keine Kretik,
    über’s flüssig‘ Nass. Kommt’s stets vom Fass.
    Aber was auch faktisch ist, Steuern galaktisch sprießt,
    wo Deutschland nicht dabei ist. Unser Pflänzchen Cannabis!

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