Freitag, 26. Januar 2018

Cannabis wird als recht harmlose Substanz verstanden

 

Glaubensfragen für und wider Legalisierung.

 

 

Während in vielen Teilen der Erde fortschrittliche Cannabispolitik Einzug erhält, um den Schwarzmarkthandel wie die Menschenjagd zu verdrängen, wird in starren Staatsapparaten aufgrund von Glaubensfragen eine Legalisierung von Marihuana für Erwachsene von vornherein ausgeschlossen. Da selbst in liberalen Gefilden Europas politisches Interesse vor wissenschaftliche Erkenntnis gerückt wird, wird die Diskussion über die Vor- und Nachteile von Gegnern einer Cannabisfreigabe ziemlich selten mit stichhaltigen Argumenten geführt. So äußern sich hierzulande auch immer wieder Mediziner und Fachleute zu Wort, die den Dinosauriern der Drogenpolitik die Arbeit erleichtern wollen, wenn sie die öffentliche Debatte als einen Grund für steigende Behandlungszahlen in Suchtkliniken nennen.

 

Man dürfe Cannabiskonsum nicht bagatellisieren, regelmäßiger Gebrauch erhöhe das Risiko für psychische Störungen, Psychosen, Angstzustände und Schizophrenie, warnt der Chefarzt der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn. Weil die Behandlungen von Konsumenten im Verhältnis stärker als die anwachsenden Konsumentenzahlen steigen würden, könne man daraus schließen, dass immer mehr Menschen problematische Erfahrungen mit dem Suchtmittel machen würden. Eine sachliche Debatte müsse daher geführt werden, weshalb Doktor Gunter Burgermeister sofort alte Schreckgespenster aus der Prohibitionistenkiste zaubert. Der Abfall schulischer Leistung, schwindende Motivation und Veränderungen im Gehirn sind nur drei Beispiele von ausbrechender Marihuanasucht, bevor Behandlungen bei 14 bis 25 Jahre alten Betroffenen in den Suchtkliniken der Diakonie als empfehlenswert betrachtet werden. Immerhin weiß der Chefarzt aber hinzuzufügen, dass die stattfindende Kriminalisierung von Cannabisnutzern ebenso wenig zuträglich für die Entwicklung einer jungen Persönlichkeit ist, da man sich als außerhalb der Gesellschaft stehend behandelt vorkommen würde. Der Zugang zu kriminellen Milieus wäre dazu auch ein Nachteil der Prohibition, weshalb im Umkehrschluss eigentlich für weniger gebildete Menschen erkennbar werden müsste, dass wohl kaum verharmlosende Debatten für die steigenden Konsumentenzahlen und noch höher liegende Quoten von Zwangsbehandlungen verantwortlich sein dürften.

 

Bestätigende Argumente hierfür erbringen aktuelle Umfragen aus den USA, wo trotz der öffentlichen Ansicht, dass Zigaretten, Alkohol und Zucker gesundheitsschädlicher sind als Marihuana, keine steigenden Konsumentenzahlen unter Minderjährigen zu verzeichnen sind.

 

Cannabis wird als recht harmlose Substanz verstanden – nach einer Legalisierung gerechtfertigt.

2 Antworten auf „Cannabis wird als recht harmlose Substanz verstanden

  1. Rainer Sikora

    Problematische Erfahrungen mit der Polizei und damit einhergehende Traumatisierung, trifft es eher.Außerdem war Deutschland, trotz vieler dagegensprechender Entwicklungen,noch nie so weit entfernt von einer Legalisierung wie heute.Die angebliche Problematik wegen psychischer Störungen u.s.w. werden angeführt, damit niemand sagen kann, Cannabis wäre harmlos.Meistens ist da sowieso Mischkonsum im Spiel.Neue Prohibitionslügen braucht das Land eben nun mal.Das es sich um Zwangsbehandlungen handelt,müßte vom Klinikarzt erwähnt werden.Aber aufregen brauchen wir uns nicht allzusehr,weil man immer noch die Möglichkeit hat, zu genießen.

  2. Fred

    regelmäßiger Gebrauch erhöhe das Risiko für psychische Störungen, Psychosen, Angstzustände und Schizophrenie.

    Ob da so leicht zu erklären ist ?
    Vielleicht sollten sich Fachleute, Mediziner, Politiker bis hin zu den Eltern der Betroffenen mal Gedanken über den Umstand machen, warum es unter Kindern und Jugendlichen zu einem regelmäßigen Gebrauch von Substanzen kommt.

    Wenn bereits Erstklässler einem ständigen Leistungsdruck ausgesetzt werden, nur um ja im Anschluss an die Grundschule die höhere Schule besuchen zu können, führt dieser Druck bei nicht wenigen zu einer permanenten Überforderung. Und es ist nur eine Frage der Zeit bis man dann der dunklen Gestalt, die über den Schulhof schleicht nicht mehr widerstehen kann, und sich mit entspannenden Stoffen versorgt.

    Lasst Kinder Kinder sein, und fördert sie nach den persönlichen Voraussetzungen. Und zwingt sie nicht, sich bereits in sehr jungen Jahren mit ihrer Erwerbssituation im Erwachsenenalter, zumindest indirekt, zu belasten. Mein Haus Mein Auto Mein Boot ist nicht für jeden erreichbar ( und vielleicht auch nicht erstrebenswert ) und ein gutes Leben ist auch mit einem kleineren Gehalt möglich.

    Druck raus ! Dann wird es zwar immer noch Jugendliche geben, die zum Alkohol, zu Cannabis oder anderen Stoffen greifen. Das geschieht aber dann aus Lust, mal was zu trinken oder “ einen Durchzuziehen “ und nicht aus purer Not, dem ganzen mal für ein paar Stunden zu entfliehen. Und die so häufig plakativ ausgerufenen “ immer größeren Schlangen vor den Kliniken “ ( Zahlenmaterial habe ich übrigens immer noch nicht gefunden ) gehören dann der Vergangenheit an.

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