Freitag, 5. Januar 2018

Cannabisfreigabe vom Bundesvorsitzenden der Kriminalbeamten gefordert

 

André Schulz spricht Klartext.

 

Foto: Schmiddie

 

Der Bundesvorsitzende des Berufsverbandes der Kriminalbeamten in Deutschland André Schulz ist Zuschauern von exzessiv.TV spätestens seit Folge N° 477 ein Begriff. Genannte Persönlichkeit fand aber auch schon März 2017 nach einem Auftritt bei Sandra Maischberger größere Beachtung unter Hanfbefürwortern, als in der bekannten Talkrunde heiß über die Freigabe von Drogen diskutiert wurde. Nun äußerte sich der freundliche Polizist in der Hamburger Morgenpost in einem Gastartikel zu Wort und zieht aus den aktuellen Geschehnissen in Amerika eindeutige Schlüsse für einen veränderten Umgang mit Marihuana und dessen Konsumentenkreis. Daher wird nun schriftlich die Cannabisfreigabe vom Bundesvorsitzenden der Kriminalbeamten gefordert, weil der bisher betriebene Aufwand wenig zielführend ist und Alternativen eindeutig bessere Ergebnisse versprechen.

 

Nicht nur die aktuellen Veränderungen in Kalifornien, auch der liberale Umgang mit Drogen in Portugal, oder aber die unerträgliche Bürgerkriegssituation in Mexiko lassen André Schulz im Klartext über die Notwendigkeit eines Umschwunges in der deutschen Drogenpolitik berichten. Weil die Polizei hierzulande bei über 70 Prozent aller Fälle mit unbescholtenen Konsumenten viel Zeit verschwenden würde, während Kriminelle aus dem organisierten Verbrechen aufgrund fehlender Ressourcen zu häufig davonkämen, müsse Deutschland bereit sein, auch andere Wege einzuschlagen. „Es ist Zeit, auch hier das Kiffen für Konsumenten vollständig zu entkriminalisieren und einen regulierten Markt für Marihuana zu schaffen – mit wirksamem Jugend- und Verbraucherschutz“, so Schulz. Da nach ihm vorliegenden Informationen aus verschiedenen Studien heute mehr Menschen Drogen konsumierten als in der Vergangenheit, zeige diese Tatsache die dürftige Wirksamkeit der durchgesetzten Verbotspolitik. Die bisherigen Erfahrungen aus allen fortschrittlicheren Gefilden wären durchaus als positiv zu bewerten, auch wenn es noch zu früh für belastbare Ergebnisse wäre.

 

Dass derartige Informationen alle versteinerten Politiker unserer Welt nicht sonderlich zu interessieren scheinen, lässt aktuell aber leider erneut ein gewisser Jeff Sessions vermuten. Der US-Justizminister hat nur drei Tage nach der Hanffreigabe von Cannabis in Kalifornien angekündigt, nicht länger die seit Barack Obama durchgeführte Toleranzpolitik gelten zu lassen, sondern Schritte in die Wege zu leiten, um dem aus seiner Sicht noch illegalen Treiben ein jähes Ende zu bereiten. Immerhin haben verschiedene Kräfte aus dem eigenen republikanischen Lager Ähnliches mit dem auf Volksentscheiden herumtrampelnden amerikanischen Justizminister vor.

 

So wie für diese Spezies der grauen Dinosaurier ist es auch für die globale Prohibition von Cannabis aus Sicht von Jägern und Gejagten, einfach wirklich an der Zeit zu gehen!

6 Antworten auf „Cannabisfreigabe vom Bundesvorsitzenden der Kriminalbeamten gefordert

  1. Dragunov

    Hallo

    Das der Focus die Forderung von André Schulz ,kommentarlos
    abdruckt ist beeindruckend.Scheinbar nehmen ein paar ganz
    Mächtige die Füße von der Bremse ,sonst würden solche
    Lügenblätter ,das nicht drucken.Andere setzen ihren zweiten
    Fuß noch dazu.Manche Konzerne zittern vor´m Hanf ,
    sowie die Pharmamafia ,und das aus gutem Grund.
    Die nächsten Jahre wird es einen Grabenkrieg geben.
    Die Legalisierung wird kommen ,das ist sicher.

    MfG

  2. Rainer Sikora

    Schön wäre es,wenn wir die Legalisierung auch noch halbwegs jung und gesund erleben könnten.

  3. Fred

    @Dragunov

    Das sehe ich ähnlich. Ein Verbot in einen rechtmäßigen Zustand zu verwandeln , läuft oftmals in drei Phasen ab.

    1. Erste Stimmen werden laut etwas zu verändern. Die Reaktion der Mächtigen findet nicht statt, es sei denn, das eine Änderung politisch erwünscht ist. ( Kann man wohl bei Cannabis ausschließen ).

    2. Die Stimmen werden lauter. Ignorieren kann man das Aufbegehren nicht mehr. Bei politischem Unwillen reagiert man, wie man eben beim Hanf reagiert hat. Man verstärkt beispielsweise die Strafverfolgung, schickt eine Drogenbeauftragte ins Rennen, die, ich sage es mal vorsichtig, mit alternativen oder zumindest diskussionswürdigen Fakten und mit pauschalen Aussagen wie z.b “ die Jugend steht vor den Kliniken Schlange “ ( Zahlen werden nicht geliefert ) in den Ring geschmissen wird. Man wehrt sich halt, will jegliche Umkehrstimmung in der Bevölkerung verhindern. Klappt ja auch in Ansätzen, wie man den Umfragen zur Legalisierung entnehmen kann. Aber da kommt uns das Ausland entgegen. Überall werden positive Erfahrungen mit einer veränderten Drogenpolitik gemacht. Und es wird Geld verdient. Dann kann man irgendwann auch dem Dümmsten im Land nicht mehr erzählen, das einem beim Kiffen ein Horn wächst.

    3. Dann geht es in die dritte Phase. Jetzt gelten urplötzlich Erkenntnisse aus anderen Ländern. Es wird nüchtern analysiert. Die Folgen einer Freigabe werden realistisch geprüft. Und auf dieser realitätsnahen Betrachtung findet dann eine Diskussion in der Gesellschaft statt. Und dann gibt es eine Entscheidung. Auf Basis von Fakten und nicht mehr ideologisch geprägt.

    M.m.n sind wir jetzt am Übergang von 2 auf 3. Und da haben wir die besseren Argumente. Es wächst eben ( sinnbildlich )keinem Konsumenten ein Horn, es gibt 1000 Argumente für eine Abkehr aus der jetzigen Drogenpoltik, und quasi keine mehr dagegen. Durch die überall stattfindende Umkehr in die richtige Richtung kommt man an einer faktenbasierten Diskussion nicht mehr vorbei. Spätestens wenn Kanada ( ein G7 Staat !) Mitte 18 legalisiert, wird auch hier die Diskussion losgehen. Auch mit einer konservativ ausgerichten erneuten großen Koalition.

  4. R. Maestro

    Es gibt genug Kriminalbeamte, welches diess befürworten.
    Diese haben ihre Sterne.
    Der „Strasencop“ nicht. Also, weiter Konsumenten jagen.
    Schämt Euch, B…..

    …..

  5. Dragunov

    @Fred

    Besser kann man es kaum erklären.
    So in etwa ging mir das durch den Kopf ,
    deine Erklärung trifft den Kern noch genauer.

    MfG

  6. Ralf

    „Weil die Polizei hierzulande bei über 70 Prozent aller Fälle mit unbescholtenen Konsumenten viel Zeit verschwenden würde,…………“!
    Ungeheuerlich was dieses dämliche Ar…..och da von sich gibt. Kein Wort der Reue für das kaputt machen von Existenzen und den Menschenrechtsbruch. Und wieder kein Wort des Mitleides für die Opfer. Nein das einzig schlimme an der Cannabiskonsumentenhatz ist, daß die arme Polizei damit nur ihre Zeit verschwendet, was für ein bornierter, ignoranter, selbstgerechter Wi..ser.
    Aber genau darum geht es, man klatscht noch Beifall während solche Arschlöcher die Opfer verhöhnen und merkt es nicht einmal, Pfui Teufel.
    „während Kriminelle aus dem organisierten Verbrechen aufgrund fehlender Ressourcen zu häufig davonkämen, müsse Deutschland bereit sein, auch andere Wege einzuschlagen. Es ist Zeit, auch hier das Kiffen für Konsumenten vollständig zu entkriminalisieren……….“
    Hier sieht man das alte von Bullengehirnwäsche bestimmte Denkschema welches in etwa so lautet: Machen wir eine geringe Menge für die Endverbraucher, aber laßt uns weiter welche die wir jagen können, egal ob sie ihre Ware auch selbst konsumieren oder nicht. Wenn sie etwas abgeben sind sie für uns keine Konsumenten mehr und wir dürfen sie fertig machen. Das Wort Rauschgiftkriminelle hat er vermieden aber man kann es trotzdem zwischen den Zeilen lesen. Der will weiter eine willkürliche, von der Menge abhängige Grenze setzen, eines Logikers wie der des irren Anslingers würdig, ab wann du kein Konsument mehr bist, was für ein Schwachsinn aber einer mit Methode. Von solch kranken Denkschemata ist unsere ganze Politik bestimmt und keiner merkts. Der denkt nicht im Traum daran uns die gleichen Rechte zu geben wie den Säufern, die sie ja alle selber sind, und hat nur im Kopf doch irgendwie so weiter machen zu können wie die ganze Zeit und auf keinen Fall ihr Menschenrechtsverbrechen zugeben, oder gar dafür gerade stehen zu müssen. Der Bock möchte zu gerne Gärtner sein und zieht sich dafür eine grüne Schürze an.

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