Montag, 1. Mai 2017

Cannabis-Business – der Jobmotor in Colorado

 

Arbeitslosenquote im wahrsten Sinne des Wortes eingedampft

 

 

Das 1884 gegründete „Bureau of Labor Statistics“, in dem alle Arbeitsmarktstatistiken der USA zusammenlaufen, hat nun die Zahlen für März veröffentlicht. Im US-Bundesstaat Colorado ist demnach die Arbeitslosenquote auf 2,6 Prozent gesunken – dem niedrigsten Wert seit 1976. Zum Vergleich: In den gesamten USA liegt die Quote, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen bei 4,5 Prozent, in Deutschland bei (geschönten) 6,0 Prozent.

 

Doch so hübsch die Zahlen auch klingen, aus Sicht der Sklaventreiber und Ausbeuter ist die Vollbeschäftigung eine wirtschaftliche Katastrophe. Immer mehr Werktätige folgen dem Lockruf des „grünen Goldes“ und wechseln in die Cannabisbranche. Statt für 10 Dollar Stundenlohn (9,20 Euro) in der Gastronomie zu schwitzen oder sich im Baugewerbe die Gesundheit zu ruinieren, werfen viele Billigarbeitskräfte den Bettel hin, um für den doppelten Lohn inklusive Krankenversicherung an einem sauberen Arbeitsplatz im Sitzen Hanfblüten zu maniküren. Zum Nachteil vor allem für Restaurants, die kaum mehr geeignetes Personal finden.

„Wir verlieren unsere Belegschaft zunehmend an die Cannabisindustrie,“ klagte Restaurantbesitzer Bryan Dayton aus Denver vor ein paar Wochen dem Medienunternehmen Bloomberg. „Dort werden 22 Dollar pro Stunde gezahlt, plus alle Vorteile. Man kann acht Stunden am Tag in einer heißen Küche schubbern oder Marihuana-Blüten in einem Gewächshaus mit Klimaanlage sortieren. Es ist eine ziemlich einfache Wahl.“

 

Doch nicht nur Personal für einfache Tätigkeiten wird nachgefragt. Auch kreative Köpfe werden vom Cannabisgewerbe gejagt und umworben. Ob Zuckerbäcker oder Chocolatier, gelockt werden Leute, die mit ihrem kulinarischen Talent die Gaumen der Cannabis-Connaisseure kitzeln wollen. Gleiches gilt für das Service-Personal der Marijuana Dispensaries. Händeringend werden qualifizierte und freundliche Verkäufer mit gesitteten Umgangsformen gesucht, die der Kundschaft kompetent und beratend zur Seite stehen.

 

Doch bei allem Wehklagen der Gastronomie, die ihre Mitarbeiter über Jahrzehnte mit Billiglöhnen am Hungertod hinderten, letztlich handelt es sich um ein Luxusproblem. In Denver eröffneten dieses Frühjahr über dreißig neue Restaurants. Dieser Boom ist auch auf die Marihuanalegalisierung zurückzuführen, die einen nicht enden wollenden Touristenstrom ins El Dorado für Cannabisliebhaber nach sich zieht. Wer kifft, bekommt nun mal auch Hunger und Durst.

 

Somit sorgt die Cannabislegalisierung für mehr Lohngerechtigkeit. Gastronomie und Baugewerbe werden zu Gehaltserhöhungen gezwungen, um die Mitarbeiter zu halten und neue anzuwerben. Inwieweit sich das hohe Lohnniveau der Beschäftigten im Cannabisgewerbe auf Dauer halten lässt, bleibt abzuwarten. Noch ist Colorado weitgehend konkurrenzlos, was den legalen Zugang von Cannabis zu Genusszwecken betrifft, und die Nachfrage ist höher als das Angebot.

 

5 Antworten auf „Cannabis-Business – der Jobmotor in Colorado

  1. ADHSPatient

    Legale Cannabisindustrie = Weniger Arbeitslosigkeit

    Argument Nr. 392820 für die Legalisierung…

    Leider werden wir kaum erhört.

    Hallo, bald ist Wahlkampf und das Thema geht unter
    oder bin ich alleine mit dem Gefühl?

  2. Heino Ha

    Das glaub ich leider auch das das Thema mit der freigabe von Hanf beim nächsten Wahlkampf kaum beachtet wird sprich untergeht wie scchon so oft leider

  3. Rainer Sikora

    Ich mag die fdp eigentlich gar nicht,nur war da ein Zeitungsbericht nach deren Aussage hat die fdp in ihrem Regierungsprogramm die wörtlich außergewöhnliche Forderung nach einer kontrolliertenCannabisabgabe verankert, obwohl das Thema sehr umstritten war.Scheinbar meinen die Politiker die Cannabislegalisierung ist vom Tisch,um diese Frage müsse man sich nicht mehr scheren, weil wir die aus- und schlußrede von der Mortler alle gehört haben.

  4. Ralf

    Ja,Ja, ihr seid schon erbärmlich, ich weiß daß ihr geistig armen alle meine Kommentare löscht, aber ich bin das mittlerweile gewöht von euch Würstchen, die ihr kein einiges stichhaltige Argument gegen meine Beweise vorzubringen habt. Schämt euch angesichts eurer verlogenen Sprachlosigkeit !

  5. Ralf

    Ich war wirklich zu voreilig, die von mir vermißten Kommentare sind alle weiter vorne noch vorhanden, jetzt könnt ihr wirklich was falsches löschen oder auch nicht, wie ihr wollt. Ich habe den Kommentar von @Rainer Sikora, in dem es um die fdp geht, mit einem weiter vorne vewechselt den ich schon kommentiert habe, und in dem ich bezweifle, daß die fdp zu einer guten Form der Legalisierung, ohne künstliche Verknappung und Monopolbildung, fähig ist. Entschuldigung für meine, in diesem Fall nicht zutreffende, Behauptung.

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