Montag, 18. Juli 2016

DEA: Re-Kategorisierung auf unbestimmte Zeit verschoben

 

Laut der US-Regierung gäbe es keine Deadline

 

Bild: Susanne Winter/Archiv
Bild: Susanne Winter/Archiv

 

Im Juni berichteten wir, dass das DEA Cannabis ab dem 1. August als Schedule II Droge einstufen und damit die medizinische Anwendung von Marihuana im gesamten Gebiet der Vereinigten Staaten zulassen würde. Daraus wird vorerst wohl nichts, da die Behörde einen Rückzieher zu machen scheint. „Wir legen uns nicht auf einen künstlichen Zeitplan fest.“ teilte Russel Bear, Sprecher des DEA der Webseite aNewDomain mit. Auch nachdem das DEA seine Entscheidung Marihuana von der Liste der Schedule I Drogen zu nehmen verkündet hatte, seien Veränderungen und Rechtsstreitigkeiten nicht ausgeschlossen.

 

Derzeit wird Marihuana seitens der Regierung als Substanz angesehen, die keinerlei medizinischen Nutzen und ein hohes Missbrauchspotenzial aufweist. Auf Grund der aktuellen Entwicklungen in einigen US-Bundesstaaten hatte das Department of Health and Human Services ein Einstufung neu evaluiert und eine Empfehlung – unbekannten Inhalts – an das DEA abgegeben. Wie jedoch allgemein, wenn es um das Thema Cannabis geht, lässt sich die US-Regierung Zeit.

 

Dieses Vorgehen dürfte nicht nur den Unmut der betroffenen Patienten hervorrufen, sondern auch den einiger Regierungsmitglieder. Am 30 Juni schickte die US Senatorin Kirsten Gillibrand aus New York dem DEA einen Brief mit der Forderung: „dass man unverzüglich Maßnahmen ergreife ‚Cannabis‘ und ‚Tetrahydrocannabinole‘ von der Schedule I [Liste] zu entfernen“. Wann die von vielen lang ersehnte Neuklassifizierung von Cannabis nun stattfinden wird, ist derzeit jedoch noch völlig offen. Die einst geplanten Änderungen hätten medizinisches Cannabis in allen US-Staaten für Patienten zugänglich gemacht. Jetzt müssen die Patienten weiter auf unbestimmte Zeit auf ihre Medizin warten.

 

 

 

 

8 Antworten auf „DEA: Re-Kategorisierung auf unbestimmte Zeit verschoben

  1. Lars Rogg

    Hoffen die DEA Pisser auf einen drogenpolitischen Wandel nach den nächsten US Wahlen ??? Was soll die hinhalte Taktik sonst bezwecken???
    In der Schweiz wurden die Uhren auch mal 20 Jahre zurück gedreht. Die waren in einem Hanfhimmel und wurden wieder zurecht gestutzt….völlig bescheuert.
    Das in einem aufgeklärtem Zeitalter, mit Internet usw, über so ein Thema immer noch diskutiert wird, zeigt wie verbohrt die Hardliner sind…und wie dumm deren Jünger !!!
    Mal sehen was die Zeit bringt…

  2. Cosmo

    Die Zeit wird gar nichts bringen solange in Deutschland die reichsten 10% ihre Meinung nicht ändern.

  3. HARDO

    dafür gibts den schwarzmarkt,wäre auch viel zu einfach wenn jedder depp sich beim artzt auf rezept seine joints bekommt,es bleibt verboten das weed,leider ,aber vieleicht auch besser so,sonst übertreiben es manche vor allem jugendliche konsumenten mit der gier,dann noch der alkohol dazu ????

  4. Surak

    Die sich derzeit etablierenden Vertriebsstrukturen gewinnen auf diese Weise – zum Glück, kann man wohl sagen – unschätzbar wertvolle Zeit. Wichtig wäre mittelfristig nämlich eine komplette Herausnahme pflanzlicher Substanzen aus diesen unsäglichen Listen und Anhängen irgendwelcher widernatürlicher Gesetze von Menschenhand. Mit einer Umklassifizierung, die dann eine aufwendige Medikamentenzulassung erforderlich macht, wäre niemandem geholfen. Da gäbe es dann überhaupt keine Rechtssicherheit mehr für irgendwen – weder langfristig, noch auf die Schnelle. Das könnte also keineswegs im Sinne der Menschen und der Pflanzen einen Wert haben.

  5. Lars Rogg

    @cosmo

    …klar, in Deutschland wird so schnell nix passieren. Auch wenn der DHV das wohl anders sieht. Bevor Hanf bei uns normal wird, müßte erst mal ein Oligopol für die Pharma geschaffen werden, damit die Vertriebswege monitär abgesichert sind und die richtigen daran verdienen. Doch soweit ist unsere ReGIERung noch nicht. Auch die Drogenpolizei müßte sich echte Arbeit suchen…alles nicht so leicht 🙁

    Ich meinte aber in Amiland, wie im Bericht. Da will sich die DEA wohl auch nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Kiffer sind nun mal leicht abzugreifen…die wehren sich nicht, sind nur selten gewalttätig oder gar wirklich kriminell und man kann sehr easy Punkte sammeln. Eine Parallele zu Deutschland !!

    @Hardo

    …hab ich Dich richtig verstanden ??? Du glaubst, ein leichterer Zugang zu Hanf, würde mehr Konsumenten zur Folge haben ?? Hört sich wie die Mortlerin oder den Thomasius an. Die medizinische Abgabe soll Patienten helfen und nicht jugendlichen Kiffer zu einem Rausch verhelfen. Darum gehts ja doch- kontrollierte Abgabe an Kranke. Warum sollten Jungkiffer sich eines Arztes bedienen, wenn man es an jeder Strassenecke bekommt ?? Zumindest solange es für den Freizeitgebrauch illegal ist wird es immer Händler geben die auf ihren Verdiensten keine Steuern bezahlen, also was solls….

  6. Cosmo

    @lars
    Ich wollte auch nur meinen Unmut bezogen auf good old gerMANIE zum Ausdruck bringen. Ich denke, dass es in Amerika nicht anders läuft. Das war keine Entscheidung der DEA, sondern der Pharmaindustrie und eben dieser 10% Reichsten.

  7. Surak

    Der größte Hemmfaktor in Bezug auf die behördliche Reformwilligkeit mag vielleicht darin bestehen, daß man Angst hat ein irgendwie „funktionierendes“ System zu beenden, funktioniere es auch noch so schlecht. Man kennt sich aus mit dem, was man hat. Das bietet eine gewisse psychologische Sicherheit.
    Bei den Kiffern und Hanfaktiven ist es teilweise ähnlich – selbst bei denen, die mit Punkt und Komma schreiben: Pessimismus und der Tenor, daß eh alles so bleibe, wie es nun mal bereits ist, klingt in zahllosen Beiträgen nach wie vor durch. Und das ist wirklich schade. Um es als Wunsch zu formulieren: Wer hier postet, ohne das hier jemals gelesen zu haben… der kann seine Weisheit sich und den Mitmenschen auch eigentlich gleich ersparen – das wäre gnädiger! https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterfüllende_Prophezeiung

  8. Lars Rogg

    @Surak
    Selbsterfüllenden Prophezeiungen beziehen sich auf pessimistische Äusserungen auf Grund von mutlosigkeit.
    Meine Vorhersagen bzw Vermutungen beruhen auf Lebenserfahrung und Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Resignation.
    Man kann diesen Unterschied erkennen, man muss aber nicht…
    Beruht die Annahme, dass hier nicht alles gelesen wird auf deiner Vermutung ??
    Oder bist Du mit göttlichem Wissen gesegnet ?? Man weiss es nicht …
    Soll man sich mit dem bisschen zufriedengeben, dass bisher erreicht wurde ??
    Jaa, der DHV ist soweit zufrieden, dass trifft aber nicht auf jeden zu.
    Schau in die Welt und werde Realist. Die Stimmung im Volk ist noch nicht zu 50%+ auf unserer Seite. Ergo keine Legalisierung in Sichtweite. Nenn es wie Du willst, ich nenn es Realismus…
    Möglicherweise haben die Zahllosen Kommentatoren, derren Kommentare Du gelesen haben willst, schon längst erkannt, dass noch viele Tausend Kiffer weggeknastet werden, bevor sich was ändert. Macht jetzt nicht jeden glücklich, entsprechende Kommentare zwangsläufig, so what ??

    ps:
    Ich erspar Dir gar nix… Meinungsfreihet, schon mal gehört ??
    Weiterscrollen heißt die Devise. Nach dem Überfliegen mancher Kommentare, mach ich das auch immer…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.