Mittwoch, 25. Mai 2016

Barcelonas Bürgermeisterin will Cannabis Clubs „begnadigen“

 

Neue Regulierung würde Clubs vor einer Schließung bewahren

Das Menü in der Asociacion Club Medical THC, Foto: Archiv
Das Menü in der Asociacion Club Medical THC, Foto: Archiv

 

Barcelonas Cannabis Social Clubs erfreuen sich bei Cannabis-Konsumenten großer Beliebtheit. Trotz, dass die Clubs bisher in einer Grauzone operiere mussten, wurden stetig neue Einrichtungen in der Stadt eröffnet, was den ehemaligen Bürgermeister Barcelonas, Xavier Trias, dazu veranlasste Reglementierungen, wie eine Abstandsregelung (wir berichteten) von mindestens 100 Metern zu Einrichtungen an denen sich vornehmlich Kinder aufhalten (Schulen, Spielplätze, Bibliotheken etc.), vorzunehmen. Die Durchsetzung dieser Regulierung würde das Aus für 112 der 123 existierenden CSCs in der Stadt bedeuten.

 

Die neue Bürgermeisterin der Stadt, Ada Colau, die seit Sommer letzten Jahres im Amt ist, hat sich dazu entschlossen den Plan ihres Vorgängers nicht auszuführen. Zwar sieht auch ihre Regierung eine Regulierung der Clubs vor, jedoch wurde der Mindestabstand auf 100 Meter reduziert. Noch wichtiger für die Clubs ist jedoch, dass die Regulierung nicht auf bereits existierende Einrichtungen angewendet wird, wodurch der Großteil der Clubs der drohenden Schließung entkäme.

 

Erich Asensio, der Sprecher der CatFAC (Federation of Cannabis Associations of Catalonia) begrüßt den neuen Plan der Regierung. Seiner Auffassung nach ist die öffentliche Ablehnung der Clubs auf die „Ignoranz und das Fehlverhalten einiger Vereinigungen“ zurückzuführen. So hatten sich in Barcelona einige Clubs auf Touristen spezialisiert, obwohl ihr eigentlicher Vereinszweck stets die Versorgung der lokalen Bevölkerung war. Die Vereinsidee sieht zudem vor, dass die Clubmitglieder sich zumindest flüchtig unter einander kennen. Mitgliederzahlen von über 10.000 Personen widersprachen eindeutig diesem Konzept.

 

Die von Colaus Regierung angedachten Änderungen müssen jedoch bis zum 13. Juni angenommen werden. Andernfalls tritt der von Trias entwickelte Plan in Kraft und über hundert Clubs würden in Barcelona schließen. In dem Fall müsste die Stadt, laut der stellvertretenden Bürgermeisterin Janet Sanz, rund 14,4 Mio. Euro an Entschädigungszahlungen an die Clubbetreiber zahlen. Fraglich bleibt, ob eine neue Regulierung – sollte sie durchgesetzt werden – von Dauer sein wird oder ob die Clubs mit einem Bürgermeisterwechsel wieder um ihre Existenz fürchten müssen.

3 Antworten auf „Barcelonas Bürgermeisterin will Cannabis Clubs „begnadigen“

  1. https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/22-ein-laecheln-fuer-die-hanffreund-innen

    Was der Nixon und der Anslinger und ihre Auftraggeber da für einen historischen Mist verzapft haben, macht mich immer wieder sprachlos. (Totenkopfzeichen mit drei Blitzen und Wolken dunkler Materie). Hoffentlich bekommen die eine pragmatische, menschenfreundliche Lösung zustande. Ich drücke die Daumen. Hoffentlich hilft das etwas! 🙂

    Liebe Grüße nach Barcelona – eine schöne Stadt – eine sehr schöne Stadt 🙂

  2. Surak

    Ein Mindestabstand von 100 Metern wurde auf 100 Meter verkürzt. Na, das hat sich ja mal gelohnt, denn jetzt ist immerhin das „n“ weg. Der wichtigste Buchstabe zum Neinsagen!

  3. Ralf

    Die Haupsache ist, daß der Alk in jeder Kneipe direkt gegenüber von Schulen und Kindergärten legal weiter verhökert und gesoffen werden kann. Das ist dann die absolute Gerechtigkeit die wir alle so lieben!

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