Dienstag, 20. Mai 2014

Das ist meine Medizin!

Cannabis-Patient isst Gras im Rahmen einer Verkehrskontrolle

Cannabis aus der Apotheke
Kaum zu fassen: Cannabis-Patient mit Appetit auf mehr Foto: Archiv

 

Im Februar wurde ein Cannabis-Patient auf dem Fahrrad nachts in Berlin/Mitte aufgrund eines Rotlichverstoßes von der Polizei angehalten und im Rahmen der folgenden polizeilichen Maßnahmen auf Drogen durchsucht. Er übergab den Beamten freiwillig ein Tütchen mit einer grünen Substanz, die diese zur Beweissicherung im Fahrzeug verstauten. Da der Radfahrer eine Urinprobe verweigerte, wurde er auf der Rückbank des Autos platziert, während die Ordnungshüter neben dem Streifenwagen damit beschäftigt waren, nach einem diensthabenden Arzt und dem Richter zu telefonieren, der zu vorgerückter Stunde eine Anordnung zur Blutprobe unterschreiben sollte.

Währenddessen saß der Verdächtige, der für die Kosten des ihm verschriebenen Dronabinols selbst aufkommen müsste, im Auto und vertilgte unbemerkt von den Beamten einen guten Teil des in der Tüte befindlichen Krauts. Diese bemerkten ihr Aufmerksamkeits-Defizit erst, als die Mahlzeit fast beendet war. Der aufgrund des folgenden, positiven Blutbefunds erhobene Vorwurf einer Drogenfahrt wurde mittlerweile fallen gelassen, das eingeleitete Verfahren wegen Drogenbesitzes wegen fehlenden öffentlichem Interesse eingestellt. Ob der Vorwurf der Drogenfahrt fallen gelassen wurde, weil man dem Radfahrer nicht nachweisen konnte, vor Fahrantritt Cannabis konsumiert zu haben oder ob es der Patientenstatus war, weiß der der Redaktion persönlich bekannte Cannabis-Patient selbst nicht. Unterlagen, die seinen Patientienstatus beweisen, musste er eigenen Angaben zufolge nicht abgeben, um den Einstellungsbescheid zu erhalten. Übrig bleibt jetzt der Rotlichtverstoß, der mit einem Ordnungsgeld und Punkten in Flensburg geahndet wird.

Wir warnen alleridings unbedingt vor einer Nachahmung, da es besonders in des USA schon zu Todesfällen gekommen ist, weil Verdächtige versucht haben, anders als der Berliner Radler, ihr Weed mitsamt der Tüte aufzuessen.

 

3 Antworten auf „Das ist meine Medizin!

  1. Surak

    Das mit den Todesfällen ist aber jetzt ein bischen albern, Leute, oder? Es wäre jedenfalls dennoch ein Grund für die Verpackungsmittelindustrie endlich mal ein paar Ideen zu unterbreiten, in welchem Gebinde das legal verteilte Ganja nach dem Ende des weltweiten Drogenkrieges an den Mann zu bringen sei. Vielleicht sollten angesichts der weltweiten Müllflut dabei in erster Linie organisch leicht abbaubare Verpackungen im Vordergrund stehen – auch, wenn unter entkriminalisierten Bedingungen dann die mögliche Notwendigkeit wegfällt, sie spontan verzehren und verdauen zu müssen.

  2. Henning

    Ja tüten die leicht verdau bar sind vllt gibt es sogar das sollte man sich doch mal überlegen ob es die investizion nicht wert ist 😀 man sollte nur nicht zuviel rein tuhn und wenn dann ein lieber polizist um die ecke kommt runterschlucken und die gute tüte samt inhalt verdauen das wärs ;D noch besser natürlich eine legaliserung dann kann man sich das theater sparen made my day 🙂

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