Montag, 15. August 2022

Hanfparade am 13. August 2022

Bild: Archiv Su

Hanfparade am 13. August 2022

Beitrag von Hans Cousto


Die Hanfparade ist die größte und traditionsreichste Demonstration für Cannabis als Medizin, Rohstoff
und Freizeitdroge in Deutschland. Sie findet seit 1997 jährlich in Berlin statt; die Hanfparade findet
somit seit einem Vierteljahrhundert jährlich in Berlin statt. Dieses Jahr, am Samstag, 13. August 2022,
wird zum 26. Mal die Hanfparade durch die Straßen Berlins ziehen. Nach zwanzig Jahren Hanfparade
wurde der Forderung nach Cannabis als Medizin durch das „Cannabis als Medizin Gesetz“ stattgegeben.
Das Gesetz ist am 10. März 2017 in Kraft getreten. Nun ist ein Gesetz für Cannabis als Genussmittel in
Vorbereitung. Damit dieses Gesetz den Bedürfnissen der Konsumenten wie auch des
Konsumentenschutzes entspricht, wird dieses Jahr auf der Hanfparade demonstriert. Rednerinnen und
Redner aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Medizin und Kultur werden die Forderungen im
Rahmen der Legalisierung artikulieren und über den Stand der Diskussion berichten. Das Motto der
Hanfparade lautet dieses Jahr „Hanf ist für alle da“.


Rednerinnen und Redner
Zum ersten Mal seit bestehen der Hanfparade wird der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und
Drogenfragen, Burkhard Blienert (SPD) auf der Hanfparade sprechen. In der 18. Wahlperiode (2013-
2017) war er Mitglied des Deutschen Bundestages und vertrat seine Fraktion als ordentliches Mitglied
im Ausschuss für Gesundheit, im Ausschuss für Kultur und Medien sowie im Haushaltsausschuss.
Blienert war während dieser Zeit Berichterstatter seiner Fraktion für Drogen- und Suchtfragen. Im Jahr
2018 war er als Redner auf der Cannabis Normal Konferenz des Deutschen Hanfverbandes (DHV) auf
der Bühne. Er gilt als engagierter Befürworter der Legalisierung von Cannabis.
Für die Grünen wird Kirsten Kappert-Gonther und Werner Graf präsent sein. Kirsten Kappert-Gonther
ist Obfrau der Grünen Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss, Sprecherin für
Gesundheitsförderung sowie Sprecherin für Drogenpolitik, in deren Zusammenhang sie sich auch als
Sprecherin bei Law Enforcement Against Prohibition engagiert. Kappert-Gonther war maßgeblich
beteiligt am Antrag der Grünen betreffend des Entwurfes eines Cannabiskontrollgesetzes wie auch
betreffend des Antrages Potenziale des Nutzhanfanbaus voll ausschöpfen. Werner Graf ist seit März
2022 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Zuvor war er von 2016 bis 2021
Vorsitzender der Berliner Grünen. Werner Graf, der seinerzeit Bundessprecher der Grünen Jugend war,
gehörte zu den Autoren der Erstausgabe des Hanf Journals, die im Herbst 2001 erschienen ist – kurz
nach der Hanfparade, die damals am 1. September in Berlin stattfand. In der Folge war er auch für einige
Zeit (bis 2005) Chefredakteur des Hanf Journals. Kirsten Kappert-Gonther und Werner Graf haben
schon mehrfach auf der Hanfparade gesprochen.


Die FDP wird mit drei Referenten auf der Hanfparade präsent sein, junge Leute die der Partei ein
wohltuendes neues Erscheinungsbild verleihen. Kristine Lütke ist seit 2021 Mitglied des Deutschen
Bundestages in der Fraktion der FDP. Im Dezember 2021 wurde Lütke zur sucht- und drogenpolitischen
Sprecherin der FDP-Fraktion gewählt. Sie ist außerdem Mitglied im Gesundheitsausschuss. Anna
Kryszan ist in Polen geboren und im Pott groß geworden. Seit fünf Jahren bereichert sie mit ihrer
offenen Art auf sympathische Weise ihre liberale Überzeugung. In dieser Zeit unterstützte Anna die
Berliner Julis als stellvertretende Landesvorsitzende. Im Februar 2022 wurde Anna Kryszan zur
Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen Berlin gewählt. Roman-Francesco Rogat lebt seit seiner
Geburt in Berlin. Roman-Francesco ist gelernter IT-Systemkaufmann. Ende 2012 ist Roman-Francesco
in die FDP eingetreten, als die Umfragen das erste Mal unter 5% gerutscht sind, um gegen den Trend ein
Zeichen zu setzen. Nach der Bundestagswahl ist er dann Mitglied der Jungen Liberalen geworden um
gemeinsam mit ihnen den Neuaufbau der FDP zu gestalten. Roman-Francesco Rogat ist seit dem 4.
November 2021 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Anna Kryszan und Roman-Francesco Rogat
beehren nicht zum ersten Mal die Hanfparde als Referenten.


Für die Partei DIE LINKE werden Niema Movassat und Niklas Schrader sprechen. Niema Movassat,
geboren 1984 in Wuppertal, studierte Rechtswissenschaften in Düsseldorf und schloss 2009 erfolgreich

ab. Im selben Jahr zog er für DIE LINKE in den Deutschen Bundestag ein. Im Jahr 2021 kandidierte er
nicht mehr für den Bundestag. Er gehört jedoch weiterhin dem Vorstand der Partei DIE LINKE an. Von
2017 bis 2021 war er drogenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und setzte sich für die Legalisierung
von Cannabis ein. Im Juni 2022 wurde er mit dem „Hanfadler“ auf der Cannabis normal Konferenz
geehrt. Niklas Schrader ist Mitglied des Abgeordnetenhaus von Berlin, Mitglied des Vorstandes der
Fraktion DIE LINKE und Sprecher für die Politikfelder Datenschutz, Verfassungsschutz und
Drogenpolitik. Niklas Schrader fordert neben dem staatlich kontrollierten Verkauf von Cannabis die
Einrichtung von Cannabis Social Clubs und den Ausbau von Suchtprävention, sowie den Abbau von

Repressionen gegen Suchtkranke. Für den Konsumentenschutz fordert er die Etablierung von Drug-
Checking-Programmen. In diesem Zusammenhang ist er auch Mitglied beim LEAP (Law Enforcement

Against Prohibition) Deutschland e.V., welcher sich für die Legalisierung von Drogen einsetzt.
Vertreterinnen und Vertreter aus den Parteien CDU/CSU sowie AfD wurden wegen der parteipolitischen
Ablehnung der Legalisierung von Cannabis nicht nicht als Referenten zur Hanfparade eingeladen.
Außer den Repräsentanten der Parteien werden auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter diverser
Organisation aus der Zivilgesellschaft auf der Bühne der Hanfparade zu hören sein. So Georg Wurth und
Florian Rister vom Deutschen Hanfverband (DHV). Der DHV setzt sich als Lobbyorganisation seit 20
Jahren für die Legalisierung von Cannabis ein. Georg Wurth war zunächst seit Juli 2001 Geschäftsführer
des Bundesnetzwerkes Drogenpolitik (BND) bei den Grünen. 2002 wurde er Geschäftsführer des frisch
gegründeten Deutschen Hanfverbandes, den er dann 2004 als alleiniger Inhaber übernahm und bis heute
leitet. Georg Wurth ist auch in diversen weiteren drogenpolitischen Initiativen aktiv, z.B. beim
„Schildower Kreis“. Florian Rister engagierte sich 2001 ehrenamtlich im Alice-Project in Frankfurt am
Main sowie bei der Hanf-Initiative Frankfurt und trat dem DHV sowie Anfang 2012 auch der
Piratenpartei bei. Nach jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit z.B. im Forum des DHV begann er im April
2014 seine feste Anstellung beim DHV. Lange bearbeitete er Anfragen, betreute Social Media Seiten und
arbeitete mit den verschiedenen DHV-Ortsgruppen. Zum April 2017 begann er seinen neuen Posten als
stellvertretender Geschäftsführer beim DHV. Georg Wurth und Florian Rister haben seit vielen Jahren
Jahr für Jahr auf der Hanfparade gesprochen – sie sind langjährige engagierte Motoren der
Legalisierungsbewegung.


Lisa Haag ist seit 2017 in der Cannabisbranche tätig. Im Juli 2018 gründete sie die MJ_UNIVERSE
GmbH, einen Publisher für digitale Produkte (z.B. Krautinvest.de) und ein kollaboratives Netzwerk, um
Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette von Hanf und Cannabis zu vernetzen. Lisa Haag ist
Gründungsmitglied und im Vorstand der deutschen Branchenvertretung BvCW e.V. und aktives Mitglied
des Cannafem Network – einem professionellen Netzwerk für Frauen, Hanf und Cannabis.
Andreas Gerhold war viele Jahren Drogenbeauftragter der Piratenpartei Hamburg. Er ist Gründer und
Vorsitzender des Cannabis Social Club Hamburg e.V..
Dr. Fabian Pitter Steinmetz ist Eurotox-zertifizierter Toxikologe und Consultant bei Delphic HSE.
Seinen PhD absolvierte er 2016 in der Computer-Toxikologie an der Liverpool John Moores University.

Wissenschaftlich interessiert ist er an Strukturaktivitätsbeziehungen, NPS und Harm Reduction-
Ansätzen. Als Vorstandsmitglied bei der European Coalition for Just and Effective Drug Policies

(ENCOD) setzt er sich für die Legalisierung des individuellen und gemeinschaftlichen Eigenanbaus von
psychoaktiven Pflanzen/Pilzen ein. Darüber hinaus ist er Mitglied des drogenpolitischen
Expertennetzwerks Schildower Kreis.


Philine Edbauer ist seit 2015 drogenpolitisch aktiv und rief 2017 zusammen mit Julia Meisner die
Initiative #mybrainmychoice ins Leben. Seitdem hat sie mehrere Dutzend Newsletter geschrieben,
mehrere Workshops, Vorträge und Demoreden gehalten. In der Kampagne für eine grundlegend neue
Drogenpolitik betreut sie die Kooperationen und politische Kommunikation.
Maximilian Plenert (* 1982) ist seit über 20 Jahren drogenpolitisch aktiv. Den Anfang hat sein
Engagement bei der Grünen Jugend und Grünen Partei, wo er über Jahre auf Bundesebene die grüne
Programmatik prägte und schärfte. Darüber kam er zu seiner Anstellung als wissenschaftlicher und

technischer Mitarbeiter beim Deutschen Hanf Verbandes von 2009 bis 2017. Vom DHV wechselte er
2017 zur Firma Sens Media als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fachjournalist und
„Berufscannabispatient“. Aktuell ist Maximilian Geschäftsführer des KCG Kompetenzzentrum
Cannabis GmbH. Er engagiert sich in diversen Organisationen (Akzept, ACM/SCM, Grüne Jugend,
Grüne Partei, Schildower Kreis, LEAP) im Bereich Drogenpolitik und ist Autor zahlreicher
Publikationen zum Thema. Maximilian Plenert wird auf der Hanfparade den Patientenbereich betreuen.
Mirta Rostas ist die Vorstandsvorsitzende des CAPA Cannabis Patientenvereins e.V. und seit 2006 im
Gesundheitswesen tätig. Sie ist examinierte Pflegefachkraft, Pflegedienstleitung und
Qualitätssicherungs- / GMP-Beauftragte in der pharmazeutischen Industrie. Die Jahrelange Erfahrung
und die direkte Arbeit mit Patienten und anderen Akteuren des Gesundheitswesens hat sie veranlasst,
den Verein zu gründen. Die Vision des Vereins ist es, vielen Patienten die Möglichkeit zu bieten,
selbstbestimmt Entscheidungen über neue Behandlungswege zu treffen. Dies wird durch ein
ganzheitliches Konzept erreicht. CAPA Cannabis Patientenverein e.V. bietet Schulung, Beratung,
Workshops und Events an.


Daniel Brückner fing 2014 an sich drogenpolitisch zu engagieren und gehörte in den Jahren 2014 bis
2018 unter anderem dem Orgateam der Hanfparade an, organisierten mit anderen in einigen Jahren den

GMM Berlin und den 420 Smoke-In Berlin mit. Des weiteren war er auf vielen Cannabis-
Veranstaltungen als Redner und/oder Assistent der Veranstalter mit dabei und unterstütze zudem die

„Freie Arbeitsgemeinschaft Drogengenusskultur“ bei zahlreichen Drogeninfoständen in Clubs und auf
Festivals. Nach seiner Zeit als Moderator bei Exzessiv.TV gründete er im letzten Herbst mit „420
Berlin“ sein eigenes Projekt, mit dem er sowohl YouTube-Videos produziert, als auch Demonstrationen
und andere Events rund um Cannabis organisiert und unterstützt. Im April 2022 war Daniel der
Organisator der Demonstration 420day, die am 20. April 2022 vor dem Brandenburger Tor startete und
zur SPD-Zentrale führte.


Christoph Roßner (Roßner-Consulting) leistet seinen Beitrag zur Erschließung des vollständigen
Potentials von Hanf, indem er Politiker und Verbände, Krankenversicherungen und Ärzteschaft,
wissenschaftlich Forschende unterschiedlicher Bereiche, produzierende Unternehmen, Investoren und
weitere Interessenten beratend unterstützt.


Das Programm ist dieses Jahr sehr vielfältig und es werden noch ein paar weitere Rednerinnen und
Redner hinzu kommen, mit denen gerade korrespondiert wird. Moderiert wird das Programm auf der
BuyHigh-Bühne der Hanfparade von Michael Knodt. Seit 2004 arbeitet er als freier Mitarbeiter für
deutschsprachige Hanf-Zeitschriften und leitete die Redaktion des Hanf Journals als Chefredakteur von
2005 bis 2013. Zur Zeit schreibt er für das Vice-Magazin, den Nachtschatten-Verlag, Sensi-Seed, Leafly
sowie zahlreiche deutsch- und englischsprachige Publikationen. Michael Knodt war zudem langjähriger
Kopf und Moderator einer der beliebtesten deutschen Sendung zum Thema Hanf und dessen Verbot,
Exzessiv TV.


Musik
Zwischen den einzelnen Rednerstots wird es auf der Hanfparade auch Livemusik geben. Auf der
Auftaktkundgebung wird Johnny 808 aus Hamburg (authentischer realer Rap) und Raggabund (Reggae,
Latin und Dancehall) auftreten. Auf der Abschlusskundgebung wird der Liedermacher Götz Widmann
und die Band Mutabor zu hören sein.


Programmübersicht
Den Auftakt der diesjährigen Hanfparade bildet bildet wie in den Vorjahren wieder eine Kundgebung mit
politischen Reden und Live-Musik. Die Auftaktkundgebung wird am Samstag, den 13. August 2022, um
12 Uhr in der Spandauer Straße beim Neptunbrunnen auf der Südseite des Alexanderplatzes in der
Stadtmitte von Berlin starten.


Der bunte Demoumzug durch die Stadt wird um 15 Uhr starten und führt via Unter den Linden, vorbei
am Reichstag (Zentrum der Legislative), dem Bundeskanzleramt (Zentrum der Exekutive), dem
Gesundheitsministerium (Amtssitz des Drogenbeauftragten) und dem Hackeschen Markt zurück zum

Ausgangspunkt in der Spandauer Straße. Der Umzug wird von Paradewagen begleitet, auf denen
Musiker live spielen oder DJs für guten Sound sorgen.
Nach dem Demoumzug gegen 18 Uhr findet traditionsgemäß wieder eine große Abschlusskundgebung
mit Bühne, einer Hanfmeile mit Infoständen, einem Nutzhanfareal sowie dem Megabuds-Forum für
Hanfmedizin statt. Musiker unterhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Hanfparade von der
Bühne aus im Wechsel mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Medizin sowie der
Legalisierungsbewegung.


https://www.hanfparade.de/

Ein Beitrag von Hans Cousto

2 Antworten auf „Hanfparade am 13. August 2022

  1. buri_see_kaeo

    Heute, Montag, die Redner der Hanfparade vom vergangenen Samstag ankündigen…
    Heute, Montag, möchte ich auf ein zukünftiges Ereignis hinweisen, dem am Mittwoch (17.08.2022) beginnenden Verkehrgerichtstag in Goslar. Man scheint die Legalisierung von Cannabis als unabwendbares Schicksal hinzunehmen. Ein Experte, Andreas Krämer vom deutschen Anwaltverein: …der bisherige Grenzwert tauge nicht, da er keine Aussage über Fahruntüchtigkeit trifft Ach so, was für eine revolutionäre Erkenntnis .Ein Grenzwert der unwirksamen Abbauprodukte liefert dazu wirklich keine Aussage, sensationell. Der Wert müsse wie beim Alkohol… dass nur berauschte Fahrer sanktioniert werden… … durch diesen Grenzwert Man beachte würden Man beachte voraussichtlich Menschen bestraft… Voraussichtlich, die unbegründete Bestrafung steht unsereins also noch bevor, stimmt demnach nicht, dass es bisherige Praxis war/ist. Tatsache ist, dass durch die o.g. Praxis 10-tausende+++ wirtschaftlich ruiniert wurden…, und das soll also nie stattgefunden haben, weil voraussichtlich… Und die Verantwortlichen waschen ihre dreckigen Hände in Blödheit, drollig, wie vor 77 Jahren:
    Der Führer war ein guter Mann,
    er baute uns die Autobahn.
    mfG  fE

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