Sonntag, 9. Januar 2022

Schwermetalle im Joint?

Cannabis entzieht dem Boden Schwermetalle – dies könnte Folgen für den Konsum haben

Am besten ohne Blei: Cannabis. Foto: Intern.

Wer Cannabis konsumiert, der möchte auch ein möglichst natürliches und reines Produkt. Dies ist auch eines der häufiger genannten Argumente der Pro-Legalisierungslobby. Aber schon heute gibt es bei den zahlreichen Hanfprodukten Probleme mit den Zusatzstoffen. Genauer gesagt sind diese Zusatzstoffe durchaus natürlich, aber dennoch gesundheitsschädlich für den Menschen: Schwermetalle sind hier unter den Stoffen, die besonders auffallen.

Cannabispflanzen nehmen Schwermetalle aus dem Boden besonders effektiv auf. Das ist in vielen Fällen sogar gewünscht: Ist ein Boden mit Schwermetallen kontaminiert, kann man in Deutschland eine legale Hanfplantage dazu nutzen den Boden zu sanieren. Als legal gilt dabei eine Plantage, deren Pflanzen einen THC-Wert unter 0,3 Prozent aufweisen – bezogen auf das Trockengewicht.

Blei, Chrom, Quecksilber und viele mehr – all diese Schwermetalle könnten also in erhöhten Werten in einer Cannabispflanze enthalten sein. Forscher der Penn State University haben jüngst die Fähigkeit der Hanfpflanze untersucht und dabei bemängelt, dass eine Regulierung des Schwermetallgehalts von Cannabis bisher nicht existiert. Auch eine Kontrolle suche man vergebens. Dies führt dazu, dass Konsumenten von THC-haltigem Cannabis, medizinischem Cannabis sowie CBD- und weiteren Industriehanfprodukten unwissentlich diesen Stoffen ausgesetzt sein könnten. Besonders für Patienten, die medizinisches Cannabis zur Schmerzbehandlung konsumieren, sei dies problematisch.

Dabei wird Cannabis bereits speziell für die „Phytoremediation“ – also die Reinigung der Umwelt – gezüchtet. Sollten diese speziell entwickelten Sorten unwissentlich weiterverwendet werden, da eine Regulation und Kontrolle ausbleibt, könnten Konsumenten an Pflanzen geraten, die einen hohen Anteil an Schadstoffen aus Luft, Wasser und Boden in sich tragen. Die Lösung, so die Forscher, müsse aus der Landwirtschaft kommen; Böden müssen getestet und speziell eingesetzt werden; Kontrolle und Regulation müssen eingeführt werden. Wenn Dem Özdemir Recht behält und deutsche Bauern in den Startlöchern für die Hanfproduktion sitzen, sind Kontrollen für reines Cannabis mehr als sinnvoll.

6 Antworten auf „Schwermetalle im Joint?

  1. Haschberg

    Üble Geschichte, mehr kann ich dazu kaum sagen.
    Die neuen Ampelpolitiker sollten sich schleunigst dieses Problems bewußt werden und dem entsprechend handeln.
    Legale Hanfprodukte müssten also künftig zum Schutz der Konsumenten auch auf Schwermetalle untersucht und vernünftige Grenzwerte eingeführt werden.

  2. Timothy Leary

    Ich frage mich ja ob diese Schwermetalle nur bei Verbrennung gefährlich sind.
    Im Vergleich zum Verdampfen sind die Temperatur Unterschiede ja schon erheblich.
    Vielleicht wäre somit zumindest mit der Art der Konsumform auch ein gewisser Selbstschutz möglich.

    Nicht dass es das eigentliche Problem löst, aber vielleicht bietet es eine Möglichkeit dem noch bestehenden Problemen entgegentreten zu können anstatt dem schlicht ausgesetzt zu sein.

  3. Harry Anslinger

    Wir warten , liebe Grüne!
    Wollte die Ampel nicht zum Wohle der Konsumenten und der Staatskasse Cannabis legalisieren?
    Sind die FDP und die Grünen eben nicht auch dafür von der Wählergruppe unter 25 so stark mit je 25 % gewählt worden?
    Die von der FDP haben jetzt aber wohl gemerkt, das verlorene Märkte nicht allein durch eine Legalisierung über Nacht sich in üppig sprudelde Geldquellen verwandeln, daher auch keine Eile mehr, die Früchte ernten sie eh erst 2-3 Regierungen später.
    Und dann noch steuerfreier Eigenanbau, wo bleibt da der Profit?
    Und mal ehrlich, liebe Grüne , am Ende könnt ihr froh sein, wenn eine Lösung wie in Malta oder Luxemburg in den nächsten 4 Jahren kommt , zumal ihr das mit der Warenbeschaffung aus dem Ausland und der Kündigung der intern.Verträge gegen Cannabis nicht so schnell hinbekommt, wir sind leider nicht Kanada, denen war das alles egal.
    Mehr ist nicht zu erwarten, da haben sich jetzt wohl zuviele wirtschaftliche Interessengruppen dazwischen gehängt , angefangen bei der Pharmalobby, den Banken und Börsen und allen anderen Profiteuren der bisherigen Gesetze , alles gute Bekannte der FDP, der Parteigroßspendenkönigin 2021.
    Und was will eigendlich die SPD und Herr Scholz ? Auf das BVerfG warten?
    Es läuft dann bei Druck aus Karlsruhe oder den Grünen wohl auf Portugal oder Luxemburg hinaus, da können sie in Bayern weiter schikanieren und in Hamburg fröhlich – frei kiffen, denn da juckts niemanden , damit könnte sich sogar die CDU/CSU anfreunden.
    Und die SPD, die ja nie mehr als das wollte, verschreckt keine Wähler Ü70.
    Mit Konsumentenschutz hat das dann aber nichts mehr zu tun und die Staatskasse bleibt leer.

  4. Dr. Voss, M A.

    Schreckgespenst „Schwermetalle“ sind wieder ein verzweifelter Versuch, Legalisierungsbestrebungen schlecht zu reden. Doch hier haben Prohibitionsbefürworter nicht ganz zuende gedacht:
    Andere Pflanzen, die ja auf gleichen Böden angebaut werden, ziehen eventuell weniger Schwermetalle aus der Erde, (vorausgesetzt, sie enthält überhaupt welche), jedoch konsumieren wir alle diese Pflanzen permanent. – z.B. Kartoffeln. Darüber hinaus werden für manche CBD-Produkte bereits Schwermetall-Messungen durchgeführt. Cannabis-Plantagen, wie man sie zur Zeit aus Kanada kennt, topfen selbstverständlich in eigens dafür gelieferte, angepasste Erde, bzw. eine Mischung aus Torf und Substrat.
    Beim hydroponischen- und beim aeroponischen Anbau fehlt Erde dann gänzlich. MeCaDt

  5. QiSan

    Jede Pflanze nimmt Spurenelemente/Schwermetalle über die Wurzeln auf.
    Äpfel, Birnen, Karotten, Brokkoli, Hanf. Nur eben unterschiedlich viel pro Gramm in der Produktionsbiomasse. Wer verdampft schon ein halbes Kilo Kraut pro Tag. Reine Panikmache …

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