Sonntag, 26. Dezember 2021

Öl oder doch nur Öl?

Forscher beschleunigen Tests auf CBD-Gehälter in Ölen – und sprechen eine Warnung aus

CBD und THC in Ölen nachweisen – das war bisher nur mit relativ komplexen Tests möglich. Das hat sich nun geändert: Eine neue Technik namens Hochleistungsdünnschichtchromatographie ermöglicht nun schnellere Ergebnisse mit günstigeren Geräten – auch wenn der rekordverdächtig lange Name für Alpträume bei ausländischen Austauschschülern sorgen könnte. Denn die Methode ist dermaßen simpel, sie „funktioniert im Grunde wie bei einem Schulversuch, bei dem man zerkleinerte Blätter mit Reinigungsbenzin übergießt und ein Stück Kreide hineinstellt. Die Benzin-Blattgrün-Lösung wandert das Kreidestück hoch, wobei sich das Grün in mehrere Farbstoffe auftrennt”, so die Erstautorin der neuen Studie zum Thema CBD-Öl, Theresa Schmidt.

Weniger erfreulich waren die Ergebnisse der Studie, erschienen in der Fachzeitschrift „Results in Chemistry“: von den getesteten Ölen enthielten nur zwölf so viel CBD wie angegeben, die restlichen drei enthielten keine Spur von CBD – obwohl bei der Produktbeschreibung von Teilweise bis zu 30% CBD die Rede war. Als negativ-Proben dienten Schmidt und ihre Kollegen handelsübliches Oliven-, Sonnenblumen-, und Hanföl.

Durchgeführt wurde die Studie an der Martin-Luther-Univerität Halle-Wittenberg (MLU). Prof. Dr. René Csuk betonte, dass es in Zukunft mehr und mehr gesundheitsschädliche Öle auf dem Markt geben wird: „Wir befürchten, dass unseriöse Händler bald synthetische THC-Varianten hineinmischen werden, die natürlicherweise nicht in der Hanfpflanze vorkommen“. Umso wichtiger sei eine schnelle und zuverlässige Testmethode. Csuk betonte aber ebenso, dass die Forschung zu CBD-Ölen noch in den Kinderschuhen stecke – für eine schmerzlindernde und entspannende Wirkung gäbe es bisher „keinen seriösen wissenschaftlichen Beweis“.

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