Freitag, 9. August 2019

Richtfest für die Cannabisproduktionsstätte in Neumünster

Sicherste und modernste Aufzuchtanlage der Welt entsteht


Nachdem sich Ende Mai endlich im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte seitens der Cannabisagentur etwas bewegte und die Lose im Ausschreibungsverfahren für den Anbau für medizinisches Cannabis vergeben werden konnten, haben sich die glücklichen Gewinner der lukrativen Legitimation in die Vollen gestürzt. Im Norden Deutschland errichtet Aphria jetzt nach eigenen Aussagen die modernste und sicherste Aufzuchtanlage der Welt, damit Ende 2020 die erste Medizinalhanfernte für Patienten eingefahren werden kann. Ein Richtfest für die Cannabisproduktionsstätte in Neumünster lud am Donnerstag aufgrund des großen wirtschaftlichen Faktors sodann auch den Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins ein, der die Ansiedlung des Unternehmens in seinem Bundesland als einen Glücksfall bezeichnete.

Wahrscheinlich zum ersten Mal wird in der in Neumünster aufgebauten Hochsicherheitsanlage der Firma Aphria medizinisches Cannabis geerntet werden, wenn es um die Produktion von Medzinalhanf in ganz Deutschland geht. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich deshalb auch recht zufrieden auf dem Richtfest der jetzt erst gebauten Cannabisproduktionsstätte, da man hier mit Sicherheit kein „Marihuana für Altona“ produzieren werde. Dass dies tatsächlich nicht der Fall sein wird, lässt sich anhand der übermäßigen Sicherheitsbestimmungen und Sicherheitskonzepte voraussagen, da hier wie in einem Tresorraum das Pflanzenwachstum vonstattengehen wird. Auf der über 6000 Quadratmeter großen Indoorplantage sollen rund 14000 Tonnen Stahlbeton verbaut worden sein und die Wände sind wohl 24 Zentimeter dick. 400 Kameras überwachen später den gesamten Komplex und den Prozess der Produktion, dazu hatte man während des Bewerbungsverfahrens noch ein Konzept vorlegen müssen, das sich auf die Abwehr von Drohnen bezog. Einem Angriff mit schwerstem Gerät solle der Komplex zwei Stunden lang standhalten können, sagte der Geschäftsführer Hendrik Knopp gegenüber der anwesenden Presse. „Wir arbeiten ja mit Betäubungsmitteln. Der Gesetzgeber hat klar definiert, wie dick die Wände sein müssen. Wir arbeiten in einem Tresor.Da der Cannbismarkt in Deutschland zu einem der größten Märkte der Welt werden könnte, wundert es nicht, dass die in Neumünster entstehende Anlage für die vierfache Produktionsmenge der 200 Kilogramm ausgelegt wurde, die sie zu Beginn an Cannabis jährlich herstellen darf.

Nach Vorstellungen des drogenpolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion Wieland Schinnenburg dürfte sich der Bedarf an Medizinalhanf alleine hierzulande in der Höhe von fünf bis sechs Tonnen befinden, jedoch ließen sich in Deutschland auch bis zu 50 Tonnen unter den richtigen Umständen produzieren. Er würde es gerne sehen, wenn die Grundlagen für die Ausfuhr von medizinischem Cannabis geschaffen werden würden. „Wir wollen Cannabis Made in Germany als Exportartikel“, sagte er zu den aktuellen Entwicklungen im Land bezüglich der gefragten Naturarznei.

Vielleicht insgesamt aber doch alles ein bisschen zu spät …

12 Antworten auf „Richtfest für die Cannabisproduktionsstätte in Neumünster

  1. R. Maestro

    Anhand der Sicherheitsvorschriften und -Massnahmen lässt sich erkennen: Der Wahnsinn geht weiter. Man windet sich wie ein Wurm dagegen.
    Die Ernte wird nie beim Patienten ankommen.
    In den Tresorraum einer Bank kommt man leichter hinein.
    Aus dem Knast oder aus einem Atommülllager kommt man selbst bzw. Material leichter heraus.
    Hingegen, wenn man in der Politik mal einen Fuss hat, ist alles möglich, scheissegal ob man Kompetenz besitzt.
    Auch wenn man selbst gerne Rauschgift nimmt und bewirbt (Kreuther Geist), oder das Wissen über die reine Existenz eines MG3 nicht hinaus geht.
    Man könnte ja lapidar fragen: Seid ihr besoffen, da oben? Dazu schweigt (Möchtegern-) Mann und Frau von Welt der Politik.
    Es ist ein Kasperletheater bei uns.
    Nur die Gesichter haben sich seit Kindheitstagen geändert.

    Niemand will eine Mauer bauen. Ich nehme keine Drogen, mein Hausarzt heißt Morell. Man hat hier die Gesundheit im Blick, usw., ja klar, morgen wieder.
    Was soll der lächerliche Wassergraben um den Bundestag herum, man sollte diese Bagage nach Neumünster verfrachten.
    Vielleicht manche(n) in einen Gulag oder zumindest zurück unter den Stein, unter welchem sie einst hervor gekrochen sind.

  2. Tom

    „Wir wollen Cannabis Made in Germany als Exportartikel“ sagte der drogenpolitische Sprecher der FDP? Sorgt erstmal dafür dass der bundesdeutsche Bedarf gedeckt wird, sage ich. Aber gut, dann wissen wir endlich offiziell dass es der FDP nicht um die Legalisierung des Verkaufes von Cannabis hierzulande geht, sondern darum dass Großkonzerne (wie immer) hier anbauen, Subventionen abgreifen, und das Zeug mitsamt den Gewinnen ins Ausland verschachern. Wenigsten bekommt man dann ein paar H4-ler zum Mindestlohn aus der Statistik. FDP? NEIN DANKE. Aber wenigstens ist auf die Verlaß. Genauso verlogen wie immer.

  3. Fred

    Na ja. Die Gefahren werden seit Jahren völlig überhöht dargestellt, die Strafverfolgung passt sich dieser “ Gefahrenlage “ an, dann ist ja schon fast folgerichtig die Pflänzchen hinter 24cm Beton aufwachsen zu lassen. Dann kann man nicht einfach Bauer Nöbb den Auftrag erteilen, statt Mais einfach ein bisschen Hanf anzubauen.

    Man handelt schon sehr konsequent. Konsequent verrückt.

  4. Rainer Sikora

    Hoffentlich ist kein Kindergarten in der Nähe.Nicht auszudenken,wenn die stark verdünnte Abluft eingeatmet wird.Einstiegsabluft.Gefahr an einer Psychose zu erkranken.

  5. buri_see_käo

    Mal zum Vergleich, in der Asse wurde der mittelradioaktive Abfall in Blechfässern einfach so reingekippt. Die Fässer gammeln im eindringenden Grundwasser dahin, der Inhalt kontaminiert es. Hat auch sein Gutes, es hemmt biologische Aktivitäten,…nein, nein, nicht was Ihr denkt; man muss die Personen bedenken, die z.B. mit Fusspilz ihre Last haben.
    Beifall zur Brachialidiotie des Höchstsicherheitsbunkers bitte unter:
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Cannabis-Bunker-in-Neumuenster-feiert-Richtfest,cannabisanlage100.html
    mfG fE

  6. Krake

    Was noch fehlt sind Selbst – Schuß – Maschienen – Stacheldraht und Menschenfressende Morlock Zombies und Atomwaffen, klar ,oder?

  7. Krake

    @Rainer,
    Einstiegsabluft, find ich sollte als Unwort des Jahres 2020 gekürt weden. Hammational!!!!
    Sehr lustig….

  8. buri_see_käo

    „die Abwehr von Drohnen“, die könnten ja einzelne Blüten stibitzen…
    technische Details dazu könnten z.B. für Gartengrower interessant sein.
    Deren (Anlagenbetreiber) Drohnenabwehrkonzepte ließen sich (vorerst, Stichwort Aufrüstungsspirale) evtl. auf gleichartige kostengünstige Lösungen für den H-Gärtner übertragen.

    Drohnenabwehr…, und wenn die Rauschgiftsterroristen die Anlage mit Modellbauraketen necken?, die sind schallschnell, bei handwerklichem Geschick im Flugverhalten präzise berechenbar…
    Täglich sollte schon eine Division (militär) zum Schutz der Anlage nach einem Sicherheitszwischenfall anrücken müssen; ganz neue, modernsteste Perspektiven:
    weiter so, Michel-Gouverments Blödheit muss sich wieder lohnen!
    Einstiegsabluft, >1000 Punkte
    mfG fE

  9. Ralf

    @Fred
    „die Strafverfolgung passt sich dieser “ Gefahrenlage “ an, ……“
    Na, kar sie ist VOLLKOMMEN UNSCHULDIG und befolgt ja auch nur(wieder mal) wie damals nur Befehle!
    Ironie aus.
    Sie passt sich an gar nichts an. Sie muß das auch nicht denn sie ist die Macht und mit Politikern und Industriellen zusammen, die Ursache für dieses Menschheitsverbrechen.

    Anslinger, der Urheber, war Bulle und hat das gemacht um seinen überflüssigen Bullen (Strafverfolgern) eine Legitimation zu besorgen in dem er nach Beendigung der Alkoholprohibition neue Opfer erfunden hat. Und auch heute sind über 90% der sog. Strafverfolger dafür, so weiter zu machen, also ein aktiver Teil der Diskriminierung. Würde sie sich offen gegen diese Machenschaften wenden, wäre der Spuk schon längst Geschichte !

    Es gibt für solche Machenschaften historische Beispiele wie z.B. die Mördertruppe die am Wounded Knee vor ca 150 Jahren ein ganzes Indianerdorf mit Frauen und Kindern massakriert hat. Sie war aufgestellt worden um angeblich marodierende Indianertruppen (eine Lüge wie beim Hanf die der Anslinger auch offensichtlich als Lehrstück gehabt hat) zu jagen. Als sie dort ankamen gab es die natürlich nicht. Aber die Mörder in Uniform waren nun mal schon aufgestellt und angereist, und so killte man das Dorf mit dem Spruch auf den Lippen: Wir sind hier um Indianer zu töten also töten wir Indianer!

  10. Ralf

    „Auf der über 6000 Quadratmeter großen Indoorplantage sollen rund 14000 Tonnen Stahlbeton verbaut worden sein und die Wände sind wohl 24 Zentimeter dick. 400 Kameras überwachen später den gesamten Komplex und den Prozess der Produktion“

    Da sieht man mal wieder daß bei diesen mit zweierlei Maß messenden Nazis auf ein Verbrechen immer wieder nur ein neues folgen kann, in diesem Falle ein Umweltverbrechen sonder gleichen.
    So lange solche Strom vergeudende Blödheiten betrieben werden mache ich mir um die Umwelt keine Sorgen mehr, die ist eh unwiederbringlich im Eimer.
    Die Welt wird von vollkommen Irren Massenmördern beherrscht und wird mit ihnen zusammen den Weg gehen, den solche Geistes kranken immer gehen, diesmal aber für immer und alle!
    Ich sehe mir das jetzt schon mein ganzes Leben lang an. Die Hoffnung ist der Resignation gewichen, die aber auch für einen klareren Blick sorgt. Und so lehne ich mich heute nur noch zurück, bin dankbar daß ich bald die 65 noch geschafft habe und sehe allem weiteren mit neuerlich entstandener großer Lust am Untergang zu!

  11. Ralf

    @Rainer Sikora
    Du böser, teuflisch genialer Ideengeber Du! Wie kannst du das nur schreiben, jetzt haben wir den Einstiegsabluftsalat, den uns die permanent zu hyper intelligenten Maßnahmen neigenden Prohibitionisten jetzt bald als neue gefähliche Wahrheit servieren werden !

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