Montag, 17. Juni 2019

Russische Polizei schiebt Menschenrechtlern Cannabis unter

Das Cannabis-Verbot hilft gegen alles – auch gegen Regimekritiker und Dissidenten

Cannabis
Foto: freeimages stockers9

 

 

Sadhu an Hemp

 

Die Masche der russischen Polizei ist immer die gleiche: Wer den vaterländischen „Frieden“ stört, bekommt von Vater Staat eins übergebraten – und das mit der Prohibitionskeule. Letztes Jahr traf es den Menschenrechtler Ojub Titijew, den es mundtot zu machen galt, weil er sich für politisch verfolgte Landsleute einsetzt, von denen viele entweder spurlos verschwunden sind oder in tschetschenischen Foltergefängnissen misshandelt werden. Die augenblicklich beliebteste Methode, unliebsame Personen aus dem Verkehr zu ziehen, ist die allgemeine Verkehrskontrolle, bei der sich wie auf Bestellung Drogen anfinden. Bei Titijew war es Cannabis in nicht geringer Menge, das ihn stante pede von der Landstraße in den Knast beförderte. Im anschließenden Mammutschauprozess wurde er zu vier Jahren Lagerhaft verurteilt.

 

Obwohl die rechtswidrige Praxis der Polizeibehörde, Regimekritikern und Dissidenten Drogen unterzujubeln, um sie zu kriminalisieren, von der breiten Öffentlichkeit missbilligt wird, reißen die Vorfälle nicht ab. Aktuell erhitzen zwei Fälle die Gemüter der Russen:

 

Am 5. Juni erwischte es den kremlkritischen Journalisten Ivan Golunov, dem eine Moskauer Anti-Drogeneinheit übel mitspielte. Bei seiner Festnahme wurden laut Polizei vier Gramm des Aufputschmittels Mephedron gefunden. In der Wohnung des 36-Jährigen seien dann weitere Päckchen mit einer „pulvrigen Substanz“ und eine Feinwaage entdeckt worden. Nach zweitägigem Verhör in Polizeigewahrsam wurde Golunov vorübergehend in ein Moskauer Krankenhaus gebracht, wo Ärzte nach Angaben seines Anwalts gebrochene Rippen, Prellungen und eine Gehirnerschütterung diagnostizierten. Laut Polizei handelte es sich lediglich um Kratzer auf dem Rücken und ein geschwollenes Auge.

Der Fall löste in Russland und im Ausland Empörung aus, die umso größer wurde, als Golunov von den linientreuen Staatsmedien bezichtigt wurde, dass er mit Drogengeldern Terroristen unterstützt. Letzten Mittwoch legte die Polizei bei einer Kundgebung in Moskau mal eben 550 Menschen in Ketten, weil sie gegen die Polizeikorruption im Lande protestierten und eine Untersuchung des Willküraktes gegen den Journalisten forderten. Das Strafverfahren gegen Golunov war tags zuvor mangels Beweisen eingestellt worden. Um Dampf aus dem Kessel zu nehmen, wurden die beteiligten Polizeibeamten der Anti-Drogeneinheit vorübergehend suspendiert. Die Strippenzieher wurden nicht zur Rechenschaft gezogen.

 

Inmitten des sich immer deutlicher abzeichnenden Polizeiskandals schlägt nun ein zweiter Fall hohe Wellen. An den Kragen ging’s dem Menschenrechtsaktivisten Martin Kochesoko aus der im Nordkaukasus gelegenen Karatschai-Tscherkessischen Republik. Am 7. Juni wurde Kochesoko mit zwei Mitstreitern von der Verkehrspolizei im Bezirk Lesken im Südosten von Kabardino-Balkarien angehalten. Bei der Durchsuchung des Autos fanden sich 263 Gramm Marihuana an. Im ungünstigen Fall drohen Kochesoko bis zu elf Jahre Gulag.

Auch dieser fingierte Kriminalfall veranlasste die regierungstreuen Medien, den „Nestbeschmutzer“ als Drogenabhängigen und amerikanischen Spion zu diskreditieren. Nach den ersten Vernehmungen wurde Kochesoko in das Gefangenenlager Nalchik verfrachtet. Am Morgen des 8. Juni erfolgte dann eine Hausdurchsuchung des Büros seiner Menschenrechtsorganisation, bei der alle Computer und Datenträger beschlagnahmt wurden. Somit dürfte kein Zweifel bestehen, dass das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden politisch motiviert ist. Zumal laut Presseberichten bereits am 25. Mai, während Kochesoko nicht daheim war, Staatsbeamte bei ihm zu Hause auftauchten. Den überraschten Eltern wurde eröffnet, dass ihr Söhnchen in eine „Verschwörung“ verwickelt sei und sie die Pflicht hätten, Auskunft über seine Aktivitäten zu geben.

 

Trotz dieser unerfreulichen Nachrichten aus Russland, gibt es auch etwas Positives zu berichten: Der Menschenrechtler Oyub Titiyev, der seit fast eineinhalb Jahren wegen eines gefakten Cannabis-Verbrechens gesiebte Luft atmet, soll noch diesen Monat auf Bewährung freikommen.

 

 

22 Antworten auf „Russische Polizei schiebt Menschenrechtlern Cannabis unter

  1. Harald

    Ich bin mir sicher, dass es in vielen Ländern zum Bürgerkrieg kommen wird. Denn in vielen Ländern hat das Gesindel mittlerweile die Vorherrschaft und die Menschen werden das auf Dauer nicht hinnehmen. Auf der ganzen Welt zieht euch warm an ihr Lobbyisten, Verhinderer, Staatsverbrecher, Kriegsverbrecher, Umwelt-und Klimakiller. Es wird ungemütlich werden für Euch. Hoffentlich gibt es genug Brückengeländer für euch alle!!!!!!!

  2. R. Maestro

    Es verhält sich hier nicht viel anders.

    Dazu fällt mir spontan ein:
    Auf seinem Sterbebett:
    „Sicherlich ist Marihuana eher harmlos. Aber die Sache war ein Beispiel dafür, dass ein Verbot die Autorität des Staates stärkt.“ Zitat, Harry Anslinger.

  3. Otto Normal

    @Harald
    Zur Not tun’s auch Straßenlaternen, aber Stricke könnten knapp werden.

  4. Fred

    Ach was sind schon ein paar Gramm untergeschobenes Gras. Hierzulande gibt es sogar ein paar Simpel, die Andersdenkende einfach aufknüpfen wollen.

  5. R. Maestro

    @Harald
    @Otto Normal

    Beides richtig. Da täglich Zentner bis Tonnen in D verraucht werden, bleiben genug Reste für Hanfseile. 🙂

    An Stricken sollte es nicht fehlen …..

  6. Harald

    @ Fred
    Na, dann sollten diejenigen, die genau wissen, dass sie gemeint sind und warum, schon mal ein gepacktes Täschchen bereit stehen haben. Vielleicht hat Argentinien noch ein paar schöne Plätzchen. Das soll sich in der Vergangenheit ja auch schon bewährt haben. Die Zeit für diese Verbrecher läuft langsam ab und das Volk oder soll ich Untertanen sagen, erwachen langsam. Wer zu lange getreten wir beginnt irgendwann sich zu wehren und jetzt ist es eben so weit. Meiner Meinung nach viel zu spät. 2o Jahre früher wären besser gewesen!

  7. Fred

    @Harald

    Wer hat dir das bloß mit dem getretenen Volk erzählt. 85 % der Deutschen sind mit ihren Lebensumständen zufrieden bzw sehr zufrieden. Ich bin übrigens einer davon. Könnte also sein, das dir und deinen Spiessgesellen irgendwann mal jemand kräftig in den Hintern tritt. Dann solltest du dein Täschchen gepackt haben, um nach Argentinien auszuwandern. Ob die aber immer noch Nazis aufnehmen, ist mir nicht bekannt.

  8. Fred

    Hier mal die Statistik zur Zufriedenheit in Deutschland.

    Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

    Dann kämpfe mal schön weiter für dein Land !

  9. Harald

    @ Fred
    Wenn du ein aufmerksamer Troll wärst, dann wüsstest du, dass ich alles andere als braun bin. Aber du hast dich ja schon bei der Dieseldiskussion, als Verteidiger aufgespielt. Ich kann mir sehr genau vorstellen wer dein Gehalt bezahlt. Denn jedes Mal wenn , es eng wird taucht Fred aus der Versenkung auf und publiziert Zahlen. Mit den 85% meinst du mit Sicherheit auch diejenigen, deren Kinder mangels Masse am gesellschaftlichen Leben nicht teilhaben können und diejenigen, welche verzweifelt nach einer bezahlbaren Wohnung suchen, oder all die, welche vom Mindestlohn so super leben und sich entfalten können. Oder sind es die paar hundert tausend, welche klagen, weil sie von der Dieselmafia betrogen wurden. Oder sind es etwa die, welche jeden Tag Flaschen sammeln gehen müssen, um was zu beißen zu haben. Mit Verlaub, aber du bist ein Arschloch.

  10. Fred

    @ Harald

    Schau ich auf einen See und sehe einen Vogel mit Entenschnabel der auch noch quakt, dann ist es eine Ente und sonst nichts.
    Wer hier Leute aufknüpfen will, der ist entweder völlig durchgebrannt, oder ein Nazi. Das Arschloch nehme ich übrigens als Kompliment, weil es von dir kommt.

  11. Rainer Sikora

    Das einzige was mich noch oben hält,ist die Hoffnung auf eine rückwirkend alles wieder gut machende Gerechtigkeit.

  12. Ralf

    @Fred
    Ach ja, mal wieder der Fred, eiserner Erträumer und Verteidiger eines imaginären Rechtsstaates, der immer einleitend persönlich beleidigend oder abqualifizierend, von Simpeln redet die andere aufknüpfen wollen, nicht aber von Mördern in Uniform die unschuldigen armen Cannabiskonsumenten in den Hinterkopf schießen (.RIP Andre Borchert.), ganz zu schweigen von den vielen anderen Menschenrechtsverletzungen die diese Leute täglich gegen uns begehen ! Wie kann sich einer wie der nur selbst ernst nehmen?

  13. Lotus

    Zitat:
    „Wer hat dir das bloß mit dem getretenen Volk erzählt. 85 % der Deutschen sind mit ihren Lebensumständen zufrieden bzw sehr zufrieden.“

    wow das für sich ist in meinen Augen schon extrem provokant,
    aber dann noch stolz zu behaupten man sei einer davon,
    ist die typische Doppelmoral die hier vieles kaputt macht,
    klar willst du nichts ändern,
    denn für dich ist alles ja scheinbar so gut wie es ist,
    aber was ist mit den Menschen die Harald aufgezählt hat,
    und wenn es nur 1 % wären,
    diese Menschen sind ein Teil unserer Geselschaft,
    die dir alles gibt um zufrieden zu sein,
    dann ist es doch wohl auch das mindeste ,
    die ernst zu nehmen die nicht so viel Glück haben wie man selber…
    denk mal drüber nach Fred,
    die Welt muß nicht so sein wie sie jetzt ist ;D

  14. Fred

    Ja der böse Fred mal wieder. Lotus, hier spricht niemand von nichts ändern. Ganz im Gegenteil. Gerne und recht zufrieden hier zu leben, heisst nicht mit allem zufrieden Und einverstanden zu sein. Von den Umweltproblemen angefangen bis hin zur Drogenpolitik liegt vieles im Argen.
    Ich halte unsere Regierung für richtig schlecht. Da ist sich ja inzwischen auch die Republik einig. Die gehören abgewählt und auf den Misthaufen der Geschichte.Und das ist das tolle in unserem Land. Man kann sie abwählen. Ein paar Kids auf den Strassen, ein Youtuber mit blauen Haaren der mal so richtig ausschenkt, und Rumms stehen die Damen und Herren ziemlich blass und verwirrt da und bekommen per Wahl genau das was sie brauchen.
    Alles mit demokratischen Mitteln. Meinungsfreiheit und das Recht per Demo seinen Unmut auszudrücken und dann wählen zugehen. Das hat gereicht.

    Und weil so was hier möglich ist, lebe ich gerne hier. Und halte dagegen wenn solche Typen ( @ Ralf, Simpel ist da noch eine recht zurückhaltene Beschreibung )wie oben zu Mord und Totschlag aufrufen, oder zumindest für angebracht halten.
    Hier ist keine blutige Revolution nötig, deshalb mein Hinweis zur Zufriedenheit in Deutschland. Aber du hast natürlich recht, auch 1% Unzufriedene sind zu viel, eine gewisse Quote wird sich aber nicht vermeiden lassen. Denn das mit der Zufriedenheit ist letztlich auch eine individuelle Angelegenheit. Genauer gesagt, jeder ist seines Glückes Schmied.

  15. R. Maestro

    Die mittlerweile als Standard angesehene Volksverhetzung funktioniert anscheinend auch unter unsereins.
    Schade, bzw. Scheisse. Aber naja.
    Trotzdem, eine dicke Wolke und darauf eine gute nacht allen.
    Peace oder Piece!

  16. Der Realist ohne Kraut

    Irre ich, oder ging’s im Beitrag um russische Drogen-Unterjubler?!
    Bei den Kommentaren könnte man echt denken, dass es nur um Wohlstand geht…

    Du bist ein Nazi, du bist ein Arschloch mit Wohlstand und alle anderen teilen diese Ansichten?
    Echt jetzt?

    Nazis, die gibt’s an jeder Ecke. Viele davon sitzen auf Stühlen im Landtag etc. Aber ich glaube, das darf hier keiner wissen. Übrigens sitzen dort auch die Arschlöcher. Manchmal ist’s gar die eine und selbe Person…

    Leute – die Russen bauen Scheiße und fast niemand tut was dagegen. Hat verblüffende Ähnlichkeit mit der Prohibition des Deutschen Alt-Gesocks. Nur eben nicht so offensichtlich.

    Wenn ihr Spaß dabei habt, haut echt gerne die Köpfe ein, aber das hier wird den Cannabis-Gegnern mal wieder IHRER Ansicht Bestätigung geben. Klar, oder?

  17. Fred

    @Realist ohne Kraut,
    Wenn hier offen mit Mord und Totschlag gedroht wird, gehe ich dazwischen. Jetzt und auch in Zukunft. Oder sollte man diesen Typen applaudieren ?

  18. Der Realist ohne Kraut

    @ Fred
    Gute Frage, ob man da applaudieren sollte. Immerhin sollte man für seine Rechte einstehen. Wenn dies bei manchen Zeitgenossen nur mit Gewalt geht, haben die sich entweder das Hirn schon längst weggekifft oder ticken einfach anders.

    Ich habe eine 10-jährige Tochter, die von meiner Partnerin und mir diplomatisch erzogen wird. Dies sollte deine Frage beantworten!

    Du musst aber auch verstehen, dass – wie jetzt wieder deutlich in den Medien zu sehen ist – die Rassisten auf dem Vormarsch sind. Und die warten lange, sehr lange auf ihre endgültige Aktion. Dies ist teils auch nur das Resultat aus einer verdrehten, verkorksten Regierung, die einfach nicht begreift, wo der Hammer hängt. Die Franzosen mit ihren Gelbwesten haben’s auch zu spüren bekommen…

    Ich kann dir aber versichern, dass die deutschen Bürger einfach zu faul, feige und dumm sind, sich für Ihre Rechte stark zu machen. Lieber sitzen sie im stillen Keller und opponieren sich gegen die Regierung als Taten sprechen zu lassen.

    Wenn du je auf einer Deko für Legalisierung warst, darfst du gerne weiter mit mir reden. Ich habe schon öfters feststellen müssen, wie dämlich unsere Landsleute wirklich sind. Außerdem kenne ich’s auch, wie es sich anfühlt, für läppische 0,6g verurteilt zu werden inkl. Wohnungsdurchsuchung, weil ich mir DAMALS ein oder zwei kleine Johnnys pro Woche gönnte. Ich stehe noch immer unter Beobachtung. Und das alles, weil ich ein Kind habe. Ich trinke fast nie, habe kein Auto und arbeite teils für den Staat, der mich durch und durch kontrollieren lässt.

    Darüber darf man sich wohl aufregen. Ich kenne viele Kommentare zu diversen Artikeln hier beim HaJo. Ich gehe selten mit Hetze o.ä. konform, kann es aber trotzdem verstehen!

  19. Ralf

    @R. Maestro
    „Sicherlich ist Marihuana eher harmlos. Aber die Sache war ein Beispiel dafür, dass ein Verbot die Autorität des Staates stärkt.“ Zitat, Harry Anslinger.

    Und Harry Anslinger war ein BULLE also ist die Cannabisprohibition von einem BULLEN für die BULLEN gemacht worden, und diese Wichser haben Spaß daran uns Gewalt an zu tun und uns zu verfolgen, das haben die mir ins Gesicht gesagt als sie in mein Haus eingebrochen sind und mein Leben wegen einer Hand voll Pflanzen zerstört haben. Und sie sind auch noch stolz drauf. @Fred Ich sage nicht daß es richtig ist das zu tun, aber ich habe Verständnis für jeden der solche Dreckschweine gerne an den nächsten Baum hängen würde, verdient hätten sie es, und glaub ja nicht daß es nicht einen großen Anteil bei den Bullen und Gerichten gibt, die das gerne mit uns machen würden!

  20. Ralf

    @Rainer Sikora
    „Das einzige was mich noch oben hält,ist die Hoffnung auf eine rückwirkend alles wieder gut machende Gerechtigkeit.“
    Ich interpretier das „rückwirkend“ jetzt einfach mal mit „im Jenseits“, denn im Hier und Jetzt kann ich nicht glauben daß du wirklich so blauäugig bist und auf Gerechtigkeit hoffst.
    Aber für eine Gerechtigkeit im Jenseits gestehe ich dir eine 50 Prozentige Wahrscheinlichkeit zu, das ist immerhin 50 mal so hoch, wie im Leben!

  21. Ralf

    Noch etwas zum Artikel: Unliebsame Meinungen (Z.B.zum Vietnam- Krieg) und ihre Verbreiter mundtot oder am besten gleich ganz tot zu machen, war von Anfang an der einzige Zweck dieses Menschenrechtsverbrechens Prohibition. Was da in Rußland passiert ist, ist also nichts weiter als bussiness as usual und die Amis haben es erfunden.
    Sie wurde von Massenmördern für Massenmörder gemacht und durch solche Aktionen zeigt sie offen ihr perversestes Gesicht.

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