Freitag, 10. Mai 2019

Medizinalhanfanbauprojekt in München erhält grünes Licht

Einstimmiger Beschluss seitens des Gesundheitsausschusses.

Bild: Kimo


Gestern tagte der Gesundheitsausschuss in Bayerns Landeshauptstadt München, um über die Forderungen der dortigen Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbandes zu entscheiden, welche den Anbau von Medizinal-Cannabis zum Thema hatten. Auch wenn wohl niemand so richtig an einen Erfolg des Vorhabens glauben wollte, hat sich der Gesundheitsausschuss nun bei seiner Abstimmung über das Projekt für die Idee einstimmig ausgesprochen. Das Medizinalhanfanbauprojekt in München erhält grünes Licht!

Aufgrund der weiterhin bestehenden Lieferengpässe Medizinalhanf betreffend, wurde seitens der Ortsgruppe München des DHV neben einer erfolgreichen Petition auch das Vorhaben, die Stadt München selbst für Nachschub Sorgen zu lassen, an den Oberbürgermeister Dieter Reiter weitergeleitet. Der SPD-Mann setzte sich daraufhin für eine Durchsetzung der Idee ein und brachte den Vorschlag zur Debatte im Gesundheitsausschuss am gestrigen Donnerstag, wo über die Machbarkeit entschieden wurde. Auch wenn dort natürlich seitens der christlichen Union ein Nein in den Raum geschmissen wurde, so machten sich SPD, Grüne und Linke gemeinsam stark und sorgten im Endeffekt für ein einstimmiges Ergebnis, welches jetzt eine weitere Verfolgung der Umsetzung zu Folge hat. Der Oberbürgermeister hat künftig damit offiziell die Aufgabe, sich beim Städtetag und beim Bundesgesundheitsministerium für eine Genehmigung zum Anbau von medizinischem Cannabis im Stadtgebiet Münchens einzusetzen und auf die dringende Notwendigkeit des Modellprojektes hinzuweisen. Auch sieht das Ergebnis vor, einen Runden Tisch einzurichten, der sich um die Versorgungslage der kranken Patienten kümmern soll. Da aufseiten der BfArM die Bewerbungsfrist für den Medizinalhanfanbau schon Ende des letztens Jahres abgelaufen ist, wird sich der OB auch für eine Ausnahme bei den Teilnahmefristen einsetzen, damit München selbst noch an dem Verfahren teilnehmen kann. Da es nach Überzeugung der Regierenden in München Bundesgesetze gäbe, welche den Kommunen das Recht auf Eigenanbau zusprächen, erklärte der Chef des Rathauses, dass er davon überzeugt wäre, einen Beitrag leisten zu können, der aktuellen Versorgungslage etwas Positives beisteuern zu können. Gedanken, wo man den geeigneten Platz für die mögliche Hanfplantage finden könnte, sind seitens der politischen Riege bereits gemacht worden, sodass es nur eine Detailfrage wäre, würde der Stadt München nun tatsächlich die Genehmigung erteilt, für die in Deutschland lebenden Medizinalhanfpatienten Cannabis anzubauen zu dürfen.

Selbst wenn sich der gesamte Prozess jetzt noch einmal einige Zeit hinziehen könnte, so ist der große erzielte Erfolg des DHV-München nicht von der Hand zu weisen. Congratulations Bavaria!

12 Antworten auf „Medizinalhanfanbauprojekt in München erhält grünes Licht

  1. Egal

    Das ist ja mal ein kleiner Schritt in der richtigen Richtung.

    Nur was sollen all die Menschen machen die noch immer keinen Arzt gefunden haben und sich auf eigener Faust versorgen müssen?

    Hier ist noch Aufklärungsbedarf nötig!

  2. Tom

    „das Projekt für die Idee einstimmig ausgesprochen“. Ok, jetzt wissen wir es. DIE HÖLLE IST ZUGEFROREN. Schön. Geht doch! Auch wenn Ärzte noch etwas „Nachholbedarf“ in Sachen Cannabisnutzung haben. Macht nix. Die Schritte gehen jetzt aber schon mal in die richtige Richtung.

  3. Zweiklassenmediziner/inn

    Es ist ja nur Cannabis und kein Kind , »Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann« .

  4. dkong

    That wird nichts !
    Die Bayrische Polizei auch Bayrische Gestabo genannt(Warum wohl ?) wirds sicher torpedieren mit irgendeiner Scheinheiligen Aktion und Begründung !

  5. R. Maestro

    Bis es beim Patienten angekommen ist, ist es noch ein weiter Weg, da gibt es auch genügend Stolpersteine.

    Einspruch der Union, klar. Unser schnöder Söder hat vor der Landtagswahl 2018 in Bayern getönt, es wäre sogar eine Legalisierung drin. Lügenmaul, Pinochio!
    Gemäss Hans Söllner: Ätsch, bätsch du Trottel, ausgschmiert. Host uns des ois glabt oda wos?

    Das ist zu glatt gelaufen, um später nicht noch aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgebrochen zu werden. Verdächtig, das Fehlen reihenweiser, fragwürdiger Ablehnungsargumente.
    Will man wirklich Verbesserung der Situation? Gesetzlich ist es gelockert worden. Die Ärzte wollen nicht, die Kassen zahlen nicht, und die Cops ficken auch Patienten, als ob es weiter um ihr Leben ginge.
    Ich nehme an, dass die aktuelle Situation bzgl. Umweltschutz eine Änderung herbeiführen wird.
    Der hohe Wert als nachwachsender, abbaubarer Rohstoff wird sicher besser bemessen werden.
    Bei uns haben halt Kartelle wie die Pharmamafia, noch zuviel politischen Einfluss.
    Wie bereits gehabt, manchen Idioten muss man durch Druck von aussen Vernunft einbläuen.
    Der Gier Einhalt gebieten.

  6. greenness

    @R. Maestro:

    Ich habe die Sprüche vom Herrn Söder nicht bekommen. –

    Warum, glaubst Du, hat der Söder solche Sprüche vom Stapel gelassen? Er müßte sowas doch gar nicht sagen!? In Bayern sind sich doch alle einig, daß Cannabis ein Teufelszeug ist und eine Legalisierung nicht in Frage kommt!?

    @dkong:

    Wenn Du (und viele andere) so überzeugt von deiner Ausage bist, dann wird es bestimmt auch so kommen. Es scheinen sich ja alle einig zu sein. Bravo!

  7. R. Maestro

    @greenness
    Ich hab`s gesucht, leider nicht mehr gefunden, den Ausschnitt.
    Es war kurz vor der Landtagswahl in Bayern. Mit dieser Aussage wollte er halt auf Stimmenfang gehen. Er ist Unioner, klar dass hinter solcher Aussage nicht mehr als heisse Luft gesteckt hat.

    Die Politik ist sich einig hier. Und viele Bürger sind noch so verblendet dass der geistige Dünnpfiff einiger Politiker fruchtet.
    Ginge es, würde allein der Gedanke an Cannabis, hier in Bayern, zum vollen Repressions-Programm führen.
    Alle hier wären sich einig, ist dann doch eine Verallgemeinerung, wie man sie reiheneise von den Prohibitionisten in Bezug auf Cannabis und Konsumenten hört und gegen welche wir uns täglich wehren.

    Definitiv geht man im Süden am unsinnigsten,am gesellschaftsschädlichsten um, mit dem Thema Rauschmittel.

    Grüsse aus Bayern.

  8. Rainer Sikora

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen,daß da angebaut wird.Irgendein Foul wird es verhindern.

  9. greenness

    @R. Maestro

    Für mich sind das Anzeichen für den Wandel, wenn sogar einem CSU-Obermotz sowas rausrutscht.

    Genauso wie die Statements von führenden FDPlern auf dem Bundesparteitag. Kann man auf der Dt.Hanfverbands-Site nachlesen/schauen.

    Man sollte diese Menschenrechtsverletzungen, die in Bayern und sonstwo stattfinden, immer wieder klar benennen. Wenn dabei Verbaltotschlagvokabeln verwendet werden, die bei jedem denkenden Menschen eine Blockade auslösen, ist das wenig hilfreich.

    „Definitiv geht man im Süden am unsinnigsten,am gesellschaftsschädlichsten um, mit dem Thema Rauschmittel.“

    Damit hast Du vollkommen recht. Die gängige Drogen“politik“ verschärft Probleme, anstatt sie zu abzuschwächen oder zu lösen.

  10. R. Maestro

    74.000 tote gegen null tote bei THC. Wenn Regierungen dies nicht erkennnen, ist der Verdacht auf Korruption nicht unberechtigt.
    Sorry, Frau Braun, Hitler, Monsanto, ähm, Mortler.

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