Mittwoch, 17. April 2019

Computerspiel mit Cannabisbezug hat Ärger

Weedcraft Inc. erfährt Widerstand in der Medienlandschaft.

Devolver Digital


Videospiele sind ein feiner Zeitvertreib. Auch bieten die unrealistischen Szenarien die Möglichkeit für Gedankenmodelle, die in der Wirklichkeit nur bedingt wünschenswert erscheinen. Gewalt und Totschlag sind seit Beginn des Mediums ein Teil der Spielkultur und lösten schon häufig Debatten über Moral und Ethik in der Öffentlichkeit aus. Nun hat jedoch ein Spiel mit realistischem Inhalt ein ernsthaftes Problem für den Herausgeber ausgelöst, da dieser jetzt nur bedingt für sein kostenintensives Projekt öffentlich werben kann. Ein Computerspiel mit Cannabisbezug hat Ärger, weil die Medienlandschaft sich von den täglich in der Realität stattfindenden Handlungen und Situationen abwendet und eine Diskussion über den Inhalt in großem Maße verwehrt.

Seit dem 11. April ist Weedcraft Inc. via GOG und Steam für PC-Nutzer für einen günstigen Preis online zu erwerben, doch schon vor der Veröffentlichung stießen die Hersteller von Vile Monarch und der Publisher Devolver Digital auf überraschende Probleme und Widerstände. Dem Spiel, welches sich mit Gras, Dealen, Anbau und der Gesetzeslage beschäftigt, wurden von mehreren Seiten Steine in den Weg gelegt, sodass es für die im Voraus finanzierte Produktion nicht ganz so einfach ist, sich in die Herzen der Gamer zu bugsieren. Wie der Standard.at meldet, waren zu Beginn selbst die offiziellen Seiten von Weedcraft Inc. auf Facebook blockiert, Videos auf Youtube durften nach Release nicht versuchen etwas Geld für die sie hochladenden Spieler zu generieren, und traditionelle Werbung für das Game konnte Publisher Devolver Digital wohl auch nicht in gewöhnlichen Medien schalten. In China darf das Spiel sogleich überhaupt nicht erscheinen, während beiseite stehende Menschen, die an der Produktion als Berater beteiligt waren, im Vorhinein davon absahen, ihren Namen überhaupt mit dem Game in Verbindung stehen sehen zu wollen. Selbst der Mitbegründer des Herausgebers Devolver Digital Mike Wilson zeigte sich aufgrund der hohen Hürden überrascht und bestätigte gegenüber einem Spielportal im Internet, dass er mit einer derartigen Kontroverse aufgrund des Inhaltes von Weedcraft Inc. niemals gerechnet hätte.

Während also der unüberschaubare Schwarzmarkt in der Realität floriert, manche fortschrittlichen Länder dagegen die Debatte schon hinter sich haben und von der Legalisierung mehr als nur finanziell, sondern auch gesellschaftlich profitieren, sorgt heutzutage leider immer noch selbst ein kleines Tycoongame mit Cannabisbezug für lächerlich zu erachtenden Wirbel. Betrachtet man Inhalte aus anderen Spielen, die teilweise schon Kleinkindern seitens überforderter Eltern zur Verfügung gestellt werden, könnte man aufgrund dessen tatsächlich einmal einen gewissen Realitätsverlust erleiden.

7 Antworten auf „Computerspiel mit Cannabisbezug hat Ärger

  1. Rainer Sikora

    Es gibt Leute,die meinen Deutschland wäre nahe dabei, Cannabis zu legalisieren.Mit deren Halbwissen gibt es auch Samen zu kaufen.Manch einer merkt jetzt aber auch, was hier in Wirklichkeit abgeht.

  2. Otto Normal

    Hab es schon gekauft und installiert, nettes Spiel ganz unabhängig vom Thema, macht echt Spaß zu spielen. Allen Freunden empfehlen auch denen die nicht konsumieren.

    Jeder sollte sich das Game bestellen, auch wenn man kein Spielefreak ist, um dem Hersteller den Rücken zu stärken. Am besten bei GOG-punkt-com kaufen, denn da wird man nicht mit DRM (erzwungene ständige Internetverbindung ohne die Steam-Spiele nicht laufen) versklavt und überwacht. Ich kaufe grundsätzlich niemals bei Steam ein wegen der Überwachung.

    @Rainer
    Täuschland war der Legalisierung noch nie wirklich nahe, alles nur Schein, es wird immer kurz die Hoffnung geweckt damit die Leute ruhig bleiben und das bleiben sie ja auch (leider). So haben sie es jahrzehntelang auch mit den Homosexuellen gemacht.

  3. R. Maestro

    Ja klar. Schwachsinn.
    Um weiterhin jeglichen Gedanken an Cannabis im Keim zu ersticken, werden zukünftig alle Wiesen braun gefärbt?
    Genug Arschlöcher dazu haben wir ja. Diese texten reihenweise Scheisse, also mehr davon vorhanden und braun kennt man ja.
    Die Eliminatoren, äh, Exekutoren hier haben ihr Beinkleid ja auch farblich geändert.
    Schwarz liegt braun halt doch näher als grün.
    Hoffentlich kommt das Verbot vernichtend als Boomerang zurück.
    Mit dem aktuellen Vorgehen nimmt man Diktatoren kaum die Butter vom Brot.

  4. Otto Normal

    Das Spiel wird tatsächlich totgeschwiegen, auch von allen Spielemagazinen die mit Politik eigentlich nichts am Hut haben. Soweit geht die Propaganda und political-correctnes-scheiße schon! Alles gleichgeschaltet.

    Göbbels Traum von der Gleichschaltung aller Medien wird tatsächlich im 21. Jahrhundert Wirklichkeit.

    OK bei der Gelegenheit habe ich erstmal sämtliche Abos der Magazine gekündigt.

  5. Geld aus dem Nichts

    Dan sag doch mal einer der Medienlandschaft bescheid , das Cannabis die beste Impfung gegen Masern ist .

  6. Ku$hy

    Also dass das Spiel hierzulande totgeschwiegen wird ist einfach nicht richitg.
    Z.B. Die PCGames hat das Spiel in einem Preview vorgestellt:

    Und mal ganz ohne Grüne Brille – das Game ist einfach nicht gut. Maximal Durchschnitt. Daher auch kaum der Rede wert. Nicht alles hat mit Prohibiton zu tun Leute!

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