Donnerstag, 21. April 2016

Mortal Kombat XL

 

Bonestorm

 

mortalKombat

 

Autor: mze

 

 

Wenn das gewalttätigste Prügelspiel der Welt endlich auch ungekürzt in Deutschland erscheinen darf, dann veröffentlicht man es am besten gleich zweimal hintereinander.

Mortal Kombat XL ist die identische Verkaufsversion des gleichnamigen Beat’em Ups aus dem vergangenen Jahr, welche noch auf das große L am Ende verzichten musste. Nun wurde es mit Download-Codes für alle nachträglich herausgebrachten Inhalte erweitert.

 

Die zünftige Prügelei hatte es in der deutschen Vergangenheit nie besonders einfach, weshalb ein doppelter Release dem Hersteller vergönnt sein dürfte, der sich über seine offizielle USK-Freigabe sicherlich heute selbst noch wundert. Doch Videospiele haben sich entwickelt und so auch deren Ansehen in der Öffentlichkeit, wie Mortal Kombat XL einem dann recht schnell klarmacht. In dem, bisher meist auf dem Index landenden, Versus-Prügler hauen sich rabiate Gesellen schließlich die Rüben vom Haupt, zerschnippeln das gegnerische Gegenüber gerne, oder lassen sich sonst eine krankhaft geartete Perversion einfallen, um dem Gegner möglichst brutal das Lebenslicht auszupusten. Was in Pixeln verboten gehörte, gehört in Full-HD mittlerweile dazu.

 

Da eben nie ein fairer Zweikampf ausgetragen wird – am Ende eines Kampfes sogar die Aufforderung für die blutigen Fatality-Finishing-Moves lautstark aus den Boxen tönt – gilt Mortal Kombat hier seit über zwanzig Jahren als eine böse Ausgeburt der Spielhölle.Und dort kam die Marke eigentlich auch ursprünglich her. In dem einstigen Midway-Automaten versammelten sich sieben Charaktere, die auch noch heute in Mortal Kombat XL vertreten sind, erstmalig, um gegen finstere Schergen im tödlichen Zweikampf zu bestehen.

 

In Mortal Kombat XL hat sich an diesem Wettbewerb wenig geändert, doch die Darstellungsqualität, die Spielgeschwindigkeit und die gebotene Menge an Inhalt hat nur noch wenig mit dem einstigen Original gemeinsam. Während früher noch abgefilmte Stuntmen digitalisiert die Fäuste fliegen ließen, ist die heutige Polygongrafik derartig fortgeschritten, dass manch alter Fan – allen nostalgischen Gefühlen zum Trotz – wohl sabbernd vor dem Bildschirm hängen dürfte, wenn sich die aufwendig modellierten Kombattanten mächtig in die Mangel nehmen. Auch hat sich das Gameplay in entsprechender Weise entwickelt, sodass man nicht mehr nur von Schaulust sprechen kann, stürzen sich Zocker in die verschwenderische Organspenderschlacht.

 

So besitzt jeder Button eine eigene Funktion, die Ausrichtung des Steuerkreuzes verändert dessen Auswirkung, was sich bei Nutzung dann in einem veränderten Angriff widerspiegelt. Gedeckt wird immer noch über eine Blockfunktion, die ebenso einen eigenen Knopf beansprucht. Straßenkämpfer müssen sich daher umgewöhnen, sollten sie zwischen aktuellen Beat’em Ups zappen, bei denen ein einfacher Druck nach hinten für den Schutz des gesteuerten Körpers genügt.

 

Und auch vom gesamten Gameplay wird in Mortal Kombat XL etwas wilder gekämpft.

Die Charaktere besitzen flinke Combo-Attacken, die gelernt gehören; Spezial-Angriffe, die durch Eingabeabfolgen ausgelöst werden; und natürlich noch die schrecklichen Fatalities, mit denen der Gegner am Ende des Kampfes im wahrsten Sinne des Wortes auseinandergenommen wird.

Da die äußerst brutalen Beendigungen jedoch nur nach einem Sieg eingesetzt werden können, darf bereits während des Kampfes mit Brutalities ein kurzer Vorgeschmack gegeben werden. Hierfür muss eine Leiste am unteren Bildschirmrand durch erfolgreiches Agieren vollständig gefüllt sein, bevor zum wuchtigen Knochenbrecher angesetzt werden darf. Dieser wird dann auch in Nahaufnahme und Röntgenbildern dargestellt und zeigt zerberstende Körper im Detail.

 

Natürlich fordern diese Angriffe viel Lebensenergie des Kontrahenten, weshalb ein durch Trigger-Druck ausgelöster Brutality-Move einen verloren geglaubten Kampf schnell noch einmal wenden kann. Insgesamt spielt sich Mortal Kombat XL sehr flott und recht funktional. Die Eingewöhnung in die dreiunddreißig unterschiedlichen Spielcharaktere kostet aber etwas mehr Zeit als ein Durchzocken des aufwendig produzierten Einzelspieler-Modus, der in gerenderten Filmen durch eine ziemlich coole Story führt.

Neben dieser Kampagne bekommen Prügelspielfreunde natürlich die Option auf Versus-Kämpfe mit Freunden, Online-Battles und wechselnde Herausforderungen geboten. Letztere erinnern sogar etwas an die gute, alte Arcade-Zeit.

 

Enthalten ist in Mortal Kombat XL dazu der Zugang zu den bekannten Hollywood-Monstern Alien, Predator, Leatherface und Jason Voorhees. Mit Triborg, Bo’Rai Cho und alternativen Klamotten für unterschiedliche Charaktere werden eher alte Serien-Fans bedient – die es nach der einst angewandten Zensurpolitik in Deutschland hier eigentlich gar nicht geben dürfte.

 

Rache ist Blutwurst – guten Appetit!

 

Boxshot Wizard file used for creating global boxshots
Boxshot Wizard file used for creating global boxshots

 

Mortal Kombat XL

Fotos: Warner Brothers Games

USK 18

Circa 50€

(PS4 – ASIN: B01AWEIVZ4  / Xbox One – ASIN: B01AWEJ39W )

 

3 Antworten auf „Mortal Kombat XL

  1. mze

    @renepervers – Naja, manch Kiffer spielt gern, genauso wie manch Kiffer Musik hört oder Bücher liest.
    Die Frage taucht hier ja öfters auf – warum nicht auch Kritik an den CD-Vorstellungen und DVDs?
    Vielleicht aktiviert man damit auch Spieler, die sich sonst nicht mit der Hanf-Materie beschäftigen… wäre doch möglich oder?

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