Samstag, 23. März 2019

Das CBD-ABC

Cannabidiol verstehen lernen.

Was ist Cannabidiol nun eigentlich – und warum reden alle darüber?


Über CBD wird seit einigen Jahren immer häufiger gesprochen. In Politik, Wissenschaft und Medizin findet die Substanz aus Hanf immer mehr interessierte Personen, welche sich dem nicht berauschenden Wirkstoff der Hanfpflanze verschreiben – im Guten wie im Schlechten. Viele Veränderung gab es auch in der gesetzlichen Bestimmung der Substanz, jedoch ist weiterhin der öffentliche Handel mit CBD-Produkten ohne Einschränkungen erlaubt, solange deren Einsatz einzig als Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetik geplant ist (Anmerkung der Redaktion: siehe aktuelle Entwicklungen). Als medizinisches Produkt besitzen CBD-Produkte eine Verschreibungspflicht, weshalb sich viele Hersteller nicht so weit aus dem Fenster lehnen wollen und einen garantierten gesundheitlichen Effekt proklamieren – CBD ist einfach kein medizinisches Marihuana. Auch der Hype um legales Cannabis führt bei CBD zu keiner Wahrheitsfindung, weshalb man erst einmal bei der bisherigen Betrachtung des vielseitigen Wirkstoffes beginnen sollte, möchte man über die nützlichen Eigenschaften von CBD berichten. Jeder, der an den gesundheitsförderlichen Aspekten von Cannabis interessiert ist, hat den sicheren Zugang zu den unterschiedlichen Produkten des legalen CBD-Marktes. Was aber bestimmt diese Eigenschaften des ganz speziellen Hanfinhaltsstoffes. Meine Damen und Herren, heute geht es um das ABC des einzigartigen CBD!

Fangen wir von vorne an. CBC – Cannabidiol – ist ein Phytocannabinoid. Kurz gesagt, es ist eines von über einhundert identifizierten Cannabinoiden, welches in der gesamten Hanfpflanze zu finden ist. Bei Raumtemperatur ist es eine farblose und geruchsneutrale Kristallsubstanz. CBC stellt eines der wichtigsten Cannabinoide dar – zum einen bei den Effekten sowie auch in seinen Anteilen in der Pflanze.  Die Menge von CBD kann in Cannabisextrakten über 20 Prozent betragen, was es zu einem der beiden bekanntesten Wirkstoffe aus Hanf machte und zu einem der wichtigsten Cannabinoide. Der andere bekannte Wirkstoff ist selbstverständlich das berühmt berüchtigte THC, das nicht nur durch die frühere Entdeckung zu Ruhm kam (die gesamte Struktur von THC wurde von Raphael Mechoulam bereits 1964 entdeckt, doch die Extrakte von THC, CBC und CBN waren bereits früher bekannt – seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts), sondern – wahrscheinlich besonders deshalb – aufgrund der psychoaktiven Effekte. Naja, es ist schließlich nicht das erste Mal, dass die berauschenden Charakteristiken einer Pflanze die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen – wir sind eben eine feierwütige Spezies. Wie dem auch sei, gegenüber dem bösen Bruder, verursacht CBD keine Rauschzustände – obwohl es möglicherweise sogar einige psychoaktive Effekte wie THC besitzt. Was jedoch wirklich wichtig ist, zeigen die neusten Forschungsergebnisse, die davon sprechen, dass die gesundheitlichen Faktoren und möglichen medizinischen Aspekte von CBD jene von THC weit übertreffen. Eine letzte Klarstellung muss an dieser Stelle aber ausgesprochen werden, da, wenn wir von der Entdeckung der Cannabinoide sprechen, man nur die Auffindung durch moderne Pharmakologie beschreibt, da die positiven Effekte von Cannabidiol und andere Cannabinoide schließlich seit Jahrtausenden bekannt sind und geschätzt werden.

Mit der Hilfe der ältesten Gentechnik, welche der Menschheit bekannt ist – das selektive Züchten – haben sich Hunderte unterschiedliche Cannabissorten entwickeln lassen, die über Tausende Jahre in den Einsatz kamen. Inklusive der Superzüchtungen, welche einen THC-Wert von über 30 Prozent aufzeigen können, oder der medizinischen Entwicklungen, die kaum noch Anteile dieses Cannabinoids aufweisen, dafür aber reich an CBD sind. Diese Extremzüchtungen sollten jedoch niemanden auf die falsche Fährte locken – neben den „medizinischen” oder den „rekreationalen” Sorten, stellt regulärer Hanf – oder wenn es schöner klingen sollte – der „industrielle/agrarkulturelle Hanf” weiterhin eine der am häufigsten vertretenden Hanfsorten dar. Natürlich, abgesehen von der Genetik, gibt es etwas, was diese drei funktionellen Gruppen (Medizinal-/Genuss -/Industriehanf) verbindet. Alle Sorten enthalten gewisse Mengen an CBD!

In Anbetracht des Potenzials der selektiven Züchtung könnte dies zumindest teilweise darauf zurückzuführen sein, dass dieses schöne, gesunde Cannabinoid keine psychoaktiven Eigenschaften aufweist (und sogar die von THC aufhalten kann), weshalb selbst die größten Puristen nicht davon gestört werden dürften, da keinerlei Rauschwirkungen davon verursacht werden können. Zeitgleich zeigt CBD bereits einen großen Anteil an nützlichen Eigenschaften, während immer weitere entdeckt werden. Wie aber gesagt, dass gesamte Spektrum der nützlichen Faktoren von CBD wird derzeit noch wissenschaftlich aufgedeckt. Dennoch sollte man einen kurzen Blick auf die 2013 im englischen Journal für Pharmakologie veröffentlichten Ergebnisse einer Studie werfen. Nach der dort veröffentlichten und zitierten Forschung ist CBD hilfreich bei der Behandlung von: Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfällen und Entzündungen. Zusätzlich besitzt es einen antioxidativen Effekt, während manche Studien davon ausgehen, auch einen antidepressiven Effekt hervorrufen zu können. Es verringert Stresssymptome und kann möglicherweise auch bei der Bekämpfung von Krebs sehr hilfreich sein. Bevor man aber zu Schlussfolgerungen kommt und ein Allheilmittel bekannt geben sollte, wäre es hilfreich sich daran zu erinnern, dass zu diesem Zeitpunkt die Forschung noch in einem sehr frühen Stadium stand, wo wenig mit 100 Prozent Sicherheit ausgesagt werden konnte. Somit sollte man keine wissenschaftlich fundierten Rückschlüsse zu den Entdeckungen ziehen. Ebenso erinnert man besser daran, dass die meisten Produkte mit CBD nicht als medizinische Produkte verkauft werden, sondern meist als Nahrungsergänzungsmittel. Somit sollten sie auch nicht mit medizinischen Produkten und Arzneimitteln verwechselt werden, da man dem Inhalt damit nicht gerecht würde. Daher kann man nur zusammenfassen, dass die Wissenschaft nahelegt, dass CBD einen großen Anteil nützlicher Gesundheitsaspekte in sich birgt. Zusätzlich zu dieser Feststellung kann gesagt werden, mit absoluter Sicherheit, dass CBD keinen Rauschzustand hervorrufen kann, da es nicht psychoaktiv wirkt. Bis die entsprechende Forschung vorangeschritten ist, kann man sich nur mit der Weisheit der vergangenen Generationen den Problemen stellen – und einer Dosis gesunden Menschenverstands.

Nun aber zurück zu den technischen Aspekten und hier ein bisschen mehr spezifisch. Woher kommt CBD denn nun eigentlich wirklich und was verfolgt es im Körper nach einer Einnahme – was sind dazu die besten Optionen es sich zuzuführen?

Diese Fragen sollten nach und nach beantwortet werden. Cannabispflanzen synthetisieren CBD auf dem gleichen Weg wie THC produziert wird. Tatsächlich wird der Unterschied zwischen den beiden wichtigsten Cannabinoiden in der letzten Phase des Abbaus von Cannabigerolsäure (CBGA) bestimmt. Im Falle von CBD ist der letzte Schritt die Katalyse, die zu Cannabidiolsäure führt – CBDA (wir werden über diese Verbindung noch einen Artikel über Hanfinfusionen schreiben). Schließlich führt die Decarboxylierung von Cannabidiolsäure zum Endprodukt – CBD.

Wie wir bereits wissen, ist der CBD-Produktionsweg, der mit der THC-Produktion sehr ähnlich sein mag, doch nicht ganz so ähnlich, schließlich enthält CBD keine psychoaktiven Qualitäten, die für den „bösen Zwilling“ so charakteristisch sind. Dies ist – neben anderen Dingen – dem geschuldet, weil CBD anders mit dem Gehirn in Verbindung tritt. Wie sich herausstellte, aktiviert CBD kaum die CB1- und CB2-Rezeptoren, welche ansonsten bei THC-Nutzung angesprochen werden und den Rausch spürbar machen. Man hat sogar herausgefunden, dass CBD wie ein indirekter Antagonist auf die  beiden Rezeptoren wirkt und somit – in einer gewissen Weise – die psychoaktiven Eigenschaften seines ungleichen Zwillings THC eindämmen kann.

Wie auch andere Cannabinoide, so ist auch CBD nicht gut in Wasser löslich (auch hier wird der Artikel über Infusionen mehr Informationen zum Thema bieten), aber es löst sich sehr gut in Fett und organischen Lösungsmitteln. Darum ist der beste Weg CBD zu sich zu nehmen, es in der Gesellschaft von einer optimalen Mischung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zu konsumieren. Gute Hersteller von CBD-Produkten achten daher auf diese sinnvolle Vereinigung der verschiedenen Inhaltsstoffe.

Zusammenfassend kann man sagen: CBD ist vollständig sicher und zeigt keinen psychoaktiven Effekt, weshalb es in der Regel auch ein legal gehandeltes Produkt der Hanfpflanze darstellt. Zusätzlich enthält es ein großes Spektrum an nützlichen Eigenschaften für die Gesundheit, es wird gut aufgenommen und ist relativ einfach herzustellen – da es in jeder Form von Hanf vorhanden ist, inklusive des gemeinen Faserhanfs. Hier ist ein guter Hinweis aber nützlich, der daran erinnern soll, dass extrahiertes CBD aus Industriehanf keinen Unterschied zu CBD besitzt, welches aus medizinischen Cannabispflanzen gewonnen wurde – es handelt sich in beiden Fällen um die gleiche Substanz. Da es aber eine ganze Menge Missverständnisse zu diesem Thema gibt – und auch gerne Manipulation seitens Herstellern betrieben wird – sollte man auch hier die genaueren Informationen zu dem speziellen Themenkomplex in einem folgenden Artikel behandeln. Zu guter Letzt sollte im Hinterkopf behalten werden, dass CBD – selbst wenn es aus Medizinalhanf gewonnen wurde – es das anschließend produzierte Produkt nicht unbedingt zu einem Arzneimittel macht.

Medizinisches Marihuana bleibt weiterhin etwas anderes im Vergleich.

Text: Robert Kania / Übersetzung aus dem Englischen: mze

8 Antworten auf „Das CBD-ABC

  1. hans furth

    Allerdings gibt es Züchtungen und Sorten die ÜBER! 90% THC oder wahlweise mehr als 90% CBD besitzen! 😉 Patentiert von GW-Pharmaceuticals…

  2. Saskia

    Die Hanfpflanze und der Wirkstoff CBD wird heute noch zu sehr unterschätzt. Ich nutze CBD zum Aufbau meines Körpers als Nahrungsergänzung nach dem Sport und habe echt gute Erfahrungen machen können. Klar ist CBD für viele noch ein kostenfaktor jedoch lässt sich geld einspart wenn man sich vorher ein wenig schlau macht. Ich kaufe zb. meine Öle über cbd-preis um den besten Preis zu ermitteln bevor ich bestelle.

  3. Rudi Meyer

    Liebe Saskia,
    deine Empfehlung ist eine schlecht gemachte Werbeseite für überteuerte Produkte insbesondere von Nordic-Oil. An alle – Auf dieser WERBESEITE werden überteuerte Produkte angeboten.

  4. Johannes

    Es sind Wild-West-Zeiten am CBD-Markt 😀
    24% (2400mg) CBD Öl – Enecta Preisvergleich für 117,95 EUR?
    Das sind 4,91 Cent pro Milligramm CBD.
    Richtige Abzocke ist das Multi-Level-Marketing von Kannaway:
    Pure Gold 500mg CBD für 76 bis 91 Euro… das sind mindestens 15,2 Cent pro Milligramm!
    Mehr als 90,- für 2.500mg sind meines Erachtens zu teuer.
    Herzlichst, Johannes

  5. mze Autor

    @Saskia: Wenn du wirklich fachmännisch Werbung auf der Hanf-Journal-Präsenz schalten möchtest, schicke ich dir gerne einmal die Mediadaten mit den aktuellen Preisen zu diesem Zweck …

  6. Pseudonym

    @hans furth

    Kannst du mir die Patente raussuchen? Würde mich interessieren und habe so nichts gefunden. Ich meine mehr als knapp 40 % ist biologisch nicht moglich.

  7. Tobi

    hans furth
    23. März 2019 um 16:07
    Allerdings gibt es Züchtungen und Sorten die ÜBER! 90% THC oder wahlweise mehr als 90% CBD besitzen! Patentiert von GW-Pharmaceuticals…

    Na die Sorte will ich mal sehen, die 90 % THC enthält. 😀 Die Sorte mit dem höchsten THC-Gehalt hat ein wenig über 30 % und ist echt selten. Wahrscheinlich meinst du Extrakt aus Cannabis.

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