Sonntag, 17. Februar 2019

Zwei Kölner auf Reisen vergaßen das Cannabisverbot

Polizeibeamte in Österreich freundlich um Wiederbeschaffung von Marihuana gebeten.

Grafik: marker


Cannabis sollte überall auf der Welt für mündige Erwachsene ein legales Genussmittel darstellen – keine Frage. Manchmal wundert man sich aber doch, zu welchen geistigen Glanzleistungen die derzeit noch im Untergrund agierenden Konsumenten des zu Rauschzwecken eingesetzten Naturproduktes befähigt sind, nachdem sie bereits erfolgreich gegen die Ungerechtigkeiten der Verbotspolitik vorgingen und sich wider der Gesetzeslage unbeobachtet mit dem begehrten Pflanzenmaterial eindecken konnten. So kann Gier und Gewaltbereitschaft dem erfolgreichen Treiben auf dem Schwarzmarkt ein schnelles Ende bereiten, oder aber recht unüberlegte Handlungen einzelner Personen gegenüber den Hütern der Gesetze führen zum Fund von den tagtäglich in sonst unzählige andere Lungen transportieren Grasgewächsen. Nun hat sich in Österreich einmal mehr ein recht unspektakulärer Kriminalfall ergeben, da zwei angereiste Deutsche sich offensichtlich sehr schlau vorkamen, ihre im Reisezug vergessenen Gepäckstücke von örtlichen Beamten in Empfang nehmen zu lassen, was ihnen aufgrund von Cannabisbesitz aber letztendlich zum Verhängnis wurde. Zwei Kölner auf Reisen vergaßen das Cannabisverbot.

Zwei 23-jährige Sportfreunde aus Deutschland befanden sich am gestrigen Tag auf ihrer Zugreise ins Skigebiet von Bad Gastein, als ihnen nach dem Ausstieg am Zielort auffiel, dass sie ihr Gepäck im Waggon vergessen hatten. Obwohl – wie sich später herausstellte – zwei Briefchen mit Kokain sowie zehn Joints plus zwei Gramm Marihuana in den Gepäckstücken befanden, wählte man die Nummer der österreichischen Polizei, um die Beamten zu bitten, zur Station Villach zu fahren und dort aus dem erst noch ankommenden Zug das gewünschte Reisegepäck abzuholen und aufzubewahren. Freundlicherweise tat man den jungen ausländischen Reisegästen diesen Gefallen und fuhr zu dem Bahnhof, um den Urlaub der Schneetouristen aus Deutschland nicht ins Wasser fallen zu lassen. Da strenge Gerüche aus den beiden in Gewahrsam genommenen Taschen strömten, untersuchten die Polizisten die Ursache der wahrgenommenen Düfte und fanden den schon oben genannten Inhalt aus dem gängigen Schwarzmarktmilieu. Nichtsdestotrotz erschien daraufhin ohne Berührungsängste einer der 23-jährigen Kölner auf der Villacher Polizeiwache, der sich, keiner Schuld bewusst, eine Rückgabe seiner vergessenen Reisetaschen erhoffte. Natürlich wurde der junge Kölner auf der Inspektion etwas näher inspiziert, wobei die übereifrigen Beamten aus Österreich gleich nochmals 18 weitere mit Marihuana befüllte Glimmstängel in dessen Jackentasche auffanden, die ihm nun ein weiteres Problem gegenüber der Staatsanwaltschaft Klagenfurt bereiten werden.
Der mitreisende Freund, der immerhin schlau genug war, nicht nach Villach zur Abholung mitzufahren, wird heute erst durch die Polizei Bad Gastein vernommen werden, weshalb zu hoffen ist, dass sich dieser Kölner Schlaumeier mittlerweile jeglicher illegalen Substanzen entledigte und das offensichtlich auf Fernurlaub gestellte Gehirn endlich langsam wieder eingeschaltet hat.

Gesetze gegen Dummheit wären auf der gesamten Welt wohl wirklich sinnvoller als gegen Cannabisbesitz aus Rauschwünschen – nicht nur in diesem sehr speziellen Fall.

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