Mittwoch, 13. Februar 2019

Datamining statt Cannabisgrowing

Polizei in Australien stürmt Haus aufgrund von hohem Stromverbrauch.


In Ländern, in welchen der Konsum und Anbau von Marihuana weiterhin verboten ist, müssen Polizisten immer noch auf die Jagd nach Kiffern und Hanfbauern gehen. Inwieweit diese Beschäftigung im Sinne des Berufszweiges ist, lässt sich in der Allgemeinheit noch schwer abschätzen, doch teilweise entsteht der Eindruck, dass es eine befriedigende Aufgabe darstellt, stürmt man mit gezogener Waffe und einer Hundertschaft Kollegen in vermeintliche Gebäude, in welchen sich friedliche Pflanzen oder friedliebende Konsumenten befinden könnten. In dem südlichen Teil Australiens geht man noch ähnlich rabiat seitens der Polizei vor wie hierzulande, sodass es passieren kann, dass ein Verdachtsmoment genügt, um Haus und Hof in Schutt und Asche zu legen, obwohl sich die Vermutungen anschließend nicht bestätigen lassen. Anfang des Monats machte daher ein Einwohner der Smithfield Plains bei seiner Rückkehr nach Hause die bestürzende Entdeckung, dass die lokale Polizei sein Haus mit Gewalt gestürmt hatte, da man ihn verdächtigte in die Produktion von Cannabis verwickelt zu sein. Anstatt hunderter Hanfpflanzen fanden die Beamten jedoch bloß eine legale Konstruktion zum Generieren von Cryptowährung, weshalb sie das Gebäude ohne fachgerechte Aufräumarbeiten wieder verließen. Datamining statt Cannabisgrowing lockte die Spürnasen in Haus und erlaubte ihnen nach der Zerstörung von Privateigentum einfach wieder unverrichteter Dinge zu verschwinden.

Am Montag den 11.02.2019 haben Polizeibeamte der South Australia Police das Haus von einem gewissen Rob Butvila mit Gewalt betreten, nachdem man über dessen hohe Stromrechnung zu grübeln anfing. Bei Besuch vor Ort wurden weder Türen noch Tore geöffnet, was die Beamten zu weiteren Nachforschungen animierte. Nachdem man vor einem Fenster wohl einen Ventilator entdeckte sowie dessen Betrieb gehört haben muss, stürmten die Einsatzkräfte den Grundbesitz des Mannes, worauf man in dessen Haus nur mehrere Anlagen zum Datamining auffand. Da diese Form der Generierung von Crypotwährung keinen Gesetzesbruch darstellt, verließ die Polizei den Grund und Boden des virtuell Geld verdienenden Mannes enttäuscht und hinterließ einen einfachen Zettel zwecks offizieller Erklärung des Sachbestandes.


„Sie beschädigten meinen Besitz, durchtrennten mein Schloss am Zaun und zerstörten mein Haus“, erklärt Rob Butvila in einem Videoclip, welchen er bei seiner Rückkehr zum Tatort drehte. Nachdem er der schriftlich hinterlassenen Aufforderung folgte und sich telefonisch bei der lokalen und verantwortlichen Polizeistelle erkundigen wollte, wer jetzt für den angerichteten Schaden aufkommen würde, hätte die am Telefon arbeitende Person jedoch einfach aufgelegt. Gegenüber Medien bestätige die South Australia Police dagegen, dass man das Vorhaben rechtfertigen könne, weil niemand den Beamten die Tür geöffnet habe. Ebenso habe man nach dem Feststellen des Fehlers eine Nachricht an den Anwohner hinterlassen, der zur Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen aufrief. Man würde auch stets versuchen, so wenig Schaden wie möglich während solcher Operationen anzurichten, sagte die Polizei zusätzlich, was den Bildern von eingetretenen Türen, zerstörten Zäunen und kaputten Toren doch leicht widerspricht. Einen Schlosser zur fachgerechten Öffnung der mechanischen Sicherheitsmaßnahmen des Besitzers wurde schließlich nicht extra von der SAPO engagiert.

Fraglich bleibt bei der wenig sinnvoll erscheinenden Arbeit der Staatsbediensteten daher nur, was die australische Polizei wohl angestellt hätte, wäre es offensichtlich geworden, dass der Anwohner Rob Butvila das recht professionell betriebene Datamining einzig zu dem Zweck angestellt hätte, um sich mit der neuen Cannabiscryptowährung Jibbit-Token einzudecken.

3 Antworten auf „Datamining statt Cannabisgrowing

  1. Harald

    Dieses Wichspack hat jeglichen Anstand verloren. Kein Wunder, dass weltweit der Hass auf diese Staatsverbrecher, mit der Genehmigung, Menschenrechte mit Füßen zu treten steigt. Was soll man man sagen ,es handelt sich bei den Auftraggebern und den Ausführenden um absolut geistig unterbemittelte und moralisch und ethisch verkommenes Dreckspack!!!

  2. Flip

    Vielen lieben Dank an die australische Polizei als nicht unerheblichen Teil des Commonwealth (allgemein wohl), alle etwaigen colletral Schäden auf dem Weg zur Legalisierung in Kauf nehmen zu dürfen. Schöne Grüße ans mardi Gras in Nimbin.

  3. Rainer Sikora

    Eine Welt, ohne Polizei,ist angeblich lebensfremd und nicht umsetzbar.Umso länger ich darüber nachdenke, desto machbarer kommt mir das vor.Gilt auch für die Bundeswehr.Hat man noch nicht ausprobiert.Kann zunächst schlimme Folgen haben, aber weiß man wie es sich entwickeln würde?

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