Donnerstag, 17. Januar 2019

Über einhunderttausend Euro für die Legalisierung von Cannabis

Deutscher Hanfverband konnte Spendenziel mehr als verdoppeln.


Am 01. Dezember 2018 startete die Weihnachtsspendenkampagne des Deutschen Hanfverbandes. Wie in den letzten Jahren sammelte man dort online über einen Zeitraum von 46 Tagen Gelder von freiwilligen Unterstützern, um eine spezielle Aktion anzutreiben, die im Sinne der vielen Millionen Marihuanakonsumenten im Land sein dürfte. Für das Jahr 2019 plante der DHV mit den generierten Einnahmen eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht zu forcieren, welche die Verfassungswidrigkeit des Hanfverbotes aufdecken könnte. Am 15.01.2019 endete die sogenannte Justizkampagne, welche das gesetzte Spendenziel nun weit übertroffen hat. Über einhunderttausend Euro für die Legalisierung von Cannabis haben die Teilnehmer, welche das Hanfverbot aus vielen guten Gründen nicht akzeptieren wollen, der Lobbyorganisation der Cannabiskonsumenten überlassen, um eine möglichst effektive Umsetzung des Plans zu ermöglichen.

Im Winter 2017/2018 konnte der Deutsche Hanfverband während der damaligen Weihnachtsspendenaktion ganz 49199 Euro zusammensammeln, die wie versprochen für die Berechnung der gesamten Prohibitionskosten durch den angesehenen Wirtschaftsökonomen Justus Haucap ausgegeben wurden. Da sich der Verband stets vornimmt, die Spendenhöhe des Vorjahres zu übertreffen, galt es den Betrag aus 2017/2018 zu übertrumpfen. Das ist den vielen Unterstützern der Arbeit des Deutschen Hanfverbandes jetzt mehr als gelungen, da nicht nur dieses Ziel erreicht worden ist, sondern sogleich der Betrag aus dem letzten Jahr mehr als verdoppelte werden konnte. Ganze 110069 Euro spendierten die vielen Hanffreunde und Branchenvertreter aus Deutschland dem DHV, damit dieser nun erneut zur Tat schreiten kann, um die politische Führung zu erschüttern und die Situation schnellstmöglich verändern zu können. Möglicherweise sind Beträge, die zum Ende der Aktion gespendet worden sind, sogar noch nicht vollständig verbucht, sodass die genannte Summe sogar final noch einmal eine Steigerung erfährt.
Nicht nur die gewaltige Summe an Einnahmen sollte jedoch zu Freude auf der einen und Entsetzen auf der anderen Seite aller mit dem Thema beschäftigten Personen führen, auch sollte diese massive Anzahl an gespendetem Geld recht offensichtlich zeigen können, wie viele Menschen im Land die Diskussion über eine Hanffreigabe bewegt und wie sehr eine Veränderung um Umgang mit Cannabis gewünscht wird. Dass diese Befürworter der Legalisierung von Marihuana weder ihr sauer erspartes Geld in ein Himmelfahrtskommando investieren, noch, dass die Vorstellungen jener Personen auf verblümten Vorstellungen fußen, beweist einmal die Erfolgsquote des Deutschen Hanfverbandes – der auch schon versprochene Kinowerbung lieferte, die am höchsten unterzeichnete Petition in den Bundestag einbrachte sowie die Kostenberechnung der Prohibition wie versprochen ablieferte – und auch ein Blick in andere Gefilde zu einer anderen Zeit. Gestern vor einhundert Jahren ließ man in den Vereinigten Staaten von Amerika das Alkoholverbot als Zusatz in die Verfassung einfließen, was einen Drogenkrieg sondergleichen heraufbeschwor. Nachdem Persönlichkeiten wie Al Capone sich diesen Umstand im bestmöglichen Maße zunutze machten, sah man 24 Jahre später ein, dass das Verbot weder durchzusetzen ist noch das es greifbare Vorteile bietet. Die Beendigung der Prohibition sorgte dann für regulierte Zustände, welche offensichtlich machten, dass eine Freigabe weitaus mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt.

Vielleicht kann das amerikanische Beispiel von vor 100 Jahren daher auch einmal in naher Zukunft hierzulande endlich richtig verstanden werden – von Richtern des Bundesverfassungsgerichtes.

14 Antworten auf „Über einhunderttausend Euro für die Legalisierung von Cannabis

  1. Harald

    Da gibt es nur noch eine große Hürde und das ist der BGH und die Richter. In Deutschland liegen das Gericht und Gerechtigkeit Lichtjahre auseinander. Siehe der Rundfunkbeitrag. Der eine Bruder schreibt das Gutachten, dass der Rundfunkbeitrag rechtens ist und der andere Bruder, der vorsitzende Richter, fällt das Urteil, dass es so richtig ist. Ein Schelm ist wer darüber grinst 🙂 Je länger eine politische Periode andauert, desto größer ist der Filz. Die Merkelperiode dauert schon viel zu lange und dementsprechend ist der Zustand. Mit der Korruption ist es wie mit den Ratten. Sie fressen sich überall durch. Der Vergleich mit den Ratten ist auch kein Zufall. Es gibt nur einen großen Unterschied – Ratten sind sehr saubere und soziale Tiere und moralisch integer. Also das genaue Gegenteil, zu der regierenden Mischpoke!!!!

  2. H4n51mGlu3ck

    Danke Harald,
    seh ich auch so XD

    Und an den Zahlen hier sieht man,
    es bewegt sich was im Lobbyland.

    So genießt noch den Reiz des Verbotenen, bald kriegste alles an der Tanke.
    Oder bei der Apo neben der Tanke XD

    Friede mit euch

    (grün grün grün sind alle meine Kleider…
    grün grün grün ist alles….)

  3. Otto Normal

    @Harald
    Bin da voll bei Dir. Aber Gerichte haben nichts mit Gerechtigkeit zu tun, nur vom Wortstamm her. Bei Gericht wird nicht Recht gesprochen sondern werden Urteile gefällt bzw. werden Leute verurteilt. Genauso wie man beim Gesundheitsamt keine Gesundheit und beim Arbeitsamt keine Arbeit bekommt. Die sog. „Legislative“ hat auch nichts mit legal zu tun, wenn man an die vielen unzähligen Koksspuren auf den klo’s denkt. Also nur vom Wortstamm her, deshalb heißt das ja auch alternativ „Parlament“ weil da nur gelabert wird aber nicht wirklich gearbeitet.
    Gerichte sind Gewaltinstrumente. Mit dem Freiheitsgedanken haben solche Gerichte nicht viel am Hut, das ist auch gar nicht ihre eigentliche Aufgabe. Sie dienen dazu staatliches Unrecht und staatliches Gewalt zu ummanteln, quasi einen „juristischen Boden“ zu geben damit die Verbrecher später behaupten können das es „zu der Zeit Gesetz gewesen wäre“.
    Bin mal gespannt, nicht darauf ob die Klage durchkommt, denn das wird sie nicht das steht von Anfang an fest. Urteile werden nicht – wie von den meisten angenommen – am Ende eines Prozesses gefällt, sie stehen von vornherein fest. Der Prozess dient nur dazu dem Richter genug Zeit zu verschaffen und Einblick in den Sachverhalt zu bekommen damit er sich eine Begründung für das bei Prozessbeginn längst feststehende (Vor)Urteil ausdenken kann. Bei unteren Gerichten gibt es ja manchmal sogar den Fall das nach Neuverhandlung auf der nächsthöheren Etage der Prozess an die untere Ebene zurückgegeben wird und neu verhandelt werden muß. Das ist aber nur Show. Die Begründung der unteren Ebene war dann nur nicht abstrus genug so daß es evtl. ein Bürger verstehen könnte und den Lug und Betrug der dahinter steckt aufdecken.
    Deshalb bin ich nur gespannt auf die abstruse, an den Haaren herbeigezogene Begründung die von den Karlsruher Eunuchen mißbraucht werden wird um das Unrecht weiterhin juristisch zu decken und die daran beteiligten Verbrecher straflos davonkommen zu lassen. Strafvereitelung von höchster Stelle für Marlene und Komplizen. Wäre schön wenn anschließend bei einem der Kinder eines der Richter Cannabis gefunden würde, so wie beim Sohn von Frau Marlene Mortler.
    Das wäre eine echte „Gaudi“!
    Übrigens:
    Jeder kennt doch: „Stellt Euch vor es wäre Krieg und niemand geht hin“
    nun
    Stellt Euch vor das BVG fällt ein Urteil und keine Regierung setzt es um O.O

    Selbst wenn das Gericht in unserem Sinne entscheiden würde (nur hypothetisch angenommen) ist das noch lange keine Garantie dafür das es umgesetzt würde. Urteile des BVG in Sachen Cannabis sind nur reine Empfehlungen ohne jegliche Gesetzeskraft wie die Nichtbeachtung des Urteils von 1994 durch sämtliche Regierungen 24 Jahre lang gezeigt hat.

    Dieser „Rechtsstaat“ 😀 totlach
    DAS IST ALLES NUR SHOW!

    Es gäbe nur eins das wirklich wirken würde, aber dazu sind die Cannabiskonsumenten leider zu friedlich:
    Jedem C-Spießer sofort noch in der selben Sekunde die Fresse einschlagen der nur ein abfälliges Wort über Cannabis aus seinem Drecksmaul furzen läßt.

  4. Rainer Sikora

    Man hätte überhaupt niemals Erdöl gebraucht,und auch kein Plastik.Regenwälder könnten noch vorhanden sein und viel Chemogift wäre unnötig gewesen.Einfach nur der Einsatz der Hanfpflanze hätte gereicht.

  5. R. Maestro

    Das BVG wird es sich einfach machen und sich auf die Ergebnisse der WHO stützen und hoffen.
    Ähnlich wie die M. M. 😉

    Recht seltsam ist, dass sich die WHO erst im März, zu den aktuellen Erkenntnissen äussern möchte, Vertrauen schafft dies nicht.

    Never change a running system.
    In den Jahrzehnten des Verbots, haben sich Politik, Wirtschaft und entsprechende Lobbys, perfekt eingespielt, aus dem Zustand das Bestmögliche zu machen bzw. zu schöpfen.
    Auch unsere drei Gewalten, auf Kosten der Menschen.
    Dass Vernunft gegen die Mauern aus Gier nicht ankommt, sieht man ja.
    Die Unabhängigkeit des BVG, unserer Justiz allgemein, hmmm, naja.

  6. B.K

    @Otto Normal:
    Du triffst das Herz der Problematik mit einem absolut unglaublichen Schreibstiletto. Großer Genuß. Ich schlage vor dass du direkt beim Hanfjournal eine Kolumne über die ganze geplante Aktion der Spendengelder schreiben solltest. Ganz großes Danke an deine Wortkunst

  7. Rainer Sikora

    Der Geldbetrag ist ja ganz nett,aber das Geld daß in die Durchsetzung des Verbotes gesteckt wurde und wird,ist ungleich mehr.

  8. Irgendwer

    Der DHV ist doch nichtmal in der Lage, oder einfach nicht willig gegen die falsche Behauptung -Cannabis = Betäubungsmittel- zu argumentieren. Ihr Zugpferd, der Jugendrichter Müller hat in einer Diskussion auf servus tv auch noch behauptet Cannabis wäre ein BtM und sich damit disqualifiziert !
    Verträumt die Streichung des Krauts aus dem BtMG verlangen, aber nicht argumentieren ?!
    Rein hypothetisch könnte das „Bverf.G“ anregen, die Entscheidung den jeweiligen Bundesländern zu überlassen, ähnlich wie in den USA also…
    Dem BfARM die Zuständigkeit entziehen …

  9. Arno Nym

    @Irgendwer

    Begnadigungsrecht ist Ländersache.
    Man könnte in die Landesverfassung schreiben alle Cannabisdelikte werden müssen vom Ministerpräsidenten des jeweiligen Landes begnadigt werden. Das Bundesgesetz BtmG würde zwar angewandt, aber es würde zu keiner Strafe kommen.

    In irgendeinem Bundesland mit hoher Akzeptanz und niedriger Schwelle zu Volksentscheiden sollte man Cannabis begnadigen (dauerhaft).

  10. Transaktionssteuer

    Hanf-Cellulose, Hanföl, Hanfbenzin ,Hanfdiesel ,Hanfplaste, Hanf-Beton, Hanfpapier, Hanftextilien, Hanfmehl etc. etc. . Über 50 000 Produkte kann Hanf bzw. Cannabis Ökonomisch und Ökologisch ersetzen und die Existenz tausender ,alteingesessener , Firmen gefährden sowie viele Tausende neue Öko-Jobs schaffen .

  11. Ralf

    @B.K.
    „……Jedem C-Spießer sofort noch in der selben Sekunde die Fresse einschlagen der nur ein abfälliges Wort über Cannabis aus seinem Drecksmaul furzen läßt…..“
    Wortkunst mit absolutem Höhepunkt, aber halt wäre das nicht Gewalt? Macht nix, ein Genuss und grerecht wär`s schon, denn es wäre nur Gegengewalt!

  12. Ralf

    @Otto Normal
    „Deshalb bin ich nur gespannt auf die abstruse, an den Haaren herbeigezogene Begründung die von den Karlsruher Eunuchen mißbraucht werden wird um das Unrecht weiterhin juristisch zu decken und die daran beteiligten Verbrecher straflos davonkommen zu lassen.“
    Ich habe es schon einmal hier geschrieben. Zumindst einer dieser „Vefassungsrichter“ der Müller aus dem Saarland, war als Ministerpräsident JAHRE lang selbst einer der HAUPTTÄTER.
    So verschafft man sich den Persilschein heutzutage selbst. Heute macht man mal eben so Unrechtsgesetze und morgen setzt man sich auf die Richterbank und legalisiert sich selbst. Das nennt sich dann GEWALTENTEILUNG. Das stinkt so gegen den Himmel daß die Vögel kotzen.
    Zur Klage sage ich nur: So viel Geld für das Urteil eines Papiertigers, schade drum. Wieder eine Farce mehr und auch noch selbst bezahlt.

  13. Deutscher Michel

    Die Zahl der Schwerst verbrecher Staaten steigt stetig. Jetzt sind sogar Luxemburger „Cannabis Grosshändler“.15Jahre Knast für alle.. oder??

  14. Deutscher Michel

    Ja ja….Die deutschen Maßstäbe und Interessen..
    Beim EuropäischenGerichtshof hinken Sie arg bei der Durchsetzung hinterher

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