Freitag, 7. Dezember 2018

Bekiffte Weihnachten mit dem Zoll

 

Das Fest der Liebe lässt Beamte Schadenfreude zeigen.

 

 

Als Zollbeamter in Deutschland ist man auf der sicheren Seite. Genügend Arbeit bieten alleine die vielen privaten Warenimporte aus allen Teilen der Welt sowie die komplizierten Kontrollvorgänge auf Flughäfen. Auch der Drogenschmuggel fällt manchmal in das Arbeitsumfeld der engagierten Beamten beim Zoll, die sich selbst einen mickrigen Cannabisfund in der Presse gerne aufpumpen lassen. Dass Marihuanahändler eine beliebte Klientel der uniformierten Superpolizisten darstellen, vermitteln einem die Zollbeamten Deutschlands nun direkt vor dem anstehenden Fest der Liebe noch einmal ganz eindeutig. In einem frisch veröffentlichten Werbespot zeigen die gemeinen Rentenpreller ihr lachendes Gesicht, welches in folgenden Jahren hoffentlich seltener von allen Freunden der Hanfpflanze betrachtet werden muss. Bekiffte Weihnachten mit dem Zoll.

 

Als Werbung für den potenziellen Nachwuchs veröffentlichte der Deutsche Zoll bereits in der Vergangenheit einige Spots, mit welchen zukünftige Zollbeamte angesprochen werden sollen, um ihre Karriere als Beamter zu beginnen. Mithilfe der Werbeagentur Zum goldenen Hirschen – welche sich selbst zu den fünf besten und kreativsten Werbeagenturen des Landes zählt – entwickelte man daher etwas humoristisch angelegte Kampagnen, die Cannabiskonsumenten jedoch schnell die Miene verziehen lassen. In dem am 05.12.2019 auf Youtube und Instagram veröffentlichten Weihnachtswerbespot wird nämlich eindrucksvoll demonstriert, wie amüsant die Festnahme eines Hanfhändlers für die arbeitenden Gesetzeshüter erscheint, da die Arbeit keinen Aufwand macht und auch mit Gegenwehr nicht zu rechnen ist. Ein Weihnachtsmann, der sich im Auto einen Joint anzündet, wird von zwei jungen Zöllnern erwischt und trotz fachgerechter Ausrede hart in die Mangel genommen. Da Cannabis schließlich illegal ist und nicht als Rentierfutter verwendet werden darf, haben die im Spot gezeigten Uniformierten gut lachen, als sie Santa Claus anschließend entgegenwerfen können, dass er an seiner bevorstehenden Strafe ein Weilchen zu knabbern haben wird.

 

 

Während sich die für Marketing interessierende Presse über die nicht ganz kostengünstig produzierten Szenen des Zolls erfreut zeigt und den gezeigten Ansatz als äußert ansprechend und gelungen empfindet, können Menschen, die die Kontraproduktivität der Prohibition bereits zum Teil erkannt haben, wohl nur kopfschüttelnd vor dem Bildschirm sitzen und über die an den Tag gelegte Dreistigkeit staunen. Eine derartige Verhöhnung von gesellschaftlichen Sündenböcken ist eindeutig keine Glanzdarstellung von Beamtenarbeit, dafür aber ein bitterböser Weihnachtsgruß an alle derzeit noch illegal aktiven Marihuanageschäftsleute und deren Freunde. Bezeichnend ist bei der gesamten Schmutzkampagne natürlich, dass jegliche Kommentarfunktionen auf Youtube im Vorfeld abgeschaltet sind, sodass sich das von der vernünftigen Bevölkerung ausgehende Paroli nicht eindeutig messen lässt. Da jedoch schon doppelt so viele Negativbewertungen wie „Likes“ auf der Videoplattform verzeichnet sind, dürfte auch Marketingmenschen bewusst werden, dass hier nicht wirklich mit der richtigen Art und Weise ans Werk gegangen wurde. Ein kurzer Blick in die Vereinigten Staaten hätte dazu direkt dafür sorgen müssen, dass man erkennt, dass eine derartige Verhöhnung von für den Eigenbedarf arbeitenden Fachhändlern nicht mehr lange auf festen Fundamenten fußt. Aktuell setzt sich beispielsweise selbst der Bürgermeister Denvers dafür ein, dass über 10.000 verurteilte Cannabisnutzer nicht länger unter ihren erhaltenen Strafen zu leiden haben. Michael Hancock spricht in diesem Bezug die tatsächliche Defintion der Prohibition unverblümt aus: „Eine Ungerechtigkeit, die korrigiert werden muss – und wird.

 

Das klingt schon doch eher nach einem frohen Fest.

11 Antworten auf „Bekiffte Weihnachten mit dem Zoll

  1. Der Realist ohne Kraut

    Nur Mortler mit ihrer besten Weisheit ‚Cannabis ist illegal, weil’s verboten ist“ toppt dieses Schrott-Video noch.

    Aber genau so geht’s. Der kleine Kiffer, der selbst volksdienlich (und mit bzw. für Kids) arbeitet, gehört mit aller Härte bestraft. „Daran werden Sie noch lange zu knabbern haben“ ist dasselbe, wie die stumpfstupiden Aussagen der meisten Christunioner.

    Muss ja auch sehr erquickend sein, einen kleinen Kiffer aus dem Verkehr zu ziehen und das Regelwerk des SGB auf ihn nieder prasseln zu lassen. Gut gemacht! Dafür gibt’s sicher auch eine extra Tafel Schoki vom Weihnachtsmann, weil sie so artig waren…

  2. Otto Normal

    Alles total lustig selten so gelacht der Bauch tut noch weh HAHAHAHAHA wußte gar nicht das es beim Zoll zugeht wie auf einer Comedyshow. Ich will jetzt unbedingt Zollbeamter werden. Mal abwarten ob es für den Streifen noch irgendeinen Preis gibt.

    Auch das Niveau wurde perfekt weit nach unten abgesenkt damit es jeden einfältigen Spießergeist anspricht. Hat mich sofort an „Adelheid und ihre Mörder“ erinnert wo auch alles verharmlost wird, selbst die Tötung eines Menschen, und die Bullen so dumm wie ein Toastbrot sind…. hahahahaha war das immer lustig den Mörder zu fangen, der Bullenberuf ist schon ’ne Gaudi!

    Selten so einen miesen Streifen gesehen! Alles wirkt völlig gestellt und steif wie ein Brett. Die Deutschen konnten noch nie gute Filme machen. Tatort – der Mercedes unter den deutschen Serien – beweißt das immer wieder neu.

    Nazipropagandafilme sind eigentlich nicht neu.
    damals: „Jud Süß“
    heute: „Wenn der Zoll einen Weihnachtsmann beim Kiffen erwischt.“

  3. Rainer Sikora

    Gesetze werden von den Guten erdacht und eingeführt.Die Hüter gehören somit automatisch zu den Guten.Die Guten haben dadurch immer Recht,und stehen dadurch auf der Seite des Rechts.Rechtsstaat also,und die Wähler bestätigen das Ganze.Spielverderber gehören unterbunden und untergebuttert.So einfach erklärt sich das Gesehene.

  4. R. Maestro

    Kein Wunder, dass man sie hasst!!!
    Sie sind auch nur Lakaien. Aber recht Gute.
    Der Job ist unterbezahlt? Mit Kiffer ficken, Denunzierung, Stigmatisierung, …, wächst das Ansehen und auch das Gehalt.

    Scheisse, so war es schon einmal.
    Dieser Punkt offeriert, dass man dem dritten Reich, noch zu anhänglich ist.
    Viele Aspekte, welche nie wirklich gestorben sind, heute noch leben, und auch wieder aufleben.
    Dieser Staat ist teils zum …….., da eine wirkliche Abkehr von der Vergangenheit nie wirklich statt gefunden hat.

  5. Rock That Beat

    Also ,wer Import Haschisch in einem Holländischen Coffeshop oder auf dem Schwarzmarkt kauft , finanziert höchstwahrscheinlich die Taliban oder andere Terrorgruppen .

  6. Sadhu van Hemp

    Gibt es im Libanon, in der Türkei, in Marokko, auf Jamaika, in Thailand, in Nepal, in Indien etc. wirklich Taliban?

  7. Der Realist ohne Kraut

    @ Rock That Beat
    Welche Terrorgruppen? Die, die damals in grün und heute in dunkelblau rumlaufen?
    Oder meinst du die Gruppierungen und Clans, die sich zu Zehntausenden in manchen Großstädten tummeln?

    Alle anderen sind doch ’nur‘ bewaffnet. USA, Russland und auch Deutschland sind da die geldgeilen Waffenlieferanten. Daran schon mal gedacht?

  8. buri_see_käo

    @Sadhu van Hemp, eigentlich nicht, soweit ich weiss, es ist eine sehr isolierte Truppe. Z.B. das südwestlich angrenzende Land Iran hatte sich ca. 2001 denen gegenüber sehr erbost geäußert, wegen der Sprengungen der 2500 Jahre alten Buddha-Statuen dort – die USA-Regierung sah das eher wohlwollend als bedeutungslos an, kein Wunder auch, es hatte doch der Hr.Rambo Afghanistan von der russischen Besatzung befreit und das Land in der Schlussszene dieses blödsinnigen Pentagon-Machwerkes, (bildlich) ähnlich wie der letzte Russengeneral zum Abzug/Ausmarsch, mit einer Grußgeste den Taliban übergeben/überlassen.
    Anderes Thema:
    Ab heute gibt es hier in DE eine neue Schreckensperspektive:
    Einen Glückwunsch an Hr.Ziemiak, nun geht’s aber ab mit der Erneuerung DE’s durch erzkonservative Extremkatholizisten.
    Ich habe mir, nach dem Hr.Ziemiak vor ca. einem halben Jahr als Teilnehmer in einer einstündigen
    Diskusionsrunde im Radio eine so grandiose [Ess][Ceh][Ha]..ße zum Thema „Einführung eines
    Zwangs(sozial)jahres für alle(?)“ von sich gab, die MP3 der Sendung extra runtergeladen
    (aber nie nochmals angehört). Er ist sehr für den Zwangs(sozial)dienst, hat aber selbst nie Ähnliches geleistet.
    Er wäre auch schon bei feierlichen Vereidigungen von Soldaten anwesend und nachhaltig beeindruckt gewesen.
    „Ach so“, kann ich dazu nur sagen, [historisch waren]/sind solche Veranstaltungen das hochglanzpolierte Vorführen derer, die dann alsbald der Verwurstung und Haxenrasur zugeführt werden, deren Beeindruckung dürfte daher in begründetem Muffensausen bestanden haben, im Gegensatz zu Hr.Ziemiaks Zipfeljucken.
    mfG fE

  9. terpy tuesday

    @Der Realist ohne Kraut
    Ja , genau , USA, Russland und auch Deutschland-Waffen erhalten die Antidemokratischen-Terroristen , im Tausch für Heroin und Haschisch . Dieses Haschisch und Heroin wird dann u.a. in Minderjährigen Därmen oder im Gepäck, Immunisierter Staats-Büttel nach Deutschland sowie Holland geschmuggelt . So finanziert der Christliche Sicherheitsstaat den Mainstream Terrorismus , um sich anschließend , mittels einschränkung Demokratischer Rechte ,als Antiterrorkämpfer und Beschützer zu Profilieren .

  10. Ralf

    @Rock That Beat
    Genau dieser bescheuerte Satz bestätigt, wie weit die antimoslemische Propaganda schon in Gehirnwäsche der Bevölkerung übergegangen ist. Egal welche Geschäfte man mit Moslems(außer natürlich den guten Saudis) macht, man unterstützt immer die bösen Taliban.
    Nur dass ich in Marokko noch nie welche getroffen habe. Da wo das Haschisch wächst gibt`s nur Berber aber is ja egal sind ja Moslems und damit automatisch Terroristen,oder!?

  11. Mike

    „In dem am 05.12.2019 auf Youtube und Instagram veröffentlichten“ Cool, Cannabis macht hellseherisch 😉

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