Dienstag, 9. Oktober 2018

Cannabis bei Frankfurter Jugendlichen aus der Mode

 

 

Studie belegt Rückgang des Drogenkonsums bei Halbwüchsigen in der Mainmetropole

 

 

 

Seit 2002 lässt das Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main den Drogenkonsum und das Freizeitverhalten von Jugendlichen untersuchen. Für die aktuelle repräsentative Studie des „Centre for Drug Research“ der Frankfurter Goethe-Universität wurden von November 2017 bis März diesen Jahres 1.589 Schülerinnen und Schüler per elektronischem Fragebogen ohne Anwesenheit der Lehrer befragt. Der diesjährige Bericht des „Monitoring System Drogentrends“ (MoSYD) bestätigt nun den Trend der vergangenen Jahre, dass der Drogenkonsum bei den 15- bis 18-Jährigen rückläufig ist. Offenbar gilt das Kiffen und Saufen unter Frankfurter Jugendlichen nicht mehr als cool. Auch der Griff zur Zigarette gelingt dem Nachwuchs immer später und seltener.

 

Laut der gestern vorgestellten Studie ist das Alter beim Erstkonsum von Cannabis in den letzten 15 Jahren von 14,5 auf 15,3 Jahre gestiegen. Bei Alkohol liegt das Einstiegsalter bei durchschnittlich 14 Jahren, 2002 lag es noch bei 12,8 Jahren. 17 Prozent der Befragten gaben an, noch nie mit Alkohol, Cannabis oder anderen psychoaktiven Substanzen Erfahrung gemacht zu haben (2002: 4 Prozent). Auch was den bewussten Verzicht auf den Konsum von illegalen Drogen, Tabak und Alkohol betrifft, zeigt das Zahlenwerk der Studie eine drastische Veränderung: 40 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, in den letzten 30 Tagen abstinent geblieben zu sein; vor 15 Jahren waren es nur 26 Prozent.

 

Der meist angegebene Grund für die Abstinenz war „fehlendes Interesse“. 48 Prozent der Befragten verzichten deshalb auf Cannabis, 51 Prozent auf Alkohol und 57 Prozent auf Tabak. 20 Prozent der Jugendlichen entsagen dem Alkohol aus religiösen Gründen. Aus Angst vor Gesundheitsschäden verzichten 24 Prozent auf Tabak, 15 Prozent auf Cannabis und 11 Prozent auf Alkohol.

Wer den Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis nicht scheut, bevorzugt das Trinken: Für 20 Prozent der Frankfurter Jugend ist Alkohol die Lieblingsdroge. Einzig dieser Wert ist in den letzten drei Jahren gestiegen. Immer unbeliebter wird dagegen das Tabakrauchen: Nur noch für fünf Prozent der Jugendlichen ist der Glimmstängel die erste Wahl. Abwärts geht es in der Beliebtheitsskala auch mit Cannabis, das nur noch sieben Prozent als Lieblingsdroge benennen. 2014 waren es noch elf Prozent.

 

Der Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) spricht von „erfreulichen Ergebnissen“. Die Erwartung, dass der Cannabiskonsum nach mehrjähriger Zunahme den Zenit überschritten habe, habe sich bestätigt. Wieso und weshalb sich dieser Trend abzeichnet, lässt sich nach den Worten der Leiterin des Drogenreferats, Regina Ernst, nicht ohne weiteres erklären. Allein auf Präventionsarbeit könne diese Entwicklung nicht zurückgeführt werden. „Prävention allein kann es nicht richten“, sagte Ernst. Wohl aber könne sie einen wichtigen Beitrag leisten. „Ohne Prävention hätten wir sicher eine andere Studie.“ Zugleich wies die Leiterin des Drogenreferats darauf hin, dass noch immer 14 Prozent der Jugendlichen legale und illegale Substanzen „riskant“ oder „intensiv“ konsumierten.

Stefan Majer zeigt sich zufrieden mit den überraschenden Ergebnissen der etwa 32.000 Euro teuren Studie: „Cannabis wird weiter aus der Tabuzone geholt, und Alkohol wird so selten konsumiert, wie nie zuvor.“

 

 

15 Antworten auf „Cannabis bei Frankfurter Jugendlichen aus der Mode

  1. Meckerkasten

    Markt endlich regulieren und die Zahl
    bei den jugendlichen Erstkonsumenten reduziert sich weiter!!!
    Eigentlich ganz einfach!

  2. Erwim

    Dann funktioniert die Prohibition doch ganz wunderbar?!

    Mit diesen Ergebnissen wird die CDU jede Form der Liberalisierung verhindern im November.

    Herzlichsten Dank nochmal an die Uni Frankfurt.

    Und in 10 Jahren sucht man dann wieder Lösungen, weil alle Straßen voll mit Junkies sind.

  3. Rainer Sikora

    Das ist nicht unbedingt eine gute Nachricht,weil der Druck für eine schnelle Legalisierung abgebaut wird.Die Not,die dadurch entsteht wenn jugendliche kiffen,zwingt zu raschem handeln,weil es ja soo schlimm ist.Totsaufen ist aber beruhigenderweise weiterhin erlaubt und fällt nicht weiter ins Gewicht.

  4. Unbeugsam

    Ein hoch auf die hier herschenden Gesetze gegen die Menschlichkeit.
    Wer möchte schon ein Volk was das Gehirn benutzt.
    Mit Alkohol kommt dir Erlösung viel schneller…….

  5. bambi

    Drogen sollten nicht konsumiert oder nicht konsumiert werden um aktuellen mode erscheinungen und trends zu folgen!
    lernt selbstständig zu denken!

  6. Otto Normal

    Dann haben doch Mortler und Co. wohl alles richtig gemacht. Die Jugendlichen kiffen nicht mehr sondern saufen wieder… gottseidank!
    Also ist die Prohibition doch der richtige Weg.
    Dann laßt uns nun auch endlich die Alkoholprohibition und das Europäische Tabakverbot angehen.
    Was?
    Alko-Prohibition in Amerika im letzten Jahrhundert gescheitert?
    Ja, aber das kann man doch nicht vergleichen, die Amerikaner sind doch genetisch völlig andere Menschen.

    Bevor ich es vergesse, hier ein Artikel der das genaue Gegenteil beschreibt:
    https://hanfjournal.de/2015/11/23/frankfurter-jugendliche-kiffen-lieber/

    Also alles nur Modewellen?
    Alles nur Propaganda?
    Lügenpresse?

  7. Rainer Sikora

    Die Leute die seit 40 oder 50 Jahren dauerkonsumieren ,und trotzdem alle Tassen im Schrank haben, werden bei allen Überlegungen ausgeblendet.Das würde bei Säufern ganz anders aussehen.

  8. Der Realist ohne Kraut

    Herrlich! Gefundenes Fressen für die Unioner und AfD. Selbstverständlich ist jetzt wieder Frau Mortler bestätigt und macht somit alles richtig, wie sonst auch… da aber der Alkoholkonsum unter dem Deckmantel des Volksgutes steht, gibt’s hier auch keinerlei Gründe fürs Handeln.

    Aber auch hier sieht man mal wieder, dass erst duzende Studien gemacht werden, um das perfekte Ergebnis zu bekommen. Einen Monat später in einer anderen Großstadt wie Dortmund, Berlin, Köln usw. durchgeführt, kommen die ‚Druck-Ergebnisse‘ wieder zustande. Der Jugendschutz kann nur funktionieren, wenn überhaupt, mit staatlicher Kontrolle, Verkaufsstellen o.ä. Wenn man dann aber wieder überlegt, dass Alkohol und Tabak frei an jeder Ecke erwerbbar ist, wäre eine ‚kontrollierte Anbgabestelle‘ fürs Heilkraut wieder nur eine Farse.

    Deutschland braucht neues Denken, neue Regierungskräfte und vor allem Neutraldenkende, die wirklich wissen, was abgeht.

  9. R. Maestro

    Das riecht sehr nach verzweifeltem Versuch zum Stimmenfang bei den Unionen.
    Jetzt auch nimmer.

    So positiv solche news auch sind:

    Da die Zahlen sich verbessern, Naloxon seine Wirkung zeigen wird,
    wir jetzt ein Gesetz für Cannabis als Medizin haben, ausserdem eine angeblich weltweit angesehene und geachtete Drogenpolitik, usw., ….
    … daraufhin eine dritte Amtszeit fürs Lenchen?

    Oh Gott, womit haben wir, (oder Marlene) so etwas verdient?

  10. Ralf

    @Der Realist ohne Kraut
    „….da aber der Alkoholkonsum unter dem Deckmantel des Volksgutes steht, gibt’s hier auch keinerlei Gründe fürs Handeln.“
    Doch gibt es! Lies dir die „Single Convention“(goolele, oder schaue bei Wickipedia nach, einfach mal nach Harry L.Anslinger oder diesem Schandvertrag der UNO) , das Machwerk von Teufel Anslinger mal genau durch.
    Da steht nämlich daß alle Staaten (wie z.B. Indien) eine 25 Jährige Übergangszeit haben um der Bevölkerung das anerkannte KULTURGUT CANNABIS madig zu machen.
    Es gibt keinen einzigen Grund (außer der Willkür dieser Nazis) es beim Alk nicht genau so zu machen, allerdings muß er dazu genau wie Cannabis erst einmal und sofort von heute auf morgen, so ist es bei Cannabis gemacht worden, stigmatisiert und verboten werden. Danach haben (theoretisch denn sie werden das ja nicht wirklich tun) die Schundmedien des Meinungsmonopols von Burda,Bertelsmann und Springer leichtes Spiel.

  11. Ralf

    Da steht übrigens auch wörtlich drin daß (nur unsere, ihre natürlich nicht) „Drogen“ deswegen verboten sind weil sie:“….geeignet sind dem Menschen und der Gesellschaft Schaden zuzufügen…..“! Schäden des Alkohols an der Gesellschaft (und das sind die offiziellen Zahlen der Krankenversicherungen), belaufen sich auf 28 Milliarden jährlich! Davon könnte man allen Hartzern das Existenzminimum bezahlen, das vom Verfassungsgericht schon lange angemahnt wurde und um das millionen arme Menschen jahrzehntelang betrogen wurden und immer noch betrogen werden.
    Ein anderer großer Teil wird für die Verfolgung der Cannabiskonsumenten verschleudert (Gehälter und Pensionen dieser unnötigen Verbrecher in Polizei und Gerichten), ca 4 Milliarden im Jahr, davon könnte man das Pflegepersonal in Altenheimen und Krankenhäusern, das zur Zeit unmenschlich ausgebeutet wird, anständig bezahlen, vom Merkelverbrechen „Bankengangsterrettung“ (ca 270 Milliarden Steuergelder die beim nächsten Crash weg sein werden) will ich gar nicht erst reden.

  12. Tonio_Di

    Ich finde das gut, und interpretiere das ganz anders wie die meisten hier:

    Ich meine man muss sich mal die Argumente der Gegner der letzten jahre bzw. Monate anschauen.

    Da wurde gesagt, dass eine Liberalisierung oder gar nur die Diskussion darüber angeblich Kinder und Jugendliche animieren würden Cannabis zu konsumieren. Das logische Argument(logisch aber nur für diejenigen die sich wohl ihre Gehirnzellen weggesoffen haben), wenn etwas legal ist, dann ist es harmlos scheint dann nicht mehr so recht angebracht zu sein. Denn erstens leben wir in globalisierten Zeiten, und Kinder und Jugendlich bekommen schon mit wenn Staaten wie Kanada Cannabis freigeben. und sie erkennen sehr wohl, dass die frage warum es frei oder verboten ist mehr willkürlich gestellt werden kann.

    Früher wurde gerne bei solchen Meldungen angeführt, dass das Verbot hilft und auch wirksam ist (wie hier einige auch bemerkt haben). Diesmal ist das aber nicht mehr möglich, denn die Diskussion um die Regulierung hält unvermindert an, die Gefahr öffentlich mit solchen Aussagen demaskiert zu werden ist demnach zu groß.
    Also kommen Meldungen, dass der Konsum bei Kindern gestiegen ist dann heißt es die Regulierer sind Schuld, umgekehrt möchten sich die Prohibitionisten dann feiern lassen, wenn der Konsum sinkt!?

    Das ist so nicht mehr möglich, da in den letzten 3-4 Jahren die Diskussion fortgeschritten ist und die Stimmen für eine Regulierung zu breit gefächert und zu laut sind.
    Wir hatten etwas ähnliches in den neunziger Jahren nach dem sogenannten haschischurteil, der Unterschied zu damals war, dass die Gesellschaft und Parteien noch nicht so weit waren, so dass es im Sande verlaufen ist. Die Einführung der geringen Menge war ja damals mehr Minimalkonsens als eine echte Liberalisierung.

    Also Kiffen geht bei Jugendlichen zurück, und das ist auch gut so. Da wir in Deutschland eine Rundumdie Uhr Versorgung mit cannabis haben (in Frankfurt auf jeden Fall) ist es doch erfreulich , wenn Jugendliche weniger zu Cannabis greifen.
    Ich denke vielfach hat auch die Diskussion um die legalisierung beigetragen, denn anders wie früher mit pauschalen Diffamierungen um sich zu werfen, wird heute viel sachlicher argumentiert.
    Es wird ganz klar kommuniziert, dass Cannabis für Heranwachsende schädlich ist und bleibende Schäden hervorbringen kann.
    Es ist ein Unterschied, ob ein CDU fuzzi Cannabis Pauschal als schlecht darstellt, oder z.b. ein Richter Müller ganz klar sagt, dass Cannabis für Kinder und Jugendlich tabu sein sollten weil es für diese Gruppe besonders gefährlich ist, aber gleichzeitig sagt, dass es für ausgewachsene Menschen in der regel nicht so gefährlich ist wie propagiert.

    Ich bin zuversichtlich und verweise hierzu auf ein Interview mit dem Gouverneur von Colarado vom September 2018, wo er ganz klar sagt, dass die neue Regelung viel besser wie die alte ist. Trotz Regulierung ist der konsum von Minderjährigen zurückgegangen. Insofern scheint das ein Internationales Phänomen zu sein und ist unabhängig vom rechtlichen Status.

    we have not seen a spike in cannabis use since legalization (Wir haben seit der Legalisierung keinen Anstieg des Cannabiskonsums gesehen)

    Egal was Thomasius und konsorten behaupten, hier ist jemand der nah an der Quelle ist. hickenlooper ist der Governeur und sollte schon wissen was in seinem Staat abgeht. Er war am Anfang auch gar nicht für die Freigabe und hätte nicht mit der Wimper gezuckt, das „Experiment“ wieder zu beenden. Nun ist er überzeugter Anhänger der neuen Regelung und denkt nicht im Traum daran zur alten Regelung der Prohibition zu gehen.

  13. Der Realist ohne Kraut

    @ Tonio Di
    Völlig klar. Da kann man eigentlich nicht dagegen reden. Eigentlich.
    Wenn du dir mal die Debatten und sonstige Diskussionen ‚der berufenen und allwissenden Fachleute‘ in zahlreichen TV-Sendungen und Internet-Videos ausschaust, wirst du die Haltung vieler – meiner auch – verstehen.

    Ich find’s klasse, dass Jugendliche bewusster handeln und auch Nein zu manchem sagen (können). Dennoch ist doch hier der springende Punkt, dass viele der Volksversteher (Union und seine Lemminge) völlig am Thema vorbei rauschen. Da sind derartige Meldungen nur für Ihre verbohrte Ideologien, ihr Selbstverständnis und vor allem für Ihre Rechtauslegung eine tolle Rechtfertigung. So in der Art wie: Futter für die Armen.

    Diskussionen werden intensiver, lauter und verschallen dennoch am klaren Denken…

  14. Rainer Sikora

    Hauptsache unsere Enkel wissen noch,daß es vor 50 Jahren oder so,eine Diskussion über eine Cannabislegalisierung gegeben hat.

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