Samstag, 29. September 2018

Rassismus im Krieg gegen Cannabis ist weiterhin vorhanden

 

Louisiana verhaftete 2016 drei Mal häufiger Menschen mit schwarzer Hautfarbe.

 

Cannabis
Foto: freeimages stockers9

 

Dass der Krieg gegen Cannabis ein Krieg gegen Menschen ist, weiß jeder Kiffer. Dass in den USA jedoch rassistische Tendenzen in diesem Kampf weiteren Grund zum Nachdenken geben sollten, ist hierzulande weniger bekannt. Schon seit Längerem wissen jedoch Amerikaner von dem Ungleichgewicht betreffend Strafverfolgung und Inhaftierung, aber anscheinend gibt es weiterhin Gegenden in den USA, wo ethnische Minderheiten noch einmal die Kürzeren ziehen müssen. Der Rassismus im Krieg gegen Cannabis ist weiterhin vorhanden, wie Zahlen aus Louisiana des Jahres 2016 beweisen.

 

Laut Daten des Southern Poverty Law Centers haben sich in dem viel Blues und Soul produzierenden Bundesstaat Louisiana erneut die rassistischen Tendenzen des Drogenkrieges offenbart, da trotz vergleichbarer Verhaltensmuster unter blassen Kaukasiern, die dreifache Personenzahl schwarzer Menschen für den Besitz von Marihuana dort in Gefängnisse gesteckt worden ist. In manchen Gemeinden – beispielsweise Baton Rouge, mit einer Einwohnerzahl von etwa 228000 Bürgern – steigt diese vornehmlich auf die Hauptfarbe begrenzte Menschenjagd sogar auf einen Wert von dem Sechsfachen zu den unter weißen Bewohnern durchgesetzten Verhaftungen im direkten Vergleich. Auch in anderen Bundesstaaten spricht die Quote der Festnahmen eine eindeutige Sprache, sodass davon geredet werden kann, dass circa ein Verhältnis von vier zu eins besteht, obwohl keine Unterschiede in den Konsummustern oder Besitzmengenverhältnissen bestehen und weiße Bürger weiterhin den Großteil der amerikanischen Bevölkerung ausmachen.
Aus diesem Grund ist es auch nur zu befürworten, dass in anderen Teilen des Landes Gerechtigkeit wenigstens nachträglich von Autoritäten durchgesetzt wird, was dazu führt, dass ehemalige Verurteilte ihre Strafregister aufgeräumt bekommen. So hat Seattle nun auf Anordnung des städtischen Amtsgerichtes die Pflicht, alle mit Cannabis in Verbindung stehenden Minimalstraftaten aus den Akten vorheriger Verurteilter zu entfernen, falls die betroffenen Personen dies verlangten. Dabei reicht die Aufräumaktion von den Jahren 1996 bis zum Jahr 2010, sodass viele Hundert ehemals als Straftäter geführte Bürger der USA nun durch eine gerechtere Vernunftentscheidung im Nachhinein wieder mit einer weißen Weste ausgestattet werden – egal welche Hautfarbe sie tragen.

 

Die Legalisierung von Cannabis bedeutet in der Realität daher auch einfach mehr Toleranz für alle.

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