Dienstag, 28. August 2018

Jeder siebente US-Amerikaner verwendet Cannabis

 

 

Laut einer Umfrage haben 14,6 Prozent der erwachsenden Amerikaner im Jahr 2017 Cannabis konsumiert

 

 

RE-Legalisierung in Sicht
Artwork by mark marker

 

 

 

Der Cannabis-Boom ist in den USA ungebrochen. Das belegen die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage, die Wissenschaftler des VA Medical Center in San Francisco durchgeführt haben. Die Befragung von 16.280 Bürgern ab 18 Jahren brachte ans Licht, dass im vergangenen Jahr 14,6% der Befragten mindestens einmal Cannabis verwendet haben. Davon gaben 8,7 Prozent an, das Heilkraut und Genussmittel in den letzten 30 Tagen konsumiert zu haben. Dabei ist das Rauchen mit 55 Prozent die häufigste Einnahmeform.

 

In den Bundesstaaten, in denen der Cannabis-Konsum zu Genusszwecken legal ist, war die Prävalenz im Jahr 2017 mit 20% am höchsten, verglichen mit 14,1% in Staaten, in denen die medizinische Verwendung legal ist und 12% in Staaten, in denen keine Verwendung legal ist. Die Wahrscheinlichkeit des Gebrauchs von Marihuana nahm mit zunehmendem Alter ab. Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren haben den höchsten Konsum von Marihuana.

 

Die Wissenschaftler leiten aus dem Zahlenwerk jedoch nicht nur positive Aspekte ab. Die Mitautorin der Studie, Dr. Salomeh Keyhani von der University of California in San Francisco, zeigt sich besorgt über die derzeitige Regulierungsstrukturen: „Es gibt immer neue Formen von Cannabis, und die Risiken dieser Produkte für die Gesundheit sind unbekannt. Der THC-Anteil ist teilweise extrem hoch, zum Beispiel bei Konzentraten. Wir verstehen die Wirkung von Produkten mit hohem THC-Anteil nicht.“

 

Gefahren wittert auch Dr. Michael Lynch, Toxikologe und medizinischer Direktor des Poison Center der University of Pittsburgh Medical Center: „Historisch gesehen wurden die Nachteile von Marihuana minimiert. Seine Verwendung wird als sicher und risikolos angesehen, aber das ist nicht unbedingt der Fall. Zum Beispiel werden 10 Prozent der erwachsenen Nutzer süchtig, bei jugendlichen Nutzern sind es etwa 17 Prozent. Das sind keine unbedeutenden Zahlen, wenn man bedenkt, dass die Gesamtzahlen steigen.“ Lynch ist ebenso beunruhigt über die hohen THC-Konzentrationen bei Ölen und Lebensmitteln. „Wenn die Cannabis-Produkte konzentrierter oder potenter sind, treten Nebenwirkungen wie Unruhe auf, und es gibt ein gewisses Potential bei den Konsumenten für Angststörungen und psychotische Effekte.“

 

Wie auch immer, unterm Strich ist der Cannabis-Konsum in den USA schwer auf dem Vormarsch, ob für medizinische Zwecke oder zum Genuss in der Freizeit. Dass die Risiken und Nebenwirkungen bei Missbrauch, insbesondere bei Jugendlichen, nicht zu unterschätzen sind, war bereits hinlänglich bekannt. Die Furcht der Forscher, dass die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigen könnte, ist zwar verständlich, schießt aber übers Ziel hinaus, da Cannabis keineswegs ein ähnliches Suchtpotential wie Opioide hat. Vielmehr hilft die Legalisierung des Heilkrauts, die in den USA grassierende Opioid-Sucht in den Griff zu bekommen, indem Cannabis als Ersatzstoff eingesetzt wird. Gleiches gilt für die Volkskrankheiten Adipositas und Diabetes. Laut einer Studie der Duke University waren im Jahr 2012 rund 36% aller Amerikaner fettleibig, und die Zahl soll sich bis 2030 auf 42% erhöhen. Auch bei diesen Krankheiten erweist sich der therapeutische Nutzen des Heilkrauts von unschätzbarem Wert.

 

 

2 Antworten auf „Jeder siebente US-Amerikaner verwendet Cannabis

  1. Rainer Sikora

    Die Dosierung und das Verständnis für den unbedenklichen Umgang mit der Droge sind eine wichtige Voraussetzung.

  2. Ralf

    Das sind doch alles nur Peanuts verglichen mit den Nebenwirkungen von Alkohol, also ist und bleibt die Diskussion über Nebenwirkungen von Cannabis ein Nebenkriegsschauplatz, der den Hauptkrieg nämlich den gegen die Menschenrechte verschleiern soll. Nicht darauf reinfallen!!!!

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