Donnerstag, 26. Juli 2018

Experiment mit Ratten lässt über Cannabiskonsum nachdenken

 

Doof durch WIN-55212-2, das eigentlich einmal schlauer machen sollte.

 

 

Erst im Mai vergangenen Jahres sorgte ein Experiment an Mäusen, welches in der Bonner Universität durchgeführt wurde, für größeres Aufsehen. Alte Tiere wurden wieder vollkommen frisch in ihrem Kopf, nachdem sie fachmännisch mit natürlichen Cannabioniden behandelt wurden. Jetzt machte eine Studie aus England jedoch die gegenteilige Beobachtung, als man mit Ratten und einem synthetischen Cannabisvertreter etwas herumexperimentierte. Da dort die Versuchstiere, die längerfristig mit dem künstlichen Wirkstoff in Behandlung waren, als recht unfähig agierende Subjekte auffielen, stellt sich die Frage, ob Cannabis nicht doch auch derartige Auswirkungen auf den menschlichen Geist ausüben könnte. Ein Experiment mit Ratten lässt über Cannabiskonsum nachdenken.

 

WIN-55212-2 heißt der synthetische Cannabis ähnelnde Wirkstoff, der in einem Experiment der Universität Lancaster und der Universität Lissabon an Ratten getestet wurde. Die chemische Verbindung, die auch als Aminoalkylindol-Derivat beschrieben wird, soll ähnliche Wirkungen wie berauschendes Cannabis besitzen, jedoch in ihrer chemischen Struktur in keinster Weise vergleichbar sein. Dennoch schließen Forscher der Universitäten nun aufgrund von dem an den Tag gelegten Verhalten der Ratten, die mit WIN-55212-2 behandelt wurden, dass Cannabis schädigende Eigenschaften auf das Gehirn haben könnte. Nicht nur die Wahrnehmung von neuen und alten Dingen sei während Beobachtungen auf ein Minimum reduziert, auch in Gehirnscans würde bildlich bewiesen, dass der Wirkstoff für eine Beendigung von Denkprozessen in gewissen Hirnregionen verantwortlich sei, welche für Erinnerung und Lernprozesse genutzt werden. „Diese Mechanismen sind von zentraler Bedeutung, um zu verstehen, wie sich Cannabinoide langfristig auf die Entstehung von psychischen Erkrankungen und Gedächtnisproblemen auswirken„, sagte Dr. Neil Dawson von der Lancaster University zu seinen Forschungsergebnissen, welche vorangegangenen Studien jedoch leicht widersprechen.

 

Schon in 2006 wurde mit Ratten und Win-55212-2 in den USA ein Experiment gewagt, bei dessen Ausgang das Ergebnis zum Vorschein trat, dass der Wirkstoff für eine Verbesserung der Gedächtnisfunktion dienlich sei, da die Versuchstiere wesentlich fähiger aus einem ihnen bekannten Labyrinth entkommen konnten. Dass ausgerechnet dann auch natürliches Cannabis grundsätzlich negativ auf die geistige Leistungsfähigkeit der Nutzer wirken muss, ist passenderweise im Hanf Journal von einem bekannten Facharzt erst kürzlich unter Zuhilfenahme weiterer Forschungsergebnisse als unhaltbarer Aussage entlarvt worden.

 

Mann oder Maus macht dazu auch einen kleinen Unterschied – und Cannabis ist nicht gleich Cannabis.

14 Antworten auf „Experiment mit Ratten lässt über Cannabiskonsum nachdenken

  1. Rainer Sikora

    Mit Studien und Gegenstudien wird alles blockiert und neutralisiert.Außerdem werden dadurch viele Argumente pro legal geplättet.Aber in Deutschland wird sowieso nichts besser.Und die Engländer arbeiten auch gegen Hanf.

  2. Alexander Müller

    2008 fingen laut Professor Dr Ursula Havemann die Cannabinoide Entzüge in ihrer Klinik an. 2006 fing das Streckmittelproblem im Gras an. Künstliche Cannabinoide verursachen Entzüge wissen wir von den legal highs. Ist es da nicht logisch was auf dem Grasmarkt in Deutschland unterwegs ist ? Warum wird so wenig über Streckmittel gesprochen ? https://youtu.be/q5MfuaIAMQY?t=8m31s

  3. patrick

    „WIN-55212-2 heißt der synthetische Cannabis ähnelnde Wirkstoff“

    Wen wollen die denn hier für blöd verkaufen? Das hat nichts, aber auch rein gar nichts mit natürlichem THC zu tun das ist eine ganz andere Substanz.

    Stichwort Agonist usw. usf. …… boahhh *wuuuuuuUUUUttttttt

    Ich kann doch nicht Eigenschaften eines Stoffes (z.B. Benzin) auf einen anderen übertragen (z.B. Wasser) nur weil beide ähnlich sind (flüssig)(Cannabinoide). Das ist Pseudowissenschaft! Sicher darf man Vermutungen anstellen diese zu Ideen formulieren, in Versuchen prüfen und letzlich beweisen.

    Bewiesen wurde lediglich WIN-55212-2 macht Ratten dumm, mehr aber auch nicht! Was das ganze jetzt aber mit dem Harz des Hanfes und seinen Inhaltsstoffen (spez. THC) zu tun hat ist mir schleierhaft.

  4. Rainer Sikora

    Die Ansprachen der Abgeordneten zur Problematik sind falsch und verlogen.Frau Mortler hat gesagt und viel mehr Wirkstoff als früher Zeug darf nicht verharmlost werden u.s.w. kotz.

  5. Irgendwer

    Die sind doch nicht ganz frisch in der Rübe!
    Außer geistigem Dünnschiss kommt wohl nix von denen.
    Sollen sich ’ne Unterhose über’s Gesicht ziehen… dann paßt es !

  6. Ewa

    Deren Ernst? Künstliche Cannabinoide also Noids mit natürlichem THC zu vergleichen ist wie Opium mit Krokodil (Desomorphin) zu vergleichen. Das eine ein Opiat das andere ein künstliches Opioid.
    Cannabis rauchen ich über 10 Jahren ohne Probleme. Spice (künstliches Cannabinoid, ABfubinaca) 18 Tage wegen Pisstest als Ausgleich geraucht danach war ich eine Woche im Krankenhaus und ich habe mich in 18 Tagen so heruntergewirtschaftet kp wie das möglich war aber nicht kalt richtige Junkies sehen so nach einem Jahr aus. Also nur Natur und kein Chemie Scheiss…..!!!!!

  7. R. Maestro

    Diesen Test hätten sie sich auch sparen können.
    Man möchte etwas beweisen, in Bezug auf Cannabis, verwendet aber keins.
    Idiotisch? Nein, deren Logik.
    Was die Chemie betrifft, sind die Räuchermischungen wirklich der grösste Mist. War zwei Wochen im Koma, wegen dem Zeug.
    Danken kann man sowas dem kompletten Versagen unserer Drogenpolitik und deren Hauptfigur. Die sich ja nicht mal zur Bundestagssitzung getraut hat, als es um Cannabis ging.
    Au weia, sind das Luschen.

  8. woewe

    Ein bisschen was Wahres ist an diesen Studien dran, und das ist ja das Gemeine.

    Der Wirkstoff wirkt zumindest dort über dieselben Mechanismen wie Anandamid oder THC, nämlich über die CB1-Rezeptoren und so ergeben sich auch zT ähnliche Wirkresultate. Das ist aber auch schon alles, was es Gemeinsames gibt. Von der Stoffgruppe hat WIN-55212-2 nichts mit Cannainoiden zu tun und damit sind die Ergebnisse genauso schlecht übertragbar wie, als hätte Albert Hofmann über LSD, einem Serotonin-Antagonisten am 5-HT2A-Rezeptor, geforscht, hätte aber dann seine Vermutungen aus diesen Experimenten zu Zauberpilzen geäußert, da Psylocin, das Derivat aus Psylocibin, ebenfalls da andockt. facepalm

  9. woewe

    APONET hat auch darüber berichtet und Ich verstehe diesen Beitrag nicht – entweder ist da journalistisch oder fachlich etwas komplett fehlgelaufen:

    https://www.aponet.de/aktuelles/forschung/20180725-wie-cannabis-langfristig-auf-das-gehirn-wirkt.html
    Meine Anfrage dort:
    Sie beziehen sich auf https://doi.org/10.1111/jnc.14549
    Aber dort steht etwas von Untersuchungen mit einem Wirkstoff namens WIN 55,212-2, was ein potenter Cannabinoid-Rezeptor (CB1) Agonist ist, aber selber eine völlig andere chemische Struktur hat.
    Gut, aufgrund dieser Mechanismen sind ähnliche Effekte wie bei dem Cannabinoid THC festgestellt worden und es wird vermutet, dass WIN 55,212-2 ähnlich wie HU-210 und JWH-133 auf entzündliche Erkrankungen sowie Alzheimer Disease wirken könnte. Und nun kommen neue Mutmaßungen hinzu.

    Trotzdem klingt das so, als würde Albert Hofmann über LSD, ein Serotonin-Antagonist am 5-HT2A-Rezeptor, forschen aber dann seine Vermutungen aus diesen Experimenten zu Zauberpilzen äußern, da Psylocin, das Derivat aus Psylocibin, ebenfalls da andockt.
    Also insgesamt wirkt der Artikel schon mit der Überschrift sehr unlauter: „Wie Cannabis ….“ und „Cannabis könnte dem Gehirn schaden…“, das ja außer THC (dem speziellen Antagonisten) noch rund hundert weitere Cannabinoide sowie Terpene enthält, diese aber mit dem synthetischen Stoff WIN 55,212-2 nichts außer dem Rezeptormechanismus gemeinsam haben.

    Und ich erinnere! in diesem Zusammenhang an die alternden Mäuse, denen Bonner Wissenschaftler THC gaben und sie dadurch zu Gedächtnisleistungen vergleichbar jungen Mäusen fanden.

  10. woewe

    Die APONET-Redaktion hat geantwortet und das ist meine Reaktion darauf:

    Hallo Herr Freund und danke für die Antworten,
    die Rechtfertigung für den Artikel entsetzt mich aber nun doch noch mehr als der Artikel selbst.

    Seit Jahrzehnten, man könnte sagen, seit Anslingers Zeiten wird zwar auch wissenschaftlich untersucht aber mehr noch werden Grabenkämpfe geführt zu den Auswirkungen von Cannabinoiden, speziell Δ9-THC (THC) auf das Gehirn.
    Auf der einen Seite lässt THC das Gehirn schrumpfen, lässt den IQ sinken (Madeline Meier), ist neurotoxisch, verändert den Hippocampus zum Negativen, usw.,
    auf der anderen Seite sind THC und CBD neuroprotektiv, „befreit Menschen (hier Moshe Roth) vom Holocaust“, von PTBSen, Ängsten und anderen psychischen Störungen, verjüngen das Gehirn alternder Mäuse …
    Und jetzt kommt dieser Artikel und klärt keinesfalls auf, sondern setzt nur noch einen darauf und verwirrt nur noch mehr. 🙁
    Sie nennen das Veranschaulichung und Vereinfachung, übernehmen Vermutungen, die sich in dieser genannten Diskussion nur tendenziös bemerkbar machen:
    Im Artikel ist von einem synthetischen Cannabinoid die Rede, das ist falsch, WIN_55,212-2 ist ein Cannabis-Rezeptor-Antagonist, ebenso komplett diese Passage: „So wurden durch Cannabis Funktionen in Regionen des Gehirns beeinträchtigt, die am Lernen und Erinnern beteiligt sind“, da hier mit WIN_55,212-2 gearbeitet wurde und weder mit Cannabis (Hanf), das ist eine Pflanze mit über 100 Cannabinoiden, über 120 anderen Terpenen und über 20 Flavoniden, noch mit einzelnen Cannabinoiden daraus.

    Auch die Schlussfolgerung von Dr. Neil Dawson, „um zu verstehen, wie sich Cannabinoide langfristig auf die Entstehung von psychischen Erkrankungen und Gedächtnisproblemen auswirken“ und potenzielle negative Nebenwirkungen zu kennen, sind für mich nur Vermutungen, denn bereits weit zurückliegende Studien zeigten (jeweils aus dem Abstract bzw. Results):
    2003 (L. Robinson):
    Obwohl beide Substanzen (THC und WIN) Agonisten derselben Rezeptoren sind, war das Verhalten der Ratten unter dem jeweiligen Substanzeinfluss in einem Wasser-Labyrinth unterschiedlich.

    2010 (S.K. Acheson):
    Der neurologische Entwicklungseffekt von WIN 55212-2 unterscheidet sich von dem, der zuvor für Δ9-THC beobachtet wurde.

    Somit ist das, was Dr. Dawson vermutet, etwas, dem in der Grundlagenforschung sicher nachgegangen werden sollte, aber aktuell genau so zutreffend ist wie, dass auf dem Mars Leben existiert.

    Alles in allem kann ich nur empfehlen, diesen Artikel in dieser Form zurückzuziehen und neu zu formulieren, ohne direkt irreführende falsche Fakten zu liefern und damit tendenziöse Schlussfolgerungen zu provozieren. Vielen Dank.

  11. Pac Polovski

    Wenn ich das schon lese synthetisch die haben doch voll das Ding an der Waffel hätten die den rattis schöne dicke sativa Blüten hingelegt wären diese genau so fit wie die Mäuse vom letzten Jahr ✌️ unglaublich

  12. Ralf

    So können die sich halt bei dem Intelligenzniveau der Deutschen erlauben zu lügen.Unsere Bildungspolitik ist, gwollt, ein absolutes Desaster. Noch nie war die Rate an Analphabeten so hoch wie heutzutage. Das hat dazu geführt daß die Leute (zukünftiges geflügeltes Wort auf der Welt:“Dumm wie ein Deutscher“) natürlich Äpfel und Birnen nicht mehr unterscheiden können. Konservatives Bildungsziel erreicht! Kohl-Schröder und Merkel-Mission erfüllt!

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