Sonntag, 22. Juli 2018

Eine Branche im Umbruch

 

 

Das war die Mary Jane 2018

 

 

Vom 08. bis 10. Juni 2018 fand erneut die größte deutsche Hanffachmesse Mary Jane in Berlin statt. Zum dritten Male lud das Team um Duc Anh Dang Hunderte Hersteller und Produzenten von Gartenequipment, Paraphenalienbedarf und Hanfprodukten in die Hauptstadt Germanys, welche sich nach Postbahnhof und Funkhaus dieses Mal unter dem Dach des bekannten Veranstaltungsortes Arena versammelten.

 

Allein die große Fläche des Areals für das Event mit genügend Abwechslung auszufüllen, darf schon als eine Veränderung der bisherigen Gangart im deutschsprachigen Raum verstanden werden, doch besonders die am Samstag hereinbrechende Flut an interessierten Besuchern zeigte, dass Cannabis mittlerweile vollständig in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Während jüngere Menschen mit Tattoos am ganzen Körper meist eher auf der Suche nach den neusten Trends im Growing- und Gebrauchssegment freundlich durch die Halle pilgerten, erstaunte eingesessene Branchenvertreter das große Interesse einer bisher außen vorgelassenen Personengruppe, die sich vornehmlich auf die gesundheitlichen Aspekte von Cannabis konzentrierte.

 

 

Eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Menschen im höheren Alter vermischte sich auf der Mary Jane 2018 über die drei Messetage mit der bereits bekannten Klientel, als wäre das Event rund um die Hanfpflanze massiv in Apothekenzeitungen beworben worden. Im entspannten Fluss strömte somit ein sich auf CBD-Produkte stürzender Anteil an teils Krückstock nutzender Personen durch die einem Labyrinth ähnelnden Gänge, denen nach eigener Aussage der Sprung über den eigenen Schatten bisher viel Linderung bei gesundheitlichen Leiden brachte. Aus diesem Grund waren CBD-Hersteller und Händler auch äußerst beliebte Anlaufpunkte für alle Besucher der Mary Jane, die sich über die neusten Entwicklungen auf dem Markt näher informieren und den wachsenden Produktkatalog etwas besser kennenlernen wollten.

 

 

Überrascht hat dabei selbst einige Händler, dass sich erste Anbieter von dicht gewachsenen Marihuanaknospen auf die Messe trauten und CBD-haltige Blüten mit einem THC-Wirkstoffgehalt von unter 0,2 Prozent an gern kiffenden Konsumenten verkauften. Es dürfte nicht mehr viel Zeit vergehen, bis das mannigfaltige Sortiment in Lebensmitteldiscountern mit CBD-Produkten erweitert wird und Marlene Mortlers kürzlich getätigte Aussage über Gras in Geschäften zur nächsten Fehleinschätzung der Bundesdrogenbeauftragten gezählt werden darf. Rewe und Edeka liebäugeln schon mit Cannabis.

 

 

Damit der politische und theoretische Teil der Hanflegalisierung nicht während der Mary Jane 2018 vergessen wurde, bot selbstverständlich ein Bühnenprogramm mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aus der Branche Wissensvermittlung zum Mitmachen. So gab es unter anderem Growing-Nachhilfe von dem bekannten Sachbuchautor Mr. José, Emanuel Kotzian von der Agentur  Sowjet erklärte Geschäftsstrategien im Cannabusiness und Florian Riester vom Deutschen Hanfverband legte mit Kollegin Verena Aßmann Pläne zum richtigen Legalisieren vor. Um die dazu benötige Energie aufzutanken, waren unterschiedliche Essensstände vorhanden, welche Munchies und Co. mit einem guten Geschmack im Mund verschwinden ließen. Da auch das Partyschiff Hoppetosse für Besucher der Mary Jane 2018 durchgängig geöffnet hatte, konnten sogar kurze Schlenderpausen in Ruhe auf dem Wasser der Spree verbracht werden, was das besonders heiße Wochenendwetter des zweiten Juni-Weekends erträglicher gestaltete.

 

Über zweihundert Aussteller und Zigtausende Besucher gestalteten durchgängig beste Mary-Jane-Stimmung und schufen ein familiäres Flair, das stets von wohlriechenden Düften sowie einem friedlichen Ambiente durchzogen war.

 

Ein Highlight im Rampenlicht!

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