Samstag, 9. Juni 2018

Wem gehört der Hanf?

 

 

Sadhu van Hemp

 

 

Die Renaissance des Hanfes und die damit einhergehende Legalisierung gleicht einem Monopolyspiel. Die neueste nordamerikanische Version des weltweit verbreiteten Brettspiels könnte so aussehen, dass die Eigentümer der „Parkstraße“ und „Schlossallee“ zugleich eine Lizenz für den industriellen Indoor-Anbau und den Verkauf von Cannabis besitzen – und zwar exklusiv. Ziel des Spieles ist es dann, nicht nur über wuchererische Mieteinnahmen die Mitspieler über den Leisten zu ziehen, sondern überdies zum Kauf von überteuertem Cannabis aus industrieller Massenproduktion zu zwingen. Um das Grundstücks- und Marihuanaimperium vor lästiger Konkurrenz zu schützen, gibt es zusätzlich noch eine Gemeinschafts- bzw. Ereigniskarte, die den benachteiligten Mitspielern die Drogenfahndung in Haus und Hotel schickt – und ab geht es für zehn Runden ins Gefängnis und das Eigentum wird zwangsenteignet.

 

So in etwa wird es bald in Kanada auch im wirklichen Leben zugehen, wenn Cannabis zu Genusszwecken landesweit zugelassen wird und einige wenige lizenzierte Großkonzerne die Gelddruckmaschinen anwerfen. Mit jeder neuen Ernte werden die Aktionäre der Cannabisindustrie reicher und reicher, während die kleineren Hanfgärtner jederzeit das Ereignis einer Hausdurchsuchung mit anschließender Beschlagnahmung der illegal angebauten Hanfpflanzen ereilen kann. Die Großen im Gewerbe haben dank derer, die das ungleiche Spiel mitspielen, freie Hand bei ihrem großangelegten Beschiss, die Hanfpflanze zum Wohle der Menschheit nur noch unter ihrer Obhut wachsen zu lassen. Die Freiheit des illegalen Hanfwuchses, ob an den Hängen des Himalayas oder in den Kellern deutscher Reihenhaussiedlungen, ist dahin. Künftig wird es so sein, dass der Hanffreund zu seinem Großdealer in die „Parkstraße“ oder „Schlossallee“ fährt, um sich dort wie in einem klinisch reinen Fast-Food-Restaurant mit dem abspeisen zu lassen, was die Cannabis-Monopolisten als hochwertiges Lifestyle-Markenprodukt zu überhöhten Preisen anbieten. Eine schöne neue Hanfkultur, die die Hanffreunde da erwartet.

 

Doch wie beim Monopolyspiel – irgendwann wird es langweilig, immer dieselben Runden zu drehen und sich dabei auch noch veräppeln zu lassen. Zumal es Alternativen gibt: Eine handvoll Hanfsamen und ein bisschen Traute reichen schließlich aus, um aus dem elenden Spiel der von Monopolisten kontrollierten Cannabisabgabe auszusteigen. Niemand ist gezwungen, sich in die Wertschöpfungskette des legalen Cannabis-Kapitalmarktes einzuklinken, wenn es auch illegal geht. Widerstand gegen das Unrecht, den legalen Hanfanbau und -handel nur einigen wenigen Privilegierten zuzuschanzen, ist legitim. Die Hanfpflanze an sich gehört allen Menschen, wie jedes andere Kraut, jede andere Frucht, die Mutter Natur gebiert. Das letzte bisschen Freiheit, das der Hanf in der Illegalität hatte, droht verlorenzugehen, und es ist höchste Wachsamkeit geboten, nicht blind in eine Zukunft zu stolpern, die von einer generellen Hanffreigabe weiter entfernt als je zuvor.

Noch liegt es in der Hand der Hanffreunde, das Cannabis-Monopolyspiel der Nordamerikaner zu boykottieren und mit dem Mittel des zivilen Ungehorsams nach eigenen Regeln zu spielen.

 

Wem am Ende der Hanf gehören wird, bleibt die Frage aller offenen Fragen. Gewiss ist nur, dass das Monopoly kein Happy-End kennt – es sei denn, es wird eine Gemeinschafts- bzw. Ereigniskarte eingeführt, die den Spielern ein Sonderzahlungsmittel zur Verfügung stellt, das beim Betreten der „Parkstraße“ und „Schlossallee“ wie eine Bombe einschlägt.

9 Antworten auf „Wem gehört der Hanf?

  1. Revil O

    Im Großen und Ganzen stimme ich dem Geschriebenen zu.
    Ist es aber nicht so das in dem kanadischen Regelwerk drin steht das ab ca.01.07 es den kanadischen Provinzen zusteht den Anbau von Max. 4Pflanzen in den eigenen vier legal sein zu lassen??

    Greetz

  2. Lotus

    „Wem gehört der hanf?“
    nur eine Antwort: UNS ALLEN
    aber ich glaube,
    man hat die letzten Jahrzente seit Beginn des War of Drugs darauf hingearbeitet fürs Gegenteil zu sorgen,
    denn mittlerweile kann das nur noch behaupten wer sich den Hanf leisten kann…

    wie kontroliert man eine Heil/Rauschpflanze die so einfach für jeden zugänglich sein kann,
    wie reisst man das Geschäft an sich,
    wie bestimmt man, wem dieser Nutzen zu teil wird,
    es geht dabei leider überwiegend um Geld und Macht,erst danach kommt der Mensch…
    es wäre glaube ich besser wenn man Cannabis einfach mit gewissen Rahmenbedingungen entkriminalisieren würde,
    oder zumindestens nicht wie im falle Kanada, die Anbaulizenzen fair verteilt,
    so das allen ein Teil des Kuchens möglich ist
    und alle davon in gewissen teilen profitiern,
    vor allem soll es keine Monopolisierung sowie Kartellpreisabsprache geben,
    denn darin liegen viele Risiken begraben,
    aber die Politik hat bisher nur Unfähigkeit bewiesen oder es schlimmer gemacht…
    man hat sich dabei nicht für uns stark gemacht oder sich für uns eingesetzt…

    deswegen sollte die Politik/Jutsiz sich ledeglich raushalten aus unseren Angelegenheiten,
    solange wir kein echtes Verbrechen begehen,
    doch man opfert den Wohlstand,die Freiheit und die Gesundheit der „normalen Bürger“,
    um Gesetze und Regeln mit Gewalt durchzusetzten…
    und wo fließt das Geld und der Wohlstand wieder hin???
    Applaus für den ehrenlosen kapitalistischen Krieg den sie gegen uns führen…

    Peacezeichengruß

  3. Fred

    ODer „kleine Hanfbauer “ wird nie eine Chance haben. Egal wie legalisiert wird. Überlässt man das ganze unreguliert dem Markt, haben sich innerhalb kurzer Zeit die Bigplayer über den Preis durchgesetzt und machen alle anderen platt. Sieht man ja auch bei anderen
    „Lebensmitteln “ Außer Aldi und Co gibt es da nichts mehr. Vielleicht noch auf dem Land einen Tante Emma Laden. Aber die maßgeblichen Umsätze machen nur noch ein paar Ketten.

    Also, den legalen „Kleinen Hanfbauern “ wird es nie geben. Ein kaufmännisch orientierter Homegrower sollte also immer das Lizensierungssystem wählen. Eine Lizenz bekommt er zwar nicht, aber im Schatten der Monopole ausreichend hohe Margen, um neben der Altersvorsorge auch wie jetzt für eine mehrjährige Zwangspause vorzusorgen.

  4. R. Maestro

    Zum Glück sind soviele Samen im Umlauf, dass eine Ausrottung unmöglich ist.
    Dieser K(r)ampf kann noch Jahrzehnte weitergehen und trotzdem hat der Staat diesen fight definitiv verloren!
    Wie sieht es an diesem Punkt eigentlich mit dem Artenschutz aus?

    Geld, Macht, Eigennutz hat damals bereits das Verbot ausgelöst,
    so ist auch heute.
    Scheisse, von unserem Geld leben die Politiker und das nicht schlecht.
    Geht es ums Geld, ist es egal, ob von einem Kiffer oder nicht.
    Geht es um die Interessen ist die Meinung eines Konsumenten scheiss-egal!
    Aber da jeder Konsument zum Verbrecher erklärt wird, nimmt unser Staat also Geld von Verbrechern in Form von Geldstrafen.
    Moral?
    Was ist das?

  5. R. Maestro

    Ein weiterer Beweis, dass die Gesundheit und der Mensch bzw. Konsumenten instrumentalisiert werden.

    http://www.cannabislegal.de/studien/kleiber2.htm

    Klar, das dies umgehend in irgendeiner Schublade verschwunden ist.
    Man nennt es Vorenthaltung von wissenschaftlichen Erkenntnissen.
    Oder Bananenrepublik- äh-Drogenpolitik!

  6. R. Maestro

    Entschuldigung.
    Ich habe die Zeit, habt bitte eine Minute in der Mitttagspause, wo auch immer.
    Egal, bitte nur eine einzige Minute für Susanna.

    Danke, Euch allen,

    gute nacht. (i`m sadly).

  7. Rainer Sikora

    Wenn die Luft zum atmen nur von einer Adresse zu haben wäre,und man diese sich leisten könnte,wären alle zufrieden mit der Politik.Es ist jedenfalls genauso blödsinnig mit dem Besitzanspruch.

  8. R. Maestro

    Ich hatte einen Verwandten, praktischer Arzt. Da war es nicht unüblich, Besuche von Pharmafirmen zu erhalten.
    Mit Versprechungen, wie einem tollen Urlaub für die ganze Familie,
    wenn die Rezeptierungen entsprechend passen.
    Es geht hierzulande um die Gesundheit?
    Nein, um Sucht.
    Cannabis kann helfen, aber es erzeugt keine Sucht.
    Das ist das größte Problem unserer Pharmaindustrie.
    Es wird kein „Selbstläufer“.

    Ich habe auch Verwandten bei Boehringer/Ingelheim
    da heisst es :“Der geht über Leichen“, das muss man auch als Pharmamitarbeiter.
    Ein Medikament ohne Pharmaindustrie kann sich für diese Heuchler verheerend auswirken.
    Bis die Politik reagiert, ist der größte Gewinn unter Dach und Fach.
    SIEHE CONTERGAN!!!
    Ein Skandal, welcher auch heute nicht auszuschließen ist.
    Erst der Profit, dann der Mensch.
    Geld regiert die Welt.
    Politisch, wie (un)menschlich.

    Mit gesunden Bürgern würde ein Milliarden-System zusammenbrechen,
    warum sollte die Gesundheit an erster Stelle stehen?
    Eigentlich für den Menschen.
    Angeblich!!!

  9. Ralf

    @Fred
    Also, den legalen „Kleinen Hanfbauern “ wird es nie geben.
    Die wird es deswegen nicht geben weil Leute wie du es nicht lassen können die Täter zu verniedlichen sie in Amt und Würden lassen, die mordenden Böcke damit immer wieder, so wie nach dem 2.Weltkrieg zu Gärtnern machen und das auch noch ganz frech oder dumm Rechtsstaat nennen.

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