Dienstag, 20. März 2018

Vorsicht Überdosis!

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Warum „weniger“ bei der Anzucht immer „mehr“ bedeutet, erklärt Peter Kirchhofer, Master of the Growin‘-Universe und Chef von Returns & Customer Care, bei grow in.

 

 

Hanfjournal: Im Frühjahr ist Anbauzeit, und der Erfolg hängt von vielen Faktoren ab. Verrätst Du unseren Lesern ein paar Anbau-Tipps und Erfahrungswerte?

 

Peter: Wenn es um meine Pflanzen geht, werde ich richtig gefühlsduselig. Manchmal frag ich mich sogar, ob es was bringt, mit ihnen zu sprechen!?! Prinz Charles soll das ja bekanntlich tun. Über seine Ernteerfolge weiß man allerdings wenig. Mein indischer Kollege schwört dagegen auf Sitar-Klänge aus seiner Heimat. Meine Pflanzen sind andere Töne gewöhnt: Rap, Trap, Elektro, Techno, Jazz, Soul, Funk … querbeet, wie es sich gehört!

 

Hanfjournal: Klingt nach „good vibes“ in Deinem Grower-Universum. Wie hältst Du’s denn mit der Anzucht, da gehen die Meinungen ja ziemlich auseinander?

 

Peter: Also, es gibt drei Varianten, die ziemlich weit verbreitet sind. Beliebt sind die Jiffy Torfquelltöpfe. Einfach zehn Minuten aufquellen lassen und in die Öffnung den Samen reinstecken. Was dann nach einer Woche nicht raus ist, kommt nicht mehr. Eigentlich müsste man nach drei bis fünf Tagen schon was vom Keimling sehen, ist aber auch abhängig von der Samenqualität und vom Samen selbst. Für kompliziert und unsicher halte ich die Anzucht mit Küchenrolle (aus Krepp).

 

Hanfjournal: Oh, das klingt sehr nach Hausfrauenmethode?

 

Peter: Nichts gegen Hausfrauen, aber das ist mir echt zu matschig und verlangt nach zu viel Aufmerksamkeit. Wenn die Küchenrolle nicht ständig feucht gehalten wird, trocknen die Samen schnell aus. Außerdem ist das Ablösen der Keimlinge sehr kompliziert, weil sie meist an der Küchenrolle kleben bleiben.

 

Hanfjournal: Was sagst Du zur Wasserglasmethode?

 

Peter: So mache ich’s, und die meisten Profi-Grower. Es im am einfachsten und am schnellsten. Bei dieser Methode beginnt der Samen bereits nach zwei Tagen zu keimen. Wichtig – wie immer – im Dunkeln platzieren, und es darf nicht zu kalt sein. Also, das Glas nicht in der Garage stehen lassen, sondern Indoor platzieren. Am schnellsten keimen die Samen bei 21 bis 23 Grad.

 

Hanfjournal: Was kannst Du uns zur Qualität der Samen noch sagen?

 

Peter: Wie immer, wendet Euch an den Samenhändler Eures Vertrauens, und lasst Euch kein Zeugs andrehen! Ganz wichtig bei Samen sind Qualität und Frische. Bei hochwertigen Samen kann das Vorkeimen sehr schnell gehen, dauert also nur wenige Tage. Wenn die Samen schon etwas älter sind, kann dieser Schritt schon mal bis zwei bis drei Wochen dauern.

 

Hanfjournal: Wenn die ersten Millimeter der Wurzel aus dem Samen ragen, ist Umtopfen angesagt. Was sind die besten Töpfe?

 

 

Peter: Keimlinge sind sehr empfindlich, um die Wurzel nicht zu beschädigen immer mit Pinzette oder sterilen Handschuhen arbeiten, und mit der Keimspitze immer nach unten einsetzen. Die Anzuchterde muss feinkrümelig, steril und nährstoffarm sein sowie eine gute Wasserführung gewährleisten. Und bei mir kommen die Keimlinge in kleine Plastiktöpfe 7×7 oder 10×10 cm.

Für die Stecklingsproduktion tendiere ich zu GRODAN oder EAZY PLUG Anzuchtwürfel. Letztere bieten den Stecklingen optimale Bedingungen, weil sie Feuchtigkeit sehr gut speichern, sehr anwenderfreundlich sind (das lästige Durchspülen fällt weg) ansonsten aber neutral sind.

 

Hanfjournal: Eine konstante und ideale Luftfeuchtigkeit gewährleisten Zimmergewächshäuser, viele verwenden zusätzlich eine Heizmatte. Ist das sinnvoll?

 

Peter: Heizmatten halte ich im Indoorbereich generell für wenig sinnvoll, es sei denn, die Raumtemperatur ist zu niedrig oder extrem schwankend. Die Verwendung eines Zimmergewächshauses ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, die Wachstumsbedingungen zu kontrollieren und die Keimung der Samen zu beschleunigen, egal, ob Du als Amateur oder Profis anbaust. Dadurch sind sie auch weniger anfällig für Insekten oder Krankheiten.

 

Hanfjournal: Ist der Wachstumszyklus erst einmal eingeleitet, verlangen die Pflanzen ständige Aufmerksamkeit, Licht, Wärme und Pflege – klingt für einen Einsteiger nach einem ziemlichen Fulltime-Job!

 

Peter: Bei der Anzucht zeigt sich, wer mit Leidenschaft dabei ist und wer nur schnell die nächste Ernte einholen will. Ich finde es immer wichtig, sich auf keine Experimente einzulassen und sich bei allen Produkten an die Angaben der Hersteller zu halten.

 

Hanfjournal: Zauberwort „Dünger“, friss oder stirb?

 

Peter: Wie bereits erwähnt, weniger ist mehr und ich halte nichts davon, wenn den lieben Pflanzen alles in den Allerwertesten geschoben wird. Für’s Wurzelwachstum gilt: Dünger weglassen, nur alle paar Tage gießen, dann wachsen die Wurzeln. In puncto Wasser gilt: nicht nur von unten, sondern von allen Seiten zuführen. Ich nutze den Wurzelwachstumsdünger von BioBizz und gieße ihn nicht nur direkt in die Erde hinein, sondern sprühe ihn auch – mit Wasser verdünnt – auf meine Stecklinge. Vorsicht! Eine Überdosis an Nährstoffen kann die Pflanzen schnell verbrennen – also sachte!

 

Anmerkung der Redaktion: In der kommenden Ausgabe klärt uns Peter zum Thema Licht und Pflanzen auf.

 

 

Zum Unternehmen:

Die grow in AG mit Sitz in Berlin ist der Partner, wenn es um Pflanzenzucht im In- und Outdoor-Bereich geht. Im Jahr 1995 als Hydroponik-Shop von zwei Studenten der Agrarwissenschaften gegründet, zählt grow in heute zu den innovativsten Produktherstellern in der Growbranche Europas. Durch die Entwicklung eigener Markenprodukte werden Know-how und Erfahrung an Vertriebspartner und Kunden weitergegeben.

 

Zu den erfolgreichen Eigenmarken von grow in zählen:

 

– Leuchtmittelserie GIB Lighting
– Vorschaltgeräte von Elektrox
– Lüftungssets von Ventilution
– Grow Boxen Diamondbox
– HashCropter – die weltweit effektivste steuerbare LED-Pflanzenleuchte

 

Als weltweit tätiger Großhandelsbetrieb vertreibt grow in viele starke Marken im stationären Vertrieb wie auch im eigenen Webshop. Grow in zählt heute zu den innovativen Marktführern in Handel, Forschung und Entwicklung und auf dem Gebiet des Indoor-Farmings.

 

Eine Antwort auf „Vorsicht Überdosis!

  1. Lotus

    Hi Leute,
    ich würde euch gerne eine Methode zu Keimung von Samen eines guten Freundes von mir näher bringen die Erfolgsversprechend zu sein scheint…
    das Korn kommt für 24 Stunden in ein Glas mit Wasser an einen dunklen Ort(20-25 C ideal Temperatur),
    dann benötig man eine oder mehrere Tupperdose (Hiernachdem wie viele unterschiedliche Sorten)
    es sollte eine Dose sein die Luftdicht verschlossen werden kann,
    dann wird der Boden der Dose mit ca. zwei Lagen Küchentucher oder Toilettenpapier ausgelegt,
    dann besprüht man denn ausgelegten Boden mit Wasser,bis die Fläche des Papiers feucht ist aber nicht nass(Achtung zuviel Nässe schadet Sämlingen und kann sie zerstören) ,dann legt man das Korn in die Dose mit dem befeuchtetem Papier,
    und legt nochmal eine Lage Toilettenpapier etc. oben drauf,so das dass Korn von oben und unten mit Befeuchteten Toilettenpapier bedeckt ist.
    Die Dose wird dann verschlossen und Lichtdicht an einen dunkelen Ort,für weitere 24-48 Stunden gestellt.
    Mann sollte aber bereits nach 24 Stunden gucken in wieweit der Keim aus dem Korn herausreagt ,ab ca 1 – 2 cm kann man ihn in Erde setzen ca. 2-3 cm unter der Erdoberfläche.
    Der gute Freund von dem ich diesen Tip habe,versicherte mir das man so in der Regel 95-100 % Keimrate hat.
    Ich hoffe ich konnte damit dem ein oder anderen helfen.

    Peacezeichengruß

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