Sonntag, 24. Dezember 2017

Cannabinoide – wie kann die Bioverfügbarkeit erhöht werden

 

PhD, Eng. Beata Plutowska (Übersetzung aus dem Englischen – Su)

 

Die orale Verabreichung ist in vielen Fällen die einfachste und praktikabelste Methode Cannabinoide aufzunehmen. Der bekannteste Nachteil dieser Methode ist die relativ geringe Bioverfügbarkeit, die zudem von Person zu Person variiert. Hier drängt sich die Frage auf –kann die biologische Verfügbarkeit erhöht werden?

In der Tat – die Antwort ist ja, und die Lösung denkbar einfach. Aktuelle Studien bestätigen die Theorie, dass der Konsum von Cannabinoiden zusammen mit Pflanzenölen eine signifikant höhere Bioverfügbarkeit bietet als der Konsum von Cannabinoiden allein [1].

 

In der durchgeführten Studie erhöhte die Verabreichung von Cannabinoiden zusammen mit Pflanzenölen die biologische Verfügbarkeit von CBD fast um das Dreifache und die von THC um mehr als das Zweieinhalbfache.

Und das ist noch nicht alles. Weitere Experimente haben gezeigt, dass die beiden bekannten Substanzen aus Hanf –  CBD und THC – eine hohe Ähnlichkeit mit den sogenannten Chylomikronen aufweisen. Chylomikrone sind Partikel, welche im Dünndarm produziert werden und Lipide aus dem Dünndarm über das Lymphsystem und die Leber in das Blutsystem transportieren. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass beim Vorhandensein von Nahrungsfetten die Cannabinoide zusammen mit den Nahrungsfetten zumindest teilweise über das Lymphsystem in das Blutsystem transportiert werden und dass sie dabei nicht von der Leber verstoffwechselt werden. Zudem ist die Durchquerung der Cannabinoide zusammen mit den Lipiden aus dem Dünndarm direkt in das Lymphsystem ein interessantes Phänomen, weil viele wichtige Organe – wie die Lymphknoten, die Milz und einige Drüsen – Teile dieses Systems sind.

 

Je mehr Fette oder Öle zusammen mit den Cannabinoiden konsumiert werden, desto höher wird der Lymphfluss sein und desto mehr Cannabinoide bekommen die Chance unmetabolisiert in das Lymphsystem und anschließend das Blutsystem zu gelangen. Um auf diese Weise nun die Bioverfügbarkeit ihrer Produkte zu erhöhen, arbeiten gewissenhafte Produzenten jedoch einzig mit hochwertigen Hanfsamenölen, wofür sie von ihrer Kundschaft besonders geschätzt werden.

Natürlich bleibt die Frage, ob es gewünscht wird, dass die Stoffe unverändert durch die Leber gelangen, da mittlerweile auch immer mehr Studien nahelegen, dass zumindest einige der positiven Effekte der Cannabinoide ihrer Verstoffwechselung zugrunde liegen [2].

Somit wird aber auch eindeutig, dass die besagenden Gedanken, dass einzig Tabletten und Extrakte ohne hinzugefügte Pflanzenöle einen Nutzwert besäßen, nicht richtig sind und wohl nur auf schnellen Marketingstrategien fußen.

 

Quellenangaben:

 

 

[1] Zgair A., Wong J.C.M., Lee J.B., Mistry J., Sivak O., Wasan K.M., Henning I.M., Barrett D.A., Constantinescu C.S., Fischer P.M., Gerschkovich P. Dietary fats and pharmaceutical lipid excipients increase systemic exposure to orally administered cannabis and cannabis-based medicines. American Journal of Translational Research 8 (2016) 3448-3459.

 

[2] Ujvary I., Hanus L. Human metabolites of cannabidiol: a review on their formation, biological activity, and relevance in therapy. Cannabis and Cannabinoid Research 1.1 (2016) 90-101

Eine Antwort auf „Cannabinoide – wie kann die Bioverfügbarkeit erhöht werden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.