Montag, 13. November 2017

Kifferwahn – Reefer Madness das Muscial

 

 Musicalcompany Berlin tanzt und singt für Gras

 

 

Als vor achtzig Jahren die Prohibition gegen Cannabis ihren Anlauf nahm, war den Initiatoren und Befürwortern jedes Mittel recht, die Klientel von berauschendem Marihuana und Haschisch in ein schlechtes Licht zu rücken. Vergewaltigungsverbrechen, eine allgemeine Abkehr von der Moral und Gewaltausbrüche wurden dem Nutzerkreis von Cannabis unterstellt, da Kiffen ganz einfach verrückt mache sowie auch dazu führe, ununterbrochen schwarze Jazzmusik zu hören. Ein besonderes Highlight dieser an den Haaren herbeigezogenen Anti-Cannabis-Kampagne aus den späten 1930er Jahre stellt der Propaganda Film Reefer Madness dar, der als aufklärerisches Erziehungswerk bangenden Eltern gezeigt werden sollte, doch über Umstände in die öffentlich zugängliche Exploitation-Ära der ersten B-Movies rutschte.

 

Ein Berliner Theater Ensemble nutzt nun die filmische Vorlage für die eigene Inszenierung eines Musicals, welches bereits in ähnlicher Form 1998 in Los Angeles Premiere feierte und nach weiteren Inszenierungen sogar als Fernsehproduktion aufgenommen wurde. Reefer Madness das Musical heißt bei der, nun einen ebenfalls satirischen Blick auf die Thematik werfenden Musicalcompany Berlin, zwar eingedeutscht „Kifferwahn“, doch der skurrile Unterton der farbenfrohen Songs der Show bleiben in unserer Sprache genauso erhalten wie der Charme der Aufführung, der irgendwo zwischen der Rocky Horror Picture Show und dem kleinen Horrorladen angesiedelt ist. Nur drei Tage gastiert das gewagte Stück im Musical-Theater des Centre Francais Berlin, wo es mit Live-Band und großem Chor über die besonders bedrohlichen Gefahren des gefährlichen Marihuanakonsums informiert. Mit viel Gesang, Tanz, Humor und Satire müssen Besucher des Musicals „Kifferwahn“ jedoch rechnen, worüber schon die warnenden Werbeplakate plakativ informieren. Dass die komplette Produktion ausschließlich von ehrenamtlichen Mitwirkenden gestemmt wird und die Shows nicht gewinnorientiert produziert werden, erklärte dagegen ein Anschreiben.

 

Am 17./18. und 19. November 2017 erzählen die Schauspieler der Musicalcompany Berlin daher hoffentlich wirklich die Geschichte über das Scheitern des Paares Jimmy Harper und Mary Lane, deren Leben eine steile Abwärtsspirale beginnt, nachdem sie über einen Dealer in Kontakt mit dem Mörderkraut Marihuana gelangen. Erstmals wird die überspannte Parodie der paradoxen Prohibition in Berlin gezeigt, weshalb ein Besuch des abgedrehten Singsangs sicherlich für alle Fans des Wahnsinn spendenden Killerkrautes eine verrückte Überlegung wert sein dürfte.

 

 

KIFFERWAHN der MUSICALCOMPANY im November.

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Fr. 17.11.2017 – 20 Uhr
Sa. 18.11.2017 – 20 Uhr

So. 19.11.2017 – 18 Uhr

 

im Theater des CENTRE FRANCAIS BERLIN

 

 

Weitere Informationen und Tickets sind im Internet unter: www.stagenow.de aufzufinden.

 

 

 

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