Samstag, 29. Juli 2017

Kascha Juli 2017

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Nick (20) aus Aachen fragt:

 

„Hallo Kascha,

ich bin neulich in den Pool gesprungen und hatte noch ein Tütchen mit Weed in der Tasche meiner Badehose. Ich bin zwar gleich wieder raus, aber es war leider ein Loch im Tütchen. Jetzt ist das Weed klatschnass. Kann ich das, wenn ich es trockne, wieder rauchen? Ich habe es erst mal auf einem Taschentuch am Fenster ausgebreitet und es ist nach 2 Tagen immer noch etwas feucht und riecht auch noch nach Chlor.“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Nick,

das ist ärgerlich, aber wohl fast jedem schon einmal irgendwann passiert. Ich würde davon abraten, das noch zu rauchen. Wenn es so nass war und sehr langsam trocknet, kann in den Buds Schimmel entstehen. Chlor würde den Schimmel zwar wahrscheinlich verhindern – ist aber selbst gesundheitsschädlich, wenn man es raucht. Und auch wenn die Chlormenge, die das Weed bei dem kurzen Tauchgang abbekommen hat, nicht so groß ist: Wenn du es schon riechen kannst, dann wird das Gras beim Rauchen mit Sicherheit auch riechen wie eine frisch polierte Bahnhofstoilette. Das ist bestimmt kein Genuss. Daher muss ich dir also – leider – dazu raten, das Weed weg zu schmeißen. Gras, das man aus Versehen ins Meer mitgenommen hat, würde ich noch als Grauzone ansehen: Wenn es sehr viel Salz abbekommen hat, dann kann das ebenfalls den Geschmack beeinträchtigen und ist in größeren Mengen sicher ungesund. Wenn du das Gras aus Versehen mit in einen Naturpool oder einen sauerstoffbehandelten Pool mitgenommen hast, ist die Trocknung das wichtigste Thema, um es zu retten. Dafür sollten größere Buds möglichst zerrupft werden und die so entstehenden kleinen Blütenstücken, wie du es richtig gemacht hast, auf einem Taschentuch oder Küchenkrepp an einer gut belüfteten Stelle ausgelegt werden. Denn auch, wenn das Weed in sauberes Wasser fällt, kann die Feuchtigkeit zu Fäule und Schimmel führen und dir die Blüten versauen. Etwas beeinträchtigte Qualität wirst du wahrscheinlich so oder so haben.“

 

Matilda (21) aus Hamburg möchte wissen:

 

„Hi Kascha,

mir ist mal aufgefallen, dass ältere Leute häufig eher Haschisch rauchen, und ich habe auch gehört, dass Gras erst in den 90er Jahren so richtig beliebt wurde. Ich habe mich immer gefragt, wie das kommt. Vor allem, dass man das beste Haschisch oft von älteren deutschen Männern bekommt, die über Gras schimpfen und das nicht rauchen möchten?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Matilda,

ich habe die Theorie, dass das vor allem mit der Entwicklung des Indoor-Anbaus zu tun hat. In vielen Gegenden der USA und auch in der Karibik war Gras schon immer die bevorzugte Darreichungsform von Cannabis, während Haschisch eher eine Nebenrolle spielte. Hierzulande, weit entfernt von tropischen Klimazonen, ist Gras allerdings ein Saisonprodukt gewesen, das vor allem im Herbst auf dem Markt war – während Haschisch aus Afghanistan, Marokko, der Türkei und dem Libanon das ganze Jahr über verfügbar gewesen ist und in der Regel einen deutlich höheren THC-Anteil bot. Der Indoor-Anbau mit spezialisierter Beleuchtungs-, Belüftungs- und Bewässerungstechnik brachte nun plötzlich drei Vorteile: Das Gras konnte lokal hergestellt werden, was den aufwändigen Schmuggel reduziert, es konnte rund ums Jahr geerntet werden und die Qualität verbesserte sich enorm.

So hat sich der Marktanteil von Gras im Vergleich zu Haschisch seit den 90er Jahren kontinuierlich erhöht – inzwischen scheint es tatsächlich so, dass Gras den Markt dominiert. Der Haschischanteil ist aber nach wie vor hoch: Es gibt ja auch sehr viele Konsumenten über 30, die allerdings ihren Bedarf nicht öffentlich sichtbar im Park decken, wie Studenten und junge Touristen, die Gras bevorzugen, sondern über seit Jahrzenten bestehende Kontakte. Mit dem sinkenden Anteil von Haschisch schlechterer Qualität ist es auch fast aus dem Straßenhandel verschwunden – dort gibt es fast nur noch Gras, während es noch vor 20 Jahren fast nur Haschisch, oftmals von minderer Qualität, gab. Unter den Haschrauchern sind auch zahlreiche Hasch-Hardliner, die den Geschmack und die Wirkung von Haschisch als angenehmer empfinden, als die von modernen Skunk- und Haze-Marihuanasorten. Möglicherweise liegt dies an einem anderen Wirkstoffverhältnis, das bei ähnlich starken Haschischsorten dazu führt, dass das High anders wahrgenommen wird. Außerdem ist gutes Haschisch in Phasen, in denen viel Gras mit Brix und anderen Streckmitteln verseucht war, oft die sauberere Alternative gewesen.“

 

Patrick (20) aus Köln fragt:

 

„High Kascha,

ich bin Patrick, 20 Jahre aus Köln und rauche, wenn ich kiffe, fast nur Bong. Das Problem ist, ich würde oft lieber einen Joint rauchen. Das ist gerade unterwegs viel bequemer. Ich kann aber einfach keine Joints bauen, egal, wie oft ich es schon probiert habe. Irgendwas ist immer locker, der Filter rutscht raus, irgendwo sammelt sich Teer oder die ganze Glut fällt beim Abaschen runter. Kurz gesagt, eine Katastrophe. Kannst du mir kurz erklären, was ich falsch mache?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Patrick,

ganz genau kann ich das natürlich nicht sagen, ohne deine Baukünste beobachtet zu haben. Aber deine Beschreibung klingt mir danach, dass du an der Ladungsverteilung und der Spannung arbeiten musst. Zunächst solltest du herausfinden, ob du mit Filter links oder rechts baust. Probiere einfach beide Seiten, normalerweise fühlt sich eine davon natürlicher an. Dann ist wichtig, dass der Durchmesser des Filters zum Durchmesser der Kräutermischung passt, die du rollen möchtest. Mit einem sauberen Übergang dreht es sich gleich viel besser. Der Filter sollte außerdem einigermaßen stabil sein und nicht herumwabbeln, während du drehst – aber auch nicht zu eng, weil dann sammelt sich schnell Schmand am Ende. Schmand, bzw. Teer, sammelt sich auch, wenn das Paper am Filterende übersteht. Überstehendes Papier solltest du daher vor dem Anzünden vorsichtig abbrennen. Aber zurück zum Drehen: Stell sicher, dass die Mischung im Paper gleichmäßig verteilt ist, und nirgends Lücken oder Klumpen sind. So gleichmäßig, wie du es jetzt legst, brennt es später ab. Dann drehe die Mischung erst einmal mit Daumen und Zeigefingern rund. Wenn sie sich rund anfühlt und sauber rollt, dann kannst du das Paper am Filter eng einrollen. Mit dem anderen Daumen fährst du dann am Joint entlang nach oben, um sicherzustellen, dass der Rest sich auch einrollt. Dabei ständig das Paper mit den Fingern auf Spannung halten, bis alles zugerollt und angeleckt ist. So müsste es eigentlich funktionieren – vielleicht nicht beim ersten Versuch, aber mit etwas Übung. Wenn vorne etwas herausfällt, hast du entweder nicht gut verteilt oder du hast mit zu wenig Spannung gedreht, so dass die Mischung zu lose im Paper liegt. Wenn der Filter herausrutscht, war die Spannung an dieser Stelle nicht ausreichend, so dass er nicht fest eingedreht wurde.“

2 Antworten auf „Kascha Juli 2017

  1. Cosmo

    @ Patrick
    Kommt auch darauf an, ob mit oder ohne Tabak. Mit Tabak empfehle ich American Spirit Drehtabak oder vergleichbares, in der nähe vom Filter weniger Mischung und vom Filter weg immer mehr Mischung ( so wird es konisch).
    Am besten aber ist es pur zu vaporisieren, wirkt besser und die Gesundheitsschäden durch Verbrennung fallen weg.

  2. Michael Jahn

    Hallo, zum Thema Gras/ Haschisch :
    Es wäre mit Sicherheit heute noch so das Hasch den Markt Dominieren würde..das dem nicht so ist, dafür ist der sogenannte „STRAIN HUNTER“ verantwortlich.
    Er reiste durch die Welt und brachte von seinen Reisen das Gras nach Amsterdam…da die Coffeeshops aber kein interesse hatten, eröffnete er seine eigenen Shops, welche ganz anders waren wie die herkömmlichen Läden: hell, von aussen einsehbar und eben mit einer Auswahl an gutem Gras.
    Er kreuzte auch die potentesten Strains….welhalb es inzwischen Gras gibt, welches stärker ist wie Hasch damals.
    Darüber gibt’s gute Dokus bei Youtube

    Zb: https://youtu.be/MyhcPYmKevc

    Gruss
    Micha

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