Freitag, 17. März 2017

Nioh

 

Aua!

 

 

Autor: mze

 

Nach über einem Jahrzehnt Arbeit erscheint mit Nioh exklusiv auf Playstatition4 ein hartes Stück Software, das von den Meistern bei Team Ninja von Koei Tecmo hergestellt wurde. Bereits mit der Ninja-Gaiden-Reihe sorgten diese des Öfteren für Verzweiflung unter Hardcore-Spielern, die mit dem jetzt veröffentlichten Taktik-Schnetzler nun noch etwas mehr Leid erfahren können.

 

In Nioh übernimmt der Spieler die Kontrolle eines englischen Auswanderers, der nach der Flucht aus einem britischen Kerker sein Glück im Fernen Osten sucht. Ausgebildet von dortigen Kriegern findet sich der Seefahrer zum eigentlichen Spielbeginn an einem mystischen Strandgebiet wieder, an dem fortan alle Künste des Kampfes verlangt werden. Doch weniger die menschlichen Kontrahenten, die sich mit verschiedenen Hieb- und Stichwaffen auf den Ausländer stürzen, machen dem sich einübenden Spieler fortan Probleme, sondern besonders die japanischen Yokai-Geisterwesen, die sich im Laufe des düsteren Albtraums mit einem messen wollen, sorgen für schweißnasse Hände und übertaktete Herzschlagfrequenz.

 

Nioh bedient sich einer derzeit beliebten Mechanik, die einen Kampf gegen einzelne Gegner zur taktischen Kür erhebt und dabei den Spieler bei stetig steigendem Anspruch ordentlich verschüchtert. Neben der eigenen Energie muss vom Spieler eine weitere Statusleiste im Auge behalten werden, die das Ki des Protagonisten aufzeigt. Nur bei vorhandenem Ki sind Attacken oder Ausweichmanöver möglich. Verbrauchte man während einer Auseinandersetzung bereits zu viel davon, nimmt einem dieses Defizit kurzzeitig die ansonsten sehr dynamische Kontrolle des gesteuerten Kämpfers. Nur mit entsprechenden Items oder etwas Wartezeit füllt sich die wichtige Ki-Leiste erneut, die alle regulären Kampfmanöver zulässt. Dabei muss der Spieler die gegnerischen Anzeigen ebenso im Auge haben, damit deren Schwächemomente herausgefunden und gewisse Angriffsmuster hervorgesagt werden können. Im Unterschied zu den anderen Games des Genres verliert der Spieler in Nioh jedoch glücklicherweise nicht direkt sein gesammeltes Gut, stirbt er im Kampf. Dies geschieht dem Genre üblich dagegen aber wieder sehr, sehr oft.

 

Besonders in Nioh ist dazu die Kampfart, die auf asiatischer Schwertkunst basiert. Drei verschiedene Kampfstellungen kann der Spieler einnehmen, die sich durch Stärke und Ausführungsdauer ihrer jeweiligen Manöver unterscheiden. Auch kosten die brachialen Angriffe selbstverständlich mehr Ki als die schwächeren Schläge. Da hierbei vier verschiedene Waffenklassen zur Auswahl stehen – wobei immer eine bessere Fassung der Lieblingswaffe gesucht wird – liegt eine ganze Menge Tiefe in Nioh verborgen. Ob sich diese den nur kurz ausprobierenden Zockern offenbart, darf bezweifelt werden, doch wer sich die Zeit nimmt und die Muße findet, ein waschechter japanischer Geisterjäger zu werden, der wird mit Momenten des Stolzes und Staunens belohnt. Gerade das besondere Setting im feudalen, verzauberten Japan kann leicht berauschen und erfüllt trotz des teils sichtbaren Alters der langen Videospielentwicklung das genutzte Spielzimmer mit fremdländischer Magie. Drei verschiedene Darstellungsmodi bieten sich den PS4-Usern auf ihrem Zweiklassen-System, die zwischen möglichst hübscher Grafik oder garantiert flüssiger Bildwiederholungsrate wählen lassen. Auch kann man via Internetverbindung fähige Verbündete suchen, die mit einem zusammen gegen das faszinierende Grauen ankämpfen wollen.

 

Ehrenvolle Arbeit.

 

Nioh

Fotos: Koei Tecmo / Kochmedia

USK 16

Circa 69€

PS4  – ASIN: B01N0OJR14

2 Antworten auf „Nioh

  1. wili

    kommt leider nicht mal ansatzweise an die from-software spiele ran. die level sehen teilweise richtig billig aus wie frühe ps3 ära und man kann das alles mit der gleichen waffe , stance und kombo durchzocken. die meisten bosse gehen first try drauf . mein fazit: billiger casual soulsklon, dont believe the hype

  2. mze

    Hi Willi, danke für dat Comment! Mir hat Nioh besser als die Soul/Bloodborne-Geschichten gefallen. Es spielt sich dynamischer und man wird nicht immer so böse für Fehler bestraft. Als billigen Casual-Klon würde ich das Spiel nicht gleich bezeichnen wollen. Hatte schon ordentlichen Ärger hier und da – dauerte auch bis es „klickte“.
    Das Setting gefällt mir persönlich dazu aber auch sehr gut.
    Schon gut, dass es nach der langen Entwicklungszeit – die die Optik erklärt (aber nicht entschuldigt) – in dem Zustand erschienen ist. Ein „schöner“ Exklusiv-Titel für die olle PS4. 😉
    greetz mze

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