Mittwoch, 18. Januar 2017

Je oller, desto doller

 

Cannabis bei älteren Amerikanern voll im Trend

 

Foto: Freeimages user dynamix

 

Das „Public College of Health“ der Universität von Iowa veröffentlichte im „Gerontologist“, dem Fachblatt der Altersforscher, ein paar nicht mehr ganz so frische, aber immer noch aussagekräftige Daten, die Aufschluss darüber geben, in welchem Maße der Cannabisgebrauch in den USA auch bei der Generation „50 plus“ zunimmt. So lag der Anteil der 50-Jährigen, die angaben, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben, im Jahr 2000 bei etwa einem Prozent, 2012 waren es bereits 3,9 Prozent – Tendenz steigend. Die Zahlen belegen, dass die Altersgruppe der über 50-jährigen Kiffer stärker wächst als alle anderen und vor allem jüngere US-Bürger beim Marihuanakonsum abgehängt werden.

Die Wissenschaftler überraschte die Zahl schon, da nur ein Anstieg von maximal 3 Prozent prognostiziert wurde. Die unerwartet hohe Cannabisrate der „Baby-Boomer-Generation“ wird darauf zurückgeführt, dass die heute Fünfzigjährigen als Kinder der Hippiezeit früh mit der Hanfkultur in Berührung kamen und ihre ersten Erfahrungen mit der sanften Droge bereits zwischen dem achtzehnten und dreißigsten Lebensjahr machten.

 

Eine andere repräsentative Umfrage, die 2016 im „American Journal of Preventive Medicine“ publiziert wurde, geht sogar noch weiter und bilanziert, dass bereits gute fünf Prozent der über 50-Jährigen mit Cannabis umgehen. Das Ergebnis der Umfrage lässt vermuten, dass ältere US-Amerikaner nicht allein auf Grund der Sozialisation in den toleranten Hippiejahren zur Tüte greifen, sondern per se weniger Berührungsängste im Umgang mit der verteufelten Pflanze haben. Anders als in Deutschland, wo die Hanflüge erheblichen Flurschaden in den Köpfen der Bürger angerichtet hat, schätzen viele der amerikanische Alt-Kiffer (53,4 Prozent) vor allem den medizinischen Nutzen von Marihuana. Das heißt im Klartext, dass jeder zweite Joint und jede zweite Pfeife nicht dazu dient, sich sinnbefreit zuzuknallen, sondern dem strapazierten Körper in einer sich immer schneller drehenden Welt ab und an Ruhe und Entspannung zu gönnen. 10,5 Prozent der Anwender folgen dabei dem Rat der Hausärzte, die im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen der medizinischen Indikation aufgeschlossen und kundig gegenüberstehen.

 

Der größte Teil der Generation 50+ konsumiert das Heilkraut höchstens alle zehn Tage, und jeder Vierte gab an, seltener als fünfmal im Zeitraum eines Jahres zu Cannabisprodukten zu greifen. Wie selbstverständlich die meisten Amerikaner mit Marihuana umgehen, zeigt sich auch darin, dass 90 Prozent der Befragten keine physischen und psychischen Probleme im Umgang mit Cannabis haben und sich weitgehend gesund fühlen.

 

Die Autoren der Publikation ziehen das Résumé, dass sich der Trend fortsetzen wird, und regen eine umfassende landesweite Umfrage an, um die Gründe des Marihuanakonsums in den USA noch besser erfassen zu können. Auch soll konkret danach geforscht werden, inwieweit Cannabis eine Alternative für Opioide und andere mit hohem Missbrauchsrisiko verbundene Medikamente darstellt.

2 Antworten auf „Je oller, desto doller

  1. U-G

    Viele meiner Altersgenossen Hanfaktivisten International sehen das selbe wie Alle von uns hier…

    Das Verbot ist in denen Köpfen, die ne „Pulle“ Don patre Perignon“ köpfen für 1500 Euro oder mehr.

    Alte Leute benutzen, weil es was geileres gibt und ohne 2 Tage krank zu sein vom Rausch des Prickelnden „Pinkelwasser“.

    Ich kann euch auch in den Hals Pissen, das ist fast das Gleiche nur mit den Abfallstoffen des reinen THC und CBD und Säure fälltt bekanntlich auch dazu…THCA und CBDH…

    Also Obrigkeit das Maulhalten und Praktikern mehr Beachtung schenken…vor allem ü 50..

    .Politiker ohne Ahnung sind ausgeschlossen, bis sie den Selbsttest vorweisen können…

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