Donnerstag, 13. Oktober 2016

Virtual Reality Realität ohne rosa Brille

 

 

PC-Markt bereits eingefroren.

 

virtual-reality-vr-brille

 

Autor: mze

 

In 2016 sollte es endlich so weit sein. Nach über 25 Jahren sollte Virtual Reality tatsächlich der Durchbruch im Heimeinsatz gelingen. Die kleine Firma Oculus – die über Crowdfunding den aktuellen VR-Schub auslöste – wurde für wahnsinnige Summen von Facebook eingekauft. Firmen wie HTC, Intel und Sony, versuchen die Head-Mounted-Display-Technik ebenso als nächstes großes Ding anzupreisen. Doch die Virtual Reality Realität ohne rosa Brille sieht bedeutend schlechter aus. Der Handel auf dem PC-Markt ist bereits eingefroren.

 

Beobachtungen via Steam-Platform zeigen, dass sich das Interesse an der „neuen“ Technik seit zwei Monaten auf dem stagnierenden Ast befindet. So wurde im Juli bereits ein minimaler Anstieg von nur 0,3 % Prozent bei HTC-Vive-Nutzern festgestellt, während im August ein 0,1 % prozentiger Zuwachs an VR-Spielern gemessen werden konnte. Während frühe Konsumenten ihre Vorbestellungen kurz zuvor erhielten und die erste Gruppe Nutzer ausmachten, sei der große Schock nun, dass die Geräte jetzt regulär im Handel erhältlich sind, aber offensichtlich überhaupt keinen Umsatz generieren, da sie nicht verkauft werden. Aktuell hätten nur 0,18 % Prozent der Steam-User ein HTC-Vive HMD und nur 0,10 % Prozent der User ein Oculus Rift. Im Zusammenhang mit der sehr schnell einsetzenden Stagnation ließe sich daraus schließen, dass alle interessierten PC-Nutzer bereits abgegriffen wurden, denen die Preishürde nicht im Weg stand.
Der riesige Rest in der Technik nutzenden Bevölkerung sei nicht bereit für die Produkte derartig tief in die eigene Tasche zu greifen. Die angepeilte Vergrößerung der allgemeinen Nutzerbasis müsste somit einen extremen Preisverfall der Angebote mit sich bringen.

Ob Sony mit der etwas kostengünstigeren Playstation VR Variante einen größeren Teil der Kundschaft ansprechen kann – oder ob Google nicht doch mit dem Einsatz regulärer Smartphones den richtigen Weg geht – bleibt anhand der enttäuschenden Entwicklung auf dem gesamten Virtual Reality Sektor weiterhin ungewiss. Wenn es auf dem PC nicht klappt, warum sollte die schwächere Version auf Playstation4 schneller durchstarten?

Da selbst Fachredakteure deutscher Videospielmagazine nicht von den Fähigkeiten bei größeren Anwendungen überzeugt scheinen (M!Games 09/16 bzgl. Resident Evil 7), könnte ein etwas schleppender Verkauf der Sony-Peripherie bereits das frühe Ende der Virtual Reality Realität auf Sony Hardware bedeuten. Einen langen Atem hatte der japanische Playstation-Konzern bei Fehlschlägen in der Vergangenheit schließlich noch nie.

 

Die Einführung einer überarbeiteten Playstation4 Pro, die alle alten PS4-Nutzer von den technischen VR-Vorteilen der neuen Konsole ausschließt, verbessert diese Situation dabei wenig. Anfallende Gesamtkosten von knapp eintausend Euro erleichtern dabei auch nur das mitgeführte Portemonnaie, aber nicht die Wahl der zögernden Zocker. Europäische Virtual Reality Enthusiasten bekommen im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen dagegen auch sogleich zehn Demofassungen von angepriesenen VR-Applikationen beim Kauf des 399€ Euro Playstation VR HMDs weniger – nur acht anstatt achtzehn Demoversionen erscheinender VR-Titel.

 

Betrachtet man die Virtual Reality Realität unter diesen Tatsachen einmal ohne vorgeschobene rosa Brille, sieht es daher eigentlich jetzt schon ziemlich schwarz für die eingeplante VR-Revolution aus. Die Umsetzung eines 1998 auf Sega Saturn exklusiv erschienenen 2D-Raizing-Arcade-Shoot’em-Ups sorgte aktuell auch für die größeren Schlagzeilen unter vielen PS4-Gamern:

Battle Garegga kommt – für den simplen TV-Einsatz.

 

2 Antworten auf „Virtual Reality Realität ohne rosa Brille

  1. Carstón

    Erst mal abwarten, wie sich PSVR entwickelt. Die PS4 steht immerhin bereits in >40 Millionen Haushalten, und der Einstiegspreis ist bedeutend geringer als bei Oculus und Vive. Auch für Spieleentwickler ist die PS4 interessanter als der PC, weil man hier tatsächlich Geld verdienen kann, ergo kommen auch mehr und bessere Spiele raus. Eines fehlt aber trotzdem auch für die PSVR noch: Das must-have-Game, die eine Killer Anwendung die wirklich jeden überzeugt, quasi das GTA V für VR. Mein Interesse an VR ist auf jeden Fall gegeben, deswegen würde mir wünschen, dass sich die Technik am Markt etabliert.

  2. mze

    Hi Carstón!
    Danke für dein Kommentar. Ich hätte auch große Lust auf VR – endlich mal. War schon ab 1992 in der virtuellen Realität und kenne daher die Versprechen der Produzenten, die das ab Mitte der 90er bereits in Wohnzimmer bringen wollten. Auch ist es halt noch nicht wirklich günstig, sich zwei Dekaden später ein HMD zu gönnen – auf PC sowie auf PS4. Offizielle Konsolen-Peripherie, die mehr kostet als das Grundgerät, gab es meines Erfahrungsschatzes nach auch noch nicht auf dem Markt. Technisch scheint vieles dabei ebenso noch nicht ganz ausgereift, schaut man sich die Testfahrten in Driveclub VR oder ähnlichem an.
    540 € – für Cam, 2 Move-Controller und das Playstation VR Headset – sind dafür einfach sehr viel verlangt. Und ein verbessertes Grundsystem für 399,- € in Form der PS4 Pro wird ja bald auch extra dafür angepriesen werden …

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