Montag, 15. August 2016

Star Ocean: Integrity and Faithlessness

 

 

Enterprise

 

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Autor: mze

 

Dorf wird angegriffen, Hilfe wird benötigt, eine Reise ins Ungewisse beginnt. Wäre man gemein, könnte man die neunte Veröffentlichung mit Star-Ocean-Marke in diesen kurzen Zeilen fassen. Das fünfte eigenständige RPG aus dem Hause tri-Ace macht es schließlich ähnlich. Eine Story von nur circa 20-30 Stunden, hochskalierte Grafik aus der letzten Generation, seltene Savepoints und ein veraltet wirkendes Rollenspielkonzept werden in der frischen Veröffentlichung für die Playstation4 geboten. Das Charakterdesign spricht eine ähnliche Sprache und bietet mit großäugigen Püppchen nur für einen kleinen Teil der westlichen Spielerschar wirkliche Gründe zur Freude. In Japan erschien das Spiel dagegen auch noch für Playstation3.

 

Doch obwohl alle Kritikpunkte zum Beginn eines Tests abschrecken, kann man mit Star Ocean: Integrity und Faithlessness warm werden, wenn man das möchte. Das japanische Rollenspiel bedient sich nämlich gewisser Strukturen, die unzerstörbar mit dem Genre in Verbindung stehen. Eine fantastische Welt steht zur Erkundung offen, Kreaturen können mit taktischer Spielweise bezwungen werden und eine freundliche Gruppe wächst dem Spieler während der stetig steigenden Gefahr immer stärker ans Herz. Items werden dabei gesammelt und man steigt im Level auf – Standardkost. Da Spielmomente und Erzählung jedoch nahtlos in das gesamte Geschehen gebettet sind, entsteht gewisser Videospielzauber auch trotz der genannten Defizite, der aber in keinster Weise mehr zeitgemäßer Software entspricht. Nicht einmal Dialoge können beschleunigt werden. Zeitlos wirkt dagegen die Musik, die feine Klänge bietet.

 

Fidel und Miki machen sich in Star Ocan: Integrity and Faithlessness auf die Reise in eine benachbarte Großstadt, da ihre Siedlung von Rebellen angegriffen wird. Auf der Suche nach hilfreicher Unterstützung treffen sie jedoch ein Mädchen, das ihr ungeahntes Schicksal in Gang setzt und den Blick der zwei Abenteurer auf Größeres lenkt – das Weltall. Klein sind dagegen die Entwicklungsoptionen der Charaktere gestaltet, die wenig Spielraum für das Ausgeben gesammelter Erfahrungspunkte bieten. Über ein eher umständlich zu bedienendes Menü bekommen Figuren Fertigkeiten freigeschaltet oder stärken ihre Spezialmanöver für den Kampf. Nähert man sich in der freien Umgebung nämlich den stets dargestellten Widersachern, wird eine Kampfleiste eingeblendet, die über Lebensenergie und magische Punkte aufklärt. Per Knopdfdruckgewitter lässt der gesteuerte Charakter dann seine Wut an den Gegnern aus, während alle anderen Mitglieder der Gruppe eigenständig agieren. Parameter, die umgestellt werden können, bieten experimentierfreudigen Taktikern etwas zu tun. Ein Wechsel auf eine andere Person ist jederzeit möglich sowie auch das Anhalten des hektischen Kampfgeschehens, dass das spielerische Highlight von Star Ocean 5 ausmacht.

 

Hektisch wirkt leider auch die Kamera, die zwar meist konstante 60 Bilder einfängt, aber alle zeitgleich dargestellten und im Raum fixierten Textblasen von streifenden Bewohnern absolut unleserlich wiedergibt. Lässt man zeitweise nicht die Finger vom Pad, überschlagen sich die Aussagen der mitteilungsbedürftigen Wesen in Star Ocean: Integrity and Faithlessness, die somit auch nur bedingt zu der insgesamt doch recht inspirationslos zusammengestrickten Geschichte beitragen.

Tomorrow is yesterday – alles etwas aus der Zeit geraten.

 

Star Ocean: Integrity and Faithlessness

Fotos: SquareEnix

USK  12

Circa 59€

(PS4 – ASIN: B00ZULHL8S / PS3(JP) – ASIN: B015E132CM)

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