Sonntag, 24. Juli 2016

Stecklingszucht bei Bud Spencer            

                                  

 

Zwei Fäuste räumen auf

 

 

Text: mze / Fotos: Bud Spencer

 

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Will man sich kontinuierlich mit Hanfpflanzen versorgen, benötigt man einen vertrauensvollen Samenhändler, der einem beste Markensamen in regelmäßigen Abständen zukommen lässt. Alternativ kann man sich jedoch auch selbst daran versuchen, als Produzent nachwachsender Rohstoffe aktiv zu werden. Stecklingsproduktion heißt in diesem Fall und in der Regel das Zauberwort, das auch bei unserem alten Magier Bud Spencer, neben der üblichen Knospenherstellung seit Jahren angewendet wird. Anstatt das Portemonnaie in wiederkehrendem Rhythmus zu zücken, bringt einem etwas Handarbeit im Garten ebenso den erwünschten Effekt. Potente Hanfpflanzen für den Eigenbedarf. In einem kürzlich stattfindenden Gespräch klärte Big Bud auf, welche Erfahrungen er mit den unterschiedlichsten Medien zu Stecklingszucht bisher machte.

 

 

Natürlich braucht man für diese Arbeit zuerst eine Anzuchtkammer, die abgetrennt von den Blühpflanzen auf einen anderen Lichtrhythmus bei verändertem Lichtspektrum eingestellt ist. Bei engen Räumlichkeiten für bis zu 15 kleine Anzuchttöpfchen reicht eine – wie bei Bud im Einsatz befindliche – Growarmatur des Herstellers Secret Jardin. Zwei Mal 35 Watt bietet dieses Stückchen Technik, das mit speziellen Leuchtstoffröhren bestückt wird und dank sinnvollem Metall-Reflektor deren komplette Ausbeute auf die werdenden Pflanzenwesen leuchtet. Via Zeitschaltuhr stellt man die Armatur auf zwölf Stunden Frühlingssonne. Unter den Gegebenheiten, unter denen auch bewurzelte Pflanzen ihre Wachstumsphase durchleben, fühlen sich auch frisch beschnittene Triebe wohl. Und um diese ging es in dem freundlichen Gespräch ja schließlich.

 

Empfohlen wird in Fachbüchern das Beschneiden der Spenderpflanzen über der sechsten Internodie, bei einer ungefähren Länge der Triebe von 8 bis 12 Zentimetern.  Also der dritten Ausbildung von Trieben, ab den ersten Blattstängeln gezählt. Buddy hat aber bereits mehrfach auch tiefere Triebe sowie kleinste Ableger zu prächtigen Trieb- und Knospenwuchs animieren können. Idealerweise schneidet man die Triebe mit einem scharfen Skalpell oder einer feinen Gärtnerschere von den Spenderpflanzen und taucht sie mit den Schnittstellen nach unten sofort in ein frisch gefülltes Wasserglas. Dort können sie bis zu zwei Stunden verweilen.

 

Hat man die Mutterpflanze in diesem Zeitraum von allen in Betracht gezogenen Trieben befreit, widmet man sich dem Folgevorgang.Hier werden Mittelchen aus dem Growshop benötigt, will man sich nicht vollständig auf Mutter Natur verlassen. Bud nutzte in der Vergangenheit gerne hormonhaltige Produkte wie Clonex, die jedoch  in verschiedenen Gefilden unserer Erde nicht erhältlich sind. Auch andere Stimulanzen zur Wurzelbildung, wie Fast Start Gel von Green Buzz Liquids, halten aber ihren Versprechen Wort. In dieses Gel taucht man die Schnittstellen der frischen Triebe und lässt sie dort ein paar Minuten verweilen.

 

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Zöglinge wandern direkt in das ausgewählte Wachstumsmedium

 

Danach sollten die neuen Zöglinge direkt in das ausgewählte Wachstumsmedium wandern, von denen es eine ganze Anzahl verschiedener Versionen gibt. Bud nutzte in der Vergangenheit Torfwürfel in Plastikpaletten, verschiedenartig geformte Steinwollzylinder, Quelltabletten aus Torferde und Kokostöpfchen, die er selbst mit Anzuchterde füllte. In jedem dieser Fälle wird ein kleines Mini-Gewächshäuschen verlangt, das den wurzellosen Bewohnern eine extreme Luftfeuchtigkeit bietet. Circa 90 Prozent Luftfeuchtigkeit bei 20 bis 25 Grad Celsius gilt als Idealwert für die Wurzelbildung bei Stecklingen. Gegen Gefahren der Bodenkälte helfen kleine Heizmatten. Buddy machte unter ähnlichen Voraussetzungen bisher die besten Erfahrungen mit den Easy Plug Anzuchtwürfeln. Gute Erfahrungen mit den selbst befüllten Kokostöpfchen. Etwas weniger gute Erfahrung mit den Steinwollwürfeln und Zylindern und die schlechtesten Erfahrungen mit den Quelltabletten auf Torf – die erst nach dem erstmaligen Begießen in ihre finale Form gelangen.

 

Hat Bud die neugeborenen Hanfstecklinge wurzellos in der Erde verankert – vorsichtiges Arbeiten ist an dieser Stelle Plicht – befeuchtet er das gewählte Anzuchtmedium ordentlich mit H2O. Während manch Marihuanazüchter mittlerweile komplett auf klares Wasser zurückgekehrt ist und Bud selbst lange Zeit mit Wurzelkomplex von Hesi goss, ist aktuell wieder eine Aptus Starbooster und Regulator Mischung bei ihm am Werk. Die Ergebnisse hat Buddy für uns auf Foto festgehalten.

 

...schnelle Wurzelbildung bei den jungen Pflanzen
…schnelle Wurzelbildung bei den jungen Pflanzen

 

Ein tägliches Lüften der behüteten Hanfmädchen und ein von Tag zu Tag weniger werdender Feuchtigkeitsgehalt der Luft sorgen im Regelfall für eine schnelle Wurzelbildung bei den jungen Pflanzen, die bereits nach acht Tagen sichtbar werden kann. Aber auch nach zwei, drei Wochen, fangen manche Pflegefälle erst an, Wurzeln zu zeigen, die sie anschließend umso tiefer in die später zur Verfügung gestellte Heimat schlagen werden.

 

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auch nach zwei, drei Wochen, fangen manche Pflegefälle erst an, Wurzeln zu zeigen

 

Schneidet man nach vier, fünf weiteren Wochen des Wachstums von diesen dann wieder einige Triebe, müsste bei fachgerecht eingestellten Rhythmen in den unterschiedlichen Pflannzenkammern der Platz für alle zukünftigen Bewohner an beiden Orten – dank der bevorstehenden Ernte der vorangegangenen Muttergenration – auch wieder frei werden.

Und Bud Spencer high.

 

Don’t try this at home!

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