Freitag, 13. Mai 2016

Der Fernbus für den Drogentransport

 

Immer mehr Drogenkuriere nutzen Fernbusse zum Transport ihrer Ware

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Nachdem der Markt für Fernbusreisen im Jahr 2013 geöffnet wurde, kam es zu einem regelrechten Boom in der Branche. Inzwischen bieten verschiedene Busunternehmen Reisen quer durch Europa zu vergleichsweise günstigen Preisen an. Das Fahrtenangebot erfreut sich nicht nur bei der allgemeinen Bevölkerung großer Beliebtheit, sondern scheint auch immer mehr von Drogenschmugglern genutzt zu werden. So lag bereits die vom Hauptzollamt Ulm bis Anfang April gefundene Drogenmenge über dem gesamten Vorjahr.

 

 

„Fernbuslinien sind ein neuer Verkehrsweg, der offenbar attraktiv ist. Es finden dort weniger Kontrollen statt“, beschreibt Henrik Schmieding, Leiter des Sachgebiets Kontrollen, die Lage „Sie sind leicht zu buchen, günstig, schnell und unauffällig.“ In den Bussen kontrolliert lediglich der Fahrer das Busticket. So wurde Anfang März ein 31-jähriger Mann in einem Bus von Amsterdam nach München aufgefunden, der 100 in Gummi verpackte Heroin-Portionen verschluckt hatte mit einem Gesamtgewicht von 1,2 Kilo. Der Mann wurde notoperiert. Auch wurden in zwei weiteren Bussen drei Kuriere mit bis zu einem halben Kilo Kokain gefunden.

 

 

In einem anderen Fall wurden zwei Kilo Ecstasy-Pillen in der Laptoptasche eines 29-jährigen Mannes entdeckt. Dieser wollte von Amsterdam nach Kroatien weiterreisen. Im selben Bus soll auch bei zehn Insassen Cannabis bzw. Joints mit einem Gesamtgewicht von 40 Gramm gefunden worden sein. Dabei kann angenommen werden, dass es sich hier lediglich um den Eigenbedarf der jeweiligen Personen handelte. Berichte über Funde von größeren Mengen Cannabis in Fernbussen gab es in diesem Fall nicht.

 

5 Antworten auf „Der Fernbus für den Drogentransport

  1. Ralf

    In Fernbussen zu transportieren ist einne Schappsidee die ich allen nur auszureden versuchen kann. Die 45 Insassen eines Busses sind ein ideales, handliches hoch konzentriertes Kontrollpaket für die Schergen, wie sie es sich nur wünschen können. In Frankreich und Spanien, wo es solche Busse schon lange gibt, macht das keiner mehr weil zu viele auffliegen. Da ist sogar die Bahn noch besser, wo man die Möglichkeit hat zu kontrollieren, wer auf dem nächsten Bahnsteig steht. Man kann sie auch nicht einfach stoppen und zusteigen. Außerdem ist sie wesentlich größer und deswegen unübersichtlicher als ein Bus. Besondes sicher ist dieser Weg allerdings auch nicht, da sich Zivilschergen in ihr rumtreiben können.

  2. Lars Rogg

    Ralf hat recht. Wir sind vor 20 Jahren über Silverster nach Amsterdam- mit einem Bus, der damals von einem Plattenladen (Enterpreuss) gechartert wurde.
    Bomben Stimmung auf der Hin- und Rückfahrt. Amsterdam an Silverster ist die perfekte Party…muss man mal erlebt haben !!
    Nur das natürlich viel zu viel eingekauft wurde. Guter schwarzer Afgahne ist dann schon mal (im Zipptütchen) im Glennfiddich versenkt worden um es durch den Zoll zu schmuggeln. Der ganze Bus roch nach Adrenalin, Schweiss und Angst. Greifbare Spannung und unheimliche Stille in jeder Reihe…auch ganz hinten, bei den Großmäulern.
    Dann wurden wir bei der Grenze durchgewunken und nach ungläubigen, verdutzten Fragen, ob es das jetzt war, ging der Bus wieder in Rauch auf. Frenetischer Jubel der Menge 🙂
    Kann gut gehen, muss aber nicht !!

  3. E.B.

    Schließe mich Ralf an. Wenn der Leiter des Sachgebiets Kontrolle für Fernbusse wirbt, dann ist da was faul. Die deutlichen Fahndungserfolge sprechen dieselbe Sprache. Kontraproduktiver Artikel, insofern er sich nicht von Fernbusreisen distanziert.

    Etwas wunderlich finde ich das Ende: „Dabei kann angenommen werden, dass es sich hier lediglich um den Eigenbedarf der jeweiligen Personen handelte.“ Klingt wie eine polizeiliche Einschätzung, oder? Dem folgt in einem sonderbaren Mix aus allgemein („in Fernbussen“) und konkret („in diesem Fall“) ein tendenziell motivierender Hinweis. Soll man sich dabei was denken, dass die Inhalte beider Sätze im Gegensatz zu allem andern HJ-exklusiv sind?

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